Folge 7: Neuro-Ergonomie – Warum dein Gehirn einen besseren Arbeitsplatz verdient
Vom sicheren Hafen des Homeoffice zurück in die Realität des Büros: In dieser Folge wagen wir den nächsten, entscheidenden Schritt. Nachdem wir das Fundament der psychologischen Sicherheit gelegt haben, bauen wir nun das Haus – und zwar mit den Regeln der Neuro-Ergonomie. Die Psychologin Julie Simstich und der persönliche Experte Walter Marinelli erklären, warum die Gestaltung unseres Arbeitsplatzes weit über einen bequemen Stuhl hinausgeht.
Es geht um das richtige Setup für den Kopf. Walter schildert eindrücklich, warum das Großraumbüro für ihn oft eine sensorische Kampfzone ist und mündliche "Tür-und-Angel"-Anweisungen pures Gift für sein ADHS-Gehirn sind. Julie untermauert das mit aktuellen Studien und erklärt das Prinzip des "Universal Designs": Anpassungen, die für neurodivergente Menschen notwendig sind, steigern die Produktivität und das Wohlbefinden von allen.
Diese Folge ist ein praktischer Leitfaden für eine Arbeitswelt, die Gehirne nicht erschöpft, sondern beflügelt. Von Noise-Cancelling-Kopfhörern über die Macht spontaner Flexibilität bis hin zur goldenen Regel für jedes Meeting – hier erfährst du, wie kleine Änderungen eine riesige Wirkung entfalten.
In dieser Folge erfährst du:
Neuro-Ergonomie erklärt: Warum es um das richtige Setup für den Kopf geht, nicht nur für den Rücken, und wieso der "One-size-fits-all"-Ansatz scheitern muss.
Das Prinzip des Universal Designs: Wie Anpassungen für Neurodivergente (z. B. Kopfhörer, ruhige Zonen, Untertitel) die Produktivität von allen im Büro steigern.
Der Wert der spontanen Flexibilität: Warum die Freiheit, an einem „schlechten Gehirn-Tag“ von zu Hause zu arbeiten, ganze Arbeitswochen rettet und was "Universal Optionality" bedeutet.
Der Feind jeder Produktivität: Warum „Tür-und-Angel“-Anweisungen Gift sind und wie klare, schriftliche Prozesse in Ticketsystemen das Arbeitsgedächtnis für alle entlasten.
Meetings, die wirklich funktionieren: Die unschlagbare Kombination aus einer vorab versendeten Agenda und einem Protokoll mit klaren To-dos als "Lebensretter" im Arbeitsalltag.
Kleine Investition, riesige Wirkung: Konkrete Tipps für den Arbeitsplatz – von der richtigen Schreibtischlampe über Stehpulte bis hin zum unschätzbaren Wert eines Buddy-Systems.
Mehr zu den Hosts:
Julie Simstich (Psychologin & Organisationsexpertin): hirnzigartig.at Walter Marinelli (Kreativ-Profi & persönlicher Experte): marinelli.de
Genannte Studien & Konzepte: Nash-Luckenbach & Friedman (2024): Studie, die zeigt, dass standardisierte „One-size-fits-all“-Ansätze bei ADHS die Bedarfe verfehlen.
Hazlett (2025): Studie zu „Mikro-Anpassungen“ (z.B. Noise-Cancelling-Kopfhörer) und deren massiver positiver Effekt auf Selbstregulation und Produktivität.
Gama et al. (2024) & Liebel et al. (2023): Studien, die den positiven Einfluss von agilen Methoden und klar definierten Aufgaben auf die Performance belegen.
Neuro-Ergonomie: Das zentrale Konzept der Anpassung der Arbeitsumgebung an die Funktionsweise des Gehirns.
Universal Design: Das Prinzip, dass Gestaltungsmerkmale, die für Menschen mit Einschränkungen notwendig sind, oft für alle Nutzer Vorteile bringen.
Universal Optionality (nach Dr. Maureen Dunne): Das Konzept, universelle Wahlmöglichkeiten zu schaffen und den Fokus auf Arbeitsergebnisse statt auf reine Anwesenheit zu legen.
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