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WortMelder

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Di: Andrea Radtke Carmen Voigt und Aileen Pinkert Universität Erfurt
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Jeden Tag suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni Erfurt nach Antworten auf gesellschaftlich relevante Fragen. Im Wissenschaftspodcast WortMelder wollen wir ihnen auf den Zahn fühlen und mit ihnen über Themen sprechen, die uns alle angehen.

Universität Erfurt, Hochschulkommunikation
Scienza Scienze sociali
  • Wie viel Rat braucht Erziehung? Eltern zwischen Orientierung und Überforderung
    Oct 13 2026

    „Rat ist allgegenwärtig geworden. Heute begegnet Eltern Rat auch in Social Media – Rat, den sie gar nicht gesucht haben,“ sagt Prof. Dr. Ulf Sauerbrey

    Wie viel Bildschirmzeit ist gut für mein Kind? Was hilft, wenn mein Kind die Nacht nicht durchschlafen kann?

    Eltern finden heute auf nahezu jede Erziehungsfrage eine Antwort – mithilfe digitaler Medien – auf Blogs, in Podcasts und sozialen Medien oder direkt bei KI-Chatbots. Doch die unüberschaubare Fülle an Ratschlägen kann auch verunsichern und unter Druck setzen. In dieser „WortMelder“-Folge spricht Prof. Dr. Ulf Sauerbrey darüber, wie sich Elternrat verändert hat, woran sich gute Ratgeber erkennen lassen und welche Rolle Forschungserkenntnisse und Wissen dabei spielen (sollten).

    Ob Attachment Parenting, Gentle Parenting oder bedürfnisorientierte Erziehung: Unterschiedliche Konzepte konkurrieren um die Aufmerksamkeit von Eltern. Dabei berufen sich viele Ratgeber auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Doch aus der Forschung lassen sich nicht automatisch Handlungsempfehlungen ableiten. Mit dem Aufkommen generativer KI erhält die Suche nach Erziehungsrat eine weitere Dimension. Chatbots beantworten Fragen rund um Kinder und Erziehung unmittelbar – doch auf welche Wissensquellen stützen sich ihre Antworten? Und wie können Eltern einschätzen, ob die Empfehlungen tatsächlich verlässlich sind?

    Prof. Dr. Ulf Sauerbrey plädiert dafür, wissenschaftliches Wissen verständlich und zugänglich zu machen, statt Eltern mit immer neuen Handlungsanweisungen zu versorgen. Denn nicht jede Erziehungsfrage braucht eine allgemeingültige Antwort. Entscheidend ist vielmehr, Forschungsergebnisse kritisch einzuordnen und daraus passende Lösungen für den eigenen Alltag zu entwickeln.

    Prof. Dr. Ulf Sauerbrey ist seit 2024 Professor für Kindheit und Jugend in digitalen Bildungswelten an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt. Zuvor war er Professor für Kindheitspädagogik an der Hochschule Neubrandenburg und in verschiedenen wissenschaftlichen Positionen an den Universitäten Erfurt, Graz, Jena und Bamberg tätig. Er studierte Erziehungswissenschaft und Neuere Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo er 2013 promovierte und 2017 habilitiert wurde. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Kindheit und digitale Medien, Erziehung und Elternschaft sowie die Erforschung von Ratgebermedien. Im April 2026 erschien der von ihm gemeinsam mit Tessa-Marie Menzel und Fabian Hemmerich herausgegebene Sammelband „Digitale Ratgebermedien“.

    Mehr zu Prof. Dr. Ulf Sauerbrey: https://www.uni-erfurt.de/erziehungswissenschaftliche-fakultaet/fakultaet/profil/fachgebiete-und-professuren/grundschulpaedagogik-und-kindheitsforschung/kindheit-und-jugend-in-digitalen-bildungswelten/team/ulf-sauerbrey

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    44 min
  • Geschlechtersensible Medizin – Warum gleiche Behandlung nicht immer gerecht ist
    Jul 22 2026

    „Wir müssen Patientinnen stärken – vor allem aber müssen wir Ärztinnen besser darin schulen, Symptome von Anfang an ernst zu nehmen“, sagt Dr. Sarah Eitze.

    Herzinfarkte werden bei Frauen häufig später erkannt. Endometriose bleibt oft jahrelang undiagnostiziert. Medikamente wirken bei Frauen und Männern teilweise unterschiedlich. Gleichzeitig gelten viele medizinische Erkenntnisse noch immer als Standard, obwohl sie überwiegend an männlichen Probanden gewonnen wurden.

    „Endometriose betrifft Millionen Menschen. Dass viele trotzdem im Stillen leiden und jahrelang ohne Diagnose bleiben, sollte sich keine Gesellschaft leisten“, sagt Dr. Sigrid März.

    In dieser Folge des WortMelder-Podcast sprechen wir darüber, warum Geschlecht in der Medizin eine wichtige Rolle spielt – biologisch ebenso wie gesellschaftlich. Gemeinsam mit der Gesundheitswissenschaftlerin Dr. Sarah Eitze und der Wissenschaftsjournalistin Dr. Sigrid März geht es um Forschungslücken, stereotype Vorstellungen im medizinischen Alltag und die Frage, wie eine geschlechtersensible Medizin dazu beitragen kann, Diagnosen schneller zu stellen, Therapien individueller anzupassen und die Versorgung aller Menschen zu verbessern.

    Dabei wird deutlich: Geschlechtersensible Medizin bedeutet nicht, Menschen unterschiedlich wertzuschätzen. Sie bedeutet, Unterschiede dort zu berücksichtigen, wo sie medizinisch relevant sind – damit alle Menschen die bestmögliche Behandlung erhalten können.

    Dr. Sarah Eitze ist Gesundheitswissenschaftlerin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Gesundheitskommunikation der Universität Erfurt. Sie beschäftigt sich mit Wissenschafts- und Gesundheitskommunikation sowie der Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich vermittelt werden können. Im Verbundprojekt GendiMedNet verantwortet sie die Wissenschaftskommunikation zu geschlechtersensibler Medizin.

    Dr. Sigrid März ist promovierte Biologin, Wissenschaftsjournalistin und Autorin. Sie recherchiert und schreibt vor allem zu Medizin- und Gesundheitsthemen. Gemeinsam mit Prof. Dr. Stefanie Burghaus veröffentlichte sie den Ratgeber „Let’s talk about Endometriose“ und setzt sich dafür ein, medizinisches Wissen verständlich und evidenzbasiert zu vermitteln.

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    54 min
  • Allein unter vielen: Der Alltag in DDR-Kinderkrippen
    Jul 3 2026

    „Die Forschung zeigte, dass sich Kinder in Familien im Durchschnitt besser entwickelten – politisch erwünscht waren diese Ergebnisse jedoch nicht“, sagt PD Dr. Carolin Wiethoff.

    Wie erlebten Säuglinge und Kleinkinder den Alltag in den DDR-Krippen der 1950er- und 1960er-Jahre? Die Historikerin PD Dr. Carolin Wiethoff zeigt in dieser „WortMelder“-Podcastfolge, wie politische Ziele, Personalmangel und institutionelle Zwänge das Leben der jüngsten DDR-Bürger*innen prägten – und warum die Perspektive der Kinder lange übersehen wurde.

    Auf Basis bislang wenig ausgewerteter Quellen wird deutlich, dass viele Kinder trotz großer Gruppen nur wenig individuelle Zuwendung erhielten und insbesondere in Wochenkrippen und Säuglingsheimen häufig lange von ihren Eltern getrennt waren. Gleichzeitig dokumentierten zeitgenössische Studien bei den Kindern bereits früh Entwicklungsverzögerungen und gesundheitliche Probleme.

    Das Gespräch macht deutlich, wie eng der Ausbau des Krippensystems mit den politischen und wirtschaftlichen Zielen der DDR verbunden war. Die Einrichtungen sollten nicht nur die Erwerbstätigkeit von Frauen ermöglichen, sondern auch zur Gestaltung der sozialistischen Gesellschaft beitragen. Forschungsergebnisse, die auf Probleme und Risiken für die Kinder hinwiesen, gerieten dadurch in Konflikt mit staatlichen Vorgaben und wurden zunehmend reglementiert.

    PD Dr. Carolin Wiethoff ist seit 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Erfurt. In Forschung und Lehre beschäftigt sie sich insbesondere mit der Geschichte von Bildung und Erziehung, reformpädagogischen Entwicklungen sowie Bildungsreformen im 19. und 20. Jahrhundert. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in der historischen Kindheitsforschung und der Bildungsgeschichte der DDR. Sie promovierte an der Universität Potsdam mit einer Arbeit zur Rentenversicherung und beruflichen Rehabilitation in der DDR und war zuvor Stipendiatin des Forschungsnetzwerkes Alterssicherung (FNA) der Deutschen Rentenversicherung BUND.

    Mehr zu ihrem Buch „Allein unter vielen – Alltag, Ausbau und Krise der Kinderkrippen in der DDR 1950-1968“ findet ihr unter: https://www.uni-erfurt.de/erziehungswissenschaftliche-fakultaet/fakultaet/aktuelles/publikationen/publikation-detail/publikation-allein-unter-vielen

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    36 min
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