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A proposito di questo titolo

Deine Geschichte bewegt: Geschichten verbinden uns, berühren unsere Herzen und schaffen unvergessliche Momente. Jeder von uns trägt eine einzigartige Geschichte in sich – vielleicht eine lustige Anekdote, eine bewegende Begegnung oder ein Erlebnis, das das Leben verändert hat. Hast du auch so eine besondere Geschichte, die du mit anderen teilen möchtest? Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt, zum Lachen bringt oder einfach nur gut unterhält? Dann bist du bei uns genau richtig! Wir glauben fest daran, dass geteilte Geschichten doppelte Freude bereiten. Sie schaffen Verbindungen zwischenDer Podcaster Bandi Koeck Scienze sociali
  • Die spendenfreudige Gastrolegende - Kristl Moosbrugger
    Jan 25 2026

    Wenn Kristl Moosbrugger über den Weißen Ring spricht, dann nicht mit Nostalgie, sondern mit wacher Freude. Mit 83 Jahren stand sie kürzlich auch beim 20-jährigen Jubiläum des legendären Rennens wieder am Start – eines Rennens über 22 Pistenkilometer, das wie kaum ein anderes für Lech am Arlberg steht. Für sie ist es selbstverständlich: Solange es geht, wird gefahren. Nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Begeisterung für Bewegung, Berge und Gemeinschaft.

    Geboren in St. Anton am Arlberg, ist sie mit den Skiern aufgewachsen. Präparierte Pisten, Skischulen oder Sicherheitsnetze gab es damals nicht. Man fuhr einfach los, wild, frei, mit Respekt vor dem Berg. Diese frühe Prägung – Eigenverantwortung, Mut und Bodenhaftung – zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben.

    Seit den 1960er-Jahren ist Kristl Moosbrugger untrennbar mit dem Hotel Gasthof Post in Lech verbunden. Die Gastronomie war für sie nie bloß ein Beruf, sondern Ausdruck von Persönlichkeit. Auf die Frage, ob sie diesen Weg noch einmal gehen würde, kommt die Antwort ohne Zögern: Ja. Weil es ihr Leben ist. Weil sie ein Mensch der Berge ist. Und weil echte Gastfreundschaft nur dort entsteht, wo jemand mit ganzem Herzen dahintersteht.

    Was sie von Anfang an ausgezeichnet hat, war Haltung. Diskretion gegenüber prominenten Gästen – ob europäische Königshäuser, Staatsmänner oder internationale Persönlichkeiten – war für sie selbstverständlich. Sie begegnete allen Menschen gleich: Mit Respekt, Freundlichkeit und ohne Unterwürfigkeit. Legendär ist die Episode aus dem Jahr 1966, als sie hochschwanger bewusst keinen Hofknicks vor dem Schah von Persien machte. Nicht aus Provokation, sondern aus Selbstachtung.

    Gerade diese Natürlichkeit machte das Haus Post zu einem Ort, an dem sich auch royale Gäste als Menschen bewegen konnten. Skifahren, Jagen, Kegeln, gemeinsame Zeit – fern von Öffentlichkeit. Dass Lech durch die regelmäßige Präsenz des niederländischen Königshauses international bekannt wurde, war kein Marketingkonzept, sondern ein glücklicher Zufall, getragen von Vertrauen und Charakter.

    Kristl Moosbrugger blickt ohne Verklärung auf die Veränderungen der Branche und benennt diese im ausführlichen Gespräch mit Bandi Koeck konkret: "Früher blieben Gäste zwei Wochen, heute wenige Tage. Früher kam man mit 50 ins Grandhotel, heute reist ein junges, internationales Publikum an. Früher war formelle Kleidung am Abend selbstverständlich, heute ist sie die Ausnahme." Sie urteilt nicht hart, aber klar: Kultur zeigt sich auch im Umgang miteinander – und im Respekt vor dem Ort, den Menschen und der Arbeit, die dahintersteht. Auch dass ihr Sohn den "Krawattenzwang" in der Gaststube beendet hat, ist für sie etwas, dem sie mit einer anderen Haltung gegenübersteht.

    Sorgen bereiten ihr weniger modische Fragen als strukturelle: Fehlende Nachfolge in Familienbetrieben, steigende Immobilienpreise, der Verlust gewachsener Dorfstrukturen. Sie fürchtet eine Zukunft, in der Hotels nur noch von Konzernen geführt werden – funktional, aber seelenlos.

    Vielleicht am eindrücklichsten ist ihr soziales Engagement. Nicht als Beiwerk, sondern als zweites Lebenswerk. Ihr größtes Projekt führte sie nach Nepal. Aus einer zufälligen Begegnung entstand die Mitarbeit am Verein „Nepalimed“, der den Bau eines Krankenhauses ermöglichte – inklusive Krankenschwesternschule, Personalhäusern und einer der ersten biologischen Kläranlagen des Landes.

    Später folgten ein Waisenhaus, das sie bis heute unterstützt, und zahlreiche weitere Initiativen. Besonders stolz ist sie auf das neue Wirtschaftsgebäude des Wildparks Feldkirch (Kosten 2,2 Mio Euro), das ohne Kredit, allein durch Spenden von Land, Stadt und regionalen Betrieben realisiert wurde. Hinzu kommen regelmäßige Unterstützungen für Organisationen wie "CliniClowns", "Tischlein deck dich", "Stunde des Herzens" oder Einzelinitiativen.

    Auch mit 83 Jahren denkt Kristl Moosbrugger weiter. Sie wünscht sich Orte der Begegnung in Lech und die Bereitschaft, füreinander Zeit zu haben.


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    35 min
  • Der international Gesuchte - Alexander Wieser
    Jan 17 2026

    Zehn Monate Auslandseinsatz. So nennt Alexander Wieser heute eine Zeit, die ihn fast alles gekostet hätte: Freiheit, Familie, Selbstachtung – und beinahe auch die Zukunft. Was nach einem Business-Trip klingt, war in Wahrheit ein Interpol-Haftbefehl, vier Länder, eine Spezialeinheit und die harte Realität der Einzelhaft. Österreich, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein – gesucht, gefunden, eingesperrt.
    Er nennt es „Gitterbox“. Ein Wort, das klingt wie ein Parkplatz für Menschen, wie eine Endstation ohne Rückfahrkarte. Für Wieser war sie genau das – und zugleich der brutalste Wendepunkt seines Lebens.
    Geboren 1977 in Hard am Bodensee, aufgewachsen zwischen Autos, Motorengeräuschen und PS-Träumen, hatte Alex früh gelernt, wie man schraubt, repariert, schneller ist als andere. Doch irgendwann war Geschwindigkeit nicht mehr nur ein Hobby – sondern ein Lebensstil. Drei, vier Jobs reichten nicht mehr aus, um die selbstgebauten Probleme zu regulieren. Der „einfachste Weg“ wurde der falsche.
    Kleindelikte, Einbrüche, Raub, Juwelierüberfälle – „die komplette Palette“, wie er heute sagt. Und das auch noch schlecht organisiert. Einmal stand er im falschen Gebäude, im falschen Raum, während der Plan längst anders lautete. Verbrechen mit Slapstick-Charakter – bis es nicht mehr lustig war.
    Irgendwann redete jemand. In der Schweiz holte ihn die Spezialeinheit. Einzelhaft. Big Brother – live, ohne Bezahlung. „Es ist eine andere Welt“, sagt er. Eine Welt, in die er nie wieder zurück will - für kein Geld dieser Welt.
    Zehn Monate saß er – mit einem kurzen, bitteren Zwischenstopp draußen, ausgelöst durch einen Verfahrensfehler. Freiheit auf Zeit, nur um dann freiwillig zurückzugehen und die restlichen vier Monate abzusitzen. Für ihn schlimmer als die erste Inhaftierung.
    Seine Kinder sah er nicht. Aus Scham. Einmal durfte er seinen Sohn auf dem Parkplatz beobachten, während seine damalige Frau mit ihm spielte. Mehr Nähe erlaubte er sich nicht. Und als er zurückkam, war da plötzlich etwas, das vorher nie da war: Verlustangst. „Papa, du kommst heute Abend wieder heim, oder?“ – ein Satz, der tiefer schneidet als jede Gefängnistür.
    Wieser schrieb darüber ein Buch: „Zweite Chance verpasst“. Keine Heldenstory, sondern Aufarbeitung. Für ihn selbst. Zwei, drei Exemplare liegen bis heute in seiner Wohnung. Mahnmale. Koordinaten, damit er nie wieder die falsche Ausfahrt nimmt.
    99 Prozent der Reaktionen waren positiv. Aber es gab auch Abwendung, Freundschaftsbrüche, Unverständnis – sogar aus der eigenen Familie. Trotzdem: Das Buch war notwendig. Nicht als Imagepolitur, sondern als seelischer Frühjahrsputz. Ein neues Buch liegt bereits in der Schublade und muss nur noch veröffentlicht werden.
    20, 25 Bewerbungen. Ehrlich geschrieben: „Ich komme aus dem Gefängnis, brauche eine zweite Chance.“ Die Antworten? Meist keine. Der krumme Weg wäre leichter gewesen – alte Kontakte, alte Muster. Doch Wieser brach radikal mit seiner Vergangenheit.
    Heute ist er Familienmensch, Unternehmer, Autofanatiker mit Herz und Speaker mit Haltung. Der gelernte KFZ-Mechaniker führt Mastercars Lackzentrum im Aargau: Lackiererei, Spenglerei, Verkauf und Vermietung – vom Polo bis zum Lamborghini, vom Smart bis zum G63. Sein Lieblingsauto? Ausgerechnet der Smart. Wegen des Wendekreises. Und weil Statussymbole für ihn längst ihren Glanz verloren haben.
    Als Mentaltrainer steht Wieser heute auf Bühnen, vor Jugendlichen, mehreren Schulklassen oder einer ganzen Schule, vor sogenannten „schwierigen Zielgruppen“. Er zieht die Hosen runter – im übertragenen Sinn – und erzählt von Unterführungen, von Nächten im Auto, von Momenten, in denen selbst das Auto weg war. Perspektivenwechsel statt Phrasen.
    Seine Botschaft ist unbequem ehrlich:
    Fehler darf man machen – aber manche lassen sich nicht mehr reparieren. Respekt ist keine Floskel, sondern Überlebensstrategie. Und Positivität bedeutet nicht, dass alles rosarot ist – sondern dass man selbst an grauen Tagen das Beste daraus macht.

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    17 min
  • Der gastroaffine Ausnahmekünstler - Thomas Anton Rauch
    Jan 8 2026

    Wer das Atelier von Thomas Anton Rauch in Feldkirch betritt, überschreitet keine Schwelle, sondern eine Welt. Man muss sich ducken, vorbei an Stromkastentüren, hinein in ein Labyrinth aus Besteckskulpturen, Tierpräparaten, Schweißnähten, Farbschlieren, ironischen Zitaten und bitterernstem Humor. Hier arbeitet ein Mann, der nie in eine Schublade gepasst hat – und der genau daraus seine künstlerische Kraft schöpft.

    Rauch, 61 Jahre alt und ursprünglich aus Frastanz, hat nicht an einer Kunstakademie begonnen, sondern auf hoher See. Nach seiner Lehre zum Maschinenmechaniker fuhr er zwei Jahre zur See – ein Leben zwischen Urlaubszwang und Ozean, zwischen Freiheit und Exzess. Was aus dieser Zeit blieb? „Alkohol“, sagt er trocken – und eine tiefe Kenntnis menschlicher Abgründe.

    1999 eröffnete er mit seinem Bruder die legendäre „Sonderbar“ in Feldkirch – eine Institution der Vorarlberger Szene. Zwanzig Jahre lang war sie Treffpunkt für Anwälte und Sandler, Banker und Punks, Musiker, Literaten und Nachtgestalten aller Art. Türsteher? Brauchte es nie. Zu divers war das Publikum, zu offen der Geist. Rauch war sein eigener bester Kunde – der erste an der Bar, der letzte, der ging.

    Mit fünfzig zog Rauch die Reißleine. Die Gastronomie ließ er hinter sich, nicht aber das Leben. „Wenn ich es jetzt nicht versuche, mache ich es nie mehr.“ Seit elf Jahren ist er freischaffender Künstler, Mitglied der Berufsvereinigung Bildender Künstler in Bregenz, Paletton- und Taxis-Mitglied.

    Seine Kunst nennt er am ehesten Objektkunst: Alltagsgegenstände verlieren ihren Zweck, Tierpräparate werden zu Leoparden, Besteck zu Skulpturen, Herrgottsbilder zu bitteren Kommentaren über Religion und Macht. Sozialkritisch, politisch unkorrekt, oft schmerzhaft – etwa wenn er Frauenporträts mit Sicherheitsnadeln durch die Stirn versieht, um auf Altersarmut, Lohnungleichheit oder Kinderehen hinzuweisen.

    Rauchs Werke sind keine Dekoration. Sie sind Zumutungen. Ein geschweißtes Kreuz mit daran hängender Suppenkelle trägt den Titel „Mein Schöpfer.“ Donald Trump erscheint als Bühnenstück zwischen zerrissenen Fahnen, Hillary Clinton springt mit Freiheitsfackel hervor, während Martin Luther King übermalt wird. Aus einer Fischdose windet sich eine Schlange an einem zum Leoparden mutierten Reh empor – Titel: „Es ist nicht immer drin, was draufsteht.“ Eine Metapher auf Politik, Beziehungen und das Leben selbst.

    Besonders eindrücklich: sein Bild „Der ewige Kreislauf“. Wildschweinkopf, Menschenhand, Karotte. Pflanze frisst Tier, Tier frisst Mensch, Mensch stirbt. Ende? Vielleicht Reinkarnation als Karotte. Rauch glaubt nicht an ein Leben nach dem Tod, wohl aber an Verantwortung im Jetzt: gegen Gewalt, gegen Populismus, gegen den europaweiten Rechtsruck.

    Neben der Kunst war Rauch auch Autor – zwei Kriminalromane liegen hinter ihm, ein dritter fertig in der Schublade. Keine Lust mehr, sagt er. Vielleicht auch, weil seine Kunst längst laut genug spricht.

    Er arbeitete für Erwin Wurm an „Fat Cars“, gestaltete mit dem Fotografen Alexander S. eine preisgekrönte Gondel am Flumserberg, ist aktuell in der Galerie Koukou Phi und im internationalen Ausstellungsformat heimspiel.tv in der Kunsthalle St. Gallen vertreten.

    Thomas Anton Rauch ist kein Wohlfühlkünstler. Er ist ein Störenfried mit Schweißgerät, ein Chronist der Brüche, ein ehemaliger Barkeeper, der die Nacht kennt – und das Leben. Er malt, schweißt, sammelt, montiert fast täglich, wie ein ganz normaler Arbeiter. Nur dass seine Produkte Fragen stellen, wo andere Antworten verkaufen.

    Ein Mann wie Rauch passt in keine Vitrine. Er gehört ins Atelier, in den Schweißrauch, ins pralle Leben – und genau dort entfaltet seine Kunst ihre ganze, unbequeme Schönheit.

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    27 min
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