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  • Der „Landru des Tiber“ – Der Fall Cesare Serviatti
    Jan 21 2026
    ---werbung---N26 ein kostenloses, mobiles Konto, das du in wenigen Minuten eröffnest JETZT KOSTENLOS ANMELDEN!---werbung---Einstieg – Zwei Koffer, ein Bahnhof, ein Land im Schock Es war ein kalter Morgen Ende November 1932, als Bahnangestellte am Hauptbahnhof von Neapel auf zwei herrenlose Koffer aufmerksam wurden. Sie standen unbeachtet am Rand eines Bahnsteigs, unscheinbar, wie tausend andere Gepäckstücke, die täglich durch die großen Bahnhöfe Italiens reisten. Doch irgendetwas war anders. Ein stechender Geruch lag in der Luft. Als die Koffer geöffnet wurden, erstarrten die Umstehenden. In Zeitungspapier gewickelt, sorgfältig mit Sägespänen bedeckt, lagen menschliche Körperteile. Nur wenige Stunden später wiederholte sich das Grauen in Rom. Am Bahnhof Termini wurde ein weiterer Koffer entdeckt – ebenfalls mit menschlichen Überresten gefüllt. Die Ermittler stellten schnell fest: Die Körperteile gehörten zu ein und derselben Frau. Italien war schockiert. Wer hatte eine Frau ermordet, zerstückelt und ihre Überreste quer durch das Land transportiert? Und warum? Diese Koffer markierten den Anfang vom Ende eines Mannes, der jahrelang im Verborgenen getötet hatte: Cesare Serviatti. Der Täter – Cesare Serviatti Cesare Serviatti wurde im Jahr 1880 in der Kleinstadt Subiaco geboren. Seine Kindheit war geprägt von Armut, Vernachlässigung und frühem Verlust. Beide Eltern starben, als er noch jung war. Zeitgenössische Berichte zeichnen das Bild eines Einzelgängers, der früh auffällige Verhaltensweisen zeigte. Schon als Kind soll er eine ungewöhnliche Faszination für Tod und Gewalt entwickelt haben. Im Erwachsenenalter führte Serviatti ein unstetes Leben. Er arbeitete zeitweise als Krankenpfleger, verlor diese Anstellung jedoch nach Vorwürfen, Patienten misshandelt zu haben. Später verdingte er sich als Metzger – ein Beruf, der ihm anatomische Kenntnisse vermittelte, die später eine grausame Rolle spielen sollten. Er heiratete, bekam einen Sohn und lebte mit seiner Familie in einfachen Verhältnissen in Rom, nahe des Hauptbahnhofs. Nach außen wirkte Serviatti unscheinbar. Er war höflich, sprachgewandt, verstand es, Vertrauen zu erzeugen. Niemand in seinem Umfeld ahnte, dass er ein Doppelleben führte – eines, das von Manipulation, Habgier und Mord geprägt war. Die Opfer – Frauen auf der Suche nach einem Neuanfang Die Frauen, die Cesare Serviatti tötete, verband ein gemeinsames Schicksal. Sie waren alleinstehend, teilweise finanziell unabhängig, teilweise auf der Suche nach Sicherheit und Zuneigung. Sie lebten in einer Zeit, in der Frauen ohne Ehemann gesellschaftlich oft benachteiligt waren – und in der eine Heiratsanzeige als legitimer Weg galt, einen Partner zu finden. Pasqua Bartolini Tiraboschi war eine gebildete Frau, einst Sängerin, mit einem kleinen Vermögen. Beatrice „Bice“ Margarucci hatte Zeit im Ausland verbracht und verfügte über Ersparnisse. Paolina Gorietti arbeitete als Kellnerin in Neapel, bodenständig, hoffnungsvoll, überzeugt davon, dass ein neues Leben auf sie wartete. Für sie alle wurde Cesare Serviatti zum Versprechen – und schließlich zum Todesurteil. Die Tatserie – Chronologie eines Serienmörders Der erste Mord: La Spezia, 1928 1928 lockte Serviatti Pasqua Bartolini Tiraboschi nach La Spezia. Er hatte ihr die Ehe versprochen, ein gemeinsames Leben, Sicherheit. In einer gemieteten Unterkunft schlug er zu. Er tötete sie, zerstückelte den Körper und entsorgte die Überreste in einer Jauchegrube. Niemand suchte nach ihr. Niemand stellte Fragen. Der zweite Mord: Rom und der Tiber, 1930 Zwei Jahre später schaltete Serviatti erneut Kontaktanzeigen. Beatrice Margarucci antwortete. Sie zog zu ihm nach Rom. Wieder folgte die gleiche Choreografie: Vertrauen, Nähe, dann der Mord. Serviatti tötete sie, zerstückelte den Körper und verstaute die Überreste in einem Koffer. Diesen warf er von einer Brücke in den Tiber. Tage später wurden Körperteile an der Küste angespült – doch ein Zusammenhang wurde zunächst nicht erkannt. Der dritte Mord: Paolina Gorietti, 1932 Paolina Gorietti begegnete Serviatti über eine Anzeige. Sie schrieb Freundinnen voller Vorfreude, sprach von Heirat, von einer neuen Zukunft. Sie reiste nach La Spezia – und verschwand. Dieses Mal jedoch machte Serviatti einen Fehler. Statt den Körper spurlos zu entsorgen, packte er die Leiche in Koffer und verschickte sie per Bahn. Die Koffer wurden entdeckt. Und mit ihnen begann die Jagd. Die Ermittlungen – Ein Puzzle fügt sich zusammen Die Polizei stand zunächst vor einem Rätsel. Eine unbekannte Tote, zerstückelt, verteilt auf mehrere Städte. Erst als Ermittler begannen, Vermisstenanzeigen systematisch auszuwerten, stießen sie auf Paolina Gorietti. Der entscheidende Hinweis kam aus ihrem Umfeld: In Briefen hatte sie den Namen ihres neuen Partners erwähnt – Cesare Serviatti. Die Ermittler lokalisierten Serviatti in ...
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  • Der Mann, der berühmt sein wollte
    Jan 14 2026
    ---werbung---N26 ein kostenloses, mobiles Konto, das du in wenigen Minuten eröffnest JETZT KOSTENLOS ANMELDEN!---werbung---Einstieg: Die Tür, die nicht mehr aufging Es war ein gewöhnlicher Londoner Abend im Sommer 1993, als Nachbarn bemerkten, dass etwas nicht stimmte. Eine Wohnungstür blieb geschlossen, das Licht brannte noch. Der Mann, der hier lebte, hatte Termine abgesagt, Anrufe nicht beantwortet. Als die Polizei schließlich eintraf und die Tür öffnete, war der Raum still, beinahe ordentlich. Kein Kampf, keine Verwüstung. Nur ein lebloser Körper, auf dem Bett liegend. Es war nicht das erste Mal in diesen Monaten, dass Ermittler in London einen Toten in ähnlicher Lage fanden – und es sollte auch nicht der letzte bleiben. Was sich zu diesem Zeitpunkt nur als düstere Ahnung abzeichnete, wurde bald zur Gewissheit: In der Stadt war ein Serienmörder unterwegs. Einer, der nicht aus Wut tötete, nicht aus Habgier, sondern aus einem kalkulierten, erschreckend nüchternen Wunsch nach Aufmerksamkeit. Sein Name: Colin Ireland. Hintergrund: Ein Leben im Schatten Colin Ireland wurde 1954 in Großbritannien geboren und wuchs in instabilen familiären Verhältnissen auf. Die Beziehung zu seinen Eltern galt als schwierig, geprägt von Distanz, Zurückweisung und fehlender emotionaler Bindung. Schon früh zeigte sich bei ihm ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung, das jedoch immer wieder ins Leere lief. In der Schule blieb er unauffällig, später scheiterte er an beruflichen Ambitionen und sozialen Beziehungen. Ireland lebte lange Zeit zurückgezogen. Er hatte kaum Freunde, keine stabile Partnerschaft, keine feste Perspektive. In Interviews nach seiner Festnahme beschrieb er sein Leben als bedeutungslos. Er habe sich übersehen gefühlt, belanglos, austauschbar. Diese Selbstwahrnehmung verband sich im Laufe der Jahre mit wachsender Frustration, Aggression und einer zunehmend feindseligen Haltung gegenüber homosexuellen Männern. Er selbst erklärte später, er habe „berühmt werden“ wollen. Nicht für eine Leistung, nicht für ein Werk, sondern für eine Tat. In seiner Vorstellung war der Serienmörder eine Figur von Macht, Kontrolle und öffentlicher Aufmerksamkeit – genau das, was ihm in seinem eigenen Leben fehlte. Die Opfer: Vertrauen als tödliche Falle Die Männer, die Colin Ireland auswählte, lebten offen oder zumindest selbstbewusst in einer Zeit, in der Homosexualität in Großbritannien zwar legal, aber gesellschaftlich noch immer mit Vorurteilen belastet war. Viele suchten Kontakte über Kleinanzeigen in Zeitungen – ein damals gängiger Weg, Gleichgesinnte kennenzulernen, lange vor Dating-Apps und sozialen Netzwerken. Ireland nutzte diese Anzeigen systematisch. Er gab sich als interessierter, höflicher Mann aus, oft unter falschem Namen. Er wirkte harmlos, ruhig, freundlich. Die Begegnungen fanden meist in den Wohnungen der Opfer statt – Orte, an denen sie sich sicher fühlten. Diese Sicherheit wurde ihnen zum Verhängnis. Die Opfer waren keine anonymen Figuren. Sie hatten Berufe, Freundeskreise, Hoffnungen. Einige waren erst vor Kurzem nach London gezogen, andere lebten seit Jahren in ihren Vierteln. Gemeinsam war ihnen nur, dass sie einem Fremden vertrauten, der ihre Offenheit ausnutzte. Die Tatserie: Mord als Methode Zwischen Juni und Juli 1993 tötete Colin Ireland fünf Männer in London. Die Taten folgten einem klaren Muster. Er wählte seine Opfer gezielt aus, besuchte sie in ihren Wohnungen und brachte sie durch Strangulation mit einem improvisierten Werkzeug um – häufig einem Kabel oder Seil, das er selbst mitbrachte. Es gab keine Anzeichen sexueller Gewalt, keine chaotische Brutalität. Die Tatorte wirkten kontrolliert, beinahe klinisch. Ireland blieb oft noch eine Zeit lang in den Wohnungen, ordnete Gegenstände, wusch sich. In manchen Fällen hinterließ er Botschaften oder Hinweise, die später als bewusste Provokationen gegenüber den Ermittlern interpretiert wurden. Besonders verstörend war, dass Ireland offenbar wollte, dass man ihn erkannte – nicht als Mensch, sondern als Täter. Er suchte die Öffentlichkeit, schrieb Briefe an Medien und Polizei, in denen er Details nannte, die nur der Mörder kennen konnte. Er stilisierte sich selbst zum „Jäger“, seine Opfer zu bloßen Statisten in einer Inszenierung. Ermittlungen: Puzzleteile eines Grauens Die Londoner Polizei stand unter enormem Druck. Die Parallelen zwischen den Taten waren offensichtlich, ebenso die Angst in der schwulen Community. Ermittler arbeiteten rund um die Uhr, analysierten Anzeigen, überprüften Treffpunkte, befragten Freunde und Bekannte der Opfer. Ein entscheidender Durchbruch gelang, als ein Mann einen Angriff überlebte. Er konnte den Täter beschreiben, berichtete von der Methode, der ruhigen, fast sachlichen Art des Angreifers. Diese Aussage bestätigte die Vermutung eines Serienmörders und lieferte erste konkrete Ansatzpunkte. Hinzu kamen die ...
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  • Im Schatten von Clairemont
    Jan 7 2026
    ---werbung---N26 ein kostenloses, mobiles Konto, das du in wenigen Minuten eröffnest JETZT KOSTENLOS ANMELDEN!---werbung--- Einstieg: Der Moment, in dem das Töten endete Es war ein kühler Morgen im Frühjahr 1991, als Polizeisirenen die sonst ruhige Wohngegend von Clairemont Mesa durchbrachen. In einem Apartmentkomplex, der aussah wie viele andere in San Diego – beige Fassaden, gepflegte Rasenflächen, Palmen im Innenhof –, klickten Handschellen. Ein junger Mann wurde von Beamten abgeführt, den Blick gesenkt, der Körper angespannt. Nach außen wirkte er unscheinbar, fast verloren. Doch für die Ermittler bedeutete dieser Moment das mögliche Ende einer Mordserie, die monatelang Angst und Misstrauen gesät hatte. Der Name des Mannes lautete Cleophus Prince Jr.. In den Akten sollte er später als einer der berüchtigtsten Serienmörder Kaliforniens geführt werden. Für San Diego war er bereits jetzt der Mann, der sechs Frauen das Leben genommen hatte – leise, brutal, scheinbar zufällig. Ein Täter ohne auffällige Spuren Cleophus Prince Jr. wurde im Sommer 1967 in Birmingham, Alabama, geboren. Er wuchs als ältestes von mehreren Geschwistern in einem instabilen familiären Umfeld auf. Der Vater war gewalttätig, mehrfach vorbestraft, die Familie häufig mit finanziellen Problemen konfrontiert. In späteren Interviews beschrieben Verwandte eine Kindheit, die von Unsicherheit, Autorität und Angst geprägt gewesen sei. Prince galt als ruhig, fast zurückgezogen. Lehrer erinnerten sich an einen durchschnittlichen Schüler ohne besondere Auffälligkeiten. Nach dem Schulabschluss trat er in die US-Navy ein – ein Schritt, der als Chance auf Stabilität und Struktur gesehen wurde. Doch auch dort hielt er sich nicht lange. Wegen Diebstahls wurde er unehrenhaft entlassen. Kurz darauf verbüßte er eine kurze Haftstrafe. Ende der 1980er-Jahre zog Prince nach San Diego. Die Stadt bot Arbeit, Anonymität und ein mildes Klima. Er lebte in wechselnden Apartments, arbeitete zeitweise in Gelegenheitsjobs und frequentierte Fitnessstudios in den Vierteln Clairemont und University City. Nach außen führte er ein unauffälliges Leben – genau das machte ihn später so gefährlich. Die Opfer: Sechs Frauen, sechs zerstörte Lebenslinien Zwischen Januar und September 1990 wurden in San Diego sechs Frauen ermordet. Sie unterschieden sich in Alter, Herkunft und Lebenssituation – doch sie alle lebten allein oder waren in Momenten der Privatheit besonders verletzlich. Tiffany Schultz, 20 Jahre, StudentinJanene Weinhold, 21 Jahre, junge BerufseinsteigerinHolly Tarr, 18 Jahre, zu Besuch bei ihrem BruderElissa Keller, 38 Jahre, berufstätig, alleinlebendPamela Clark, 42 Jahre, MutterAmber Clark, 18 Jahre, ihre TochterDie Namen stehen für mehr als nur statistische Einträge. Jede von ihnen hatte Pläne, Beziehungen, Routinen. Ihr Tod kam nicht im öffentlichen Raum, sondern in Wohnungen, Badezimmern, Schlafzimmern – dort, wo Menschen sich sicher fühlen. Der Beginn der Mordserie Am 12. Januar 1990 wurde Tiffany Schultz tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Sie war erstochen worden. Die Tat schockierte die Nachbarschaft, doch zunächst gingen die Ermittler von einem Einzelfall aus. Es gab keine Einbruchsspuren, keine Zeugen, keine klare Täterbeschreibung. Nur wenige Wochen später folgte der nächste Mord. Janene Weinhold wurde in ihrer Wohnung getötet. Auch sie wies multiple Stichverletzungen auf. Wieder fehlten klare Spuren. Die Polizei begann, Parallelen zu erkennen, hielt sich jedoch mit öffentlichen Aussagen zurück. Als im April desselben Jahres Holly Tarr ermordet wurde, verdichtete sich der Verdacht, dass San Diego es mit einem Serienmörder zu tun hatte. Tarr war Gast im Apartment ihres Bruders. Ein Wartungsarbeiter hörte Geräusche, sah eine dunkle Gestalt fliehen. Zum ersten Mal gab es eine vage Personenbeschreibung. Ein Muster wird sichtbar Die Taten folgten keinem zufälligen Chaos. Ermittler stellten fest, dass der Täter bevorzugt tagsüber zuschlug. Er nutzte unverschlossene Türen oder Fenster. Die Opfer befanden sich oft in Momenten, in denen sie sich unbeobachtet fühlten – beim Duschen, Umziehen oder Ausruhen. Die Tatwaffe war meist ein Messer aus dem Haushalt. Es gab keine Anzeichen von Raub. Die Gewalt war intensiv, persönlich, schnell. Die Tatorte lagen räumlich eng beieinander. Der Täter kannte die Gegend. Mit jedem Mord wuchs die Angst. Frauen änderten ihre Gewohnheiten, Nachbarschaften organisierten Nachtwachen, Fitnessstudios warnten ihre Mitglieder. Die Medien sprachen erstmals vom „Clairemont Killer“. Der Doppelmord als Wendepunkt Im September 1990 erreichte die Mordserie ihren grausamen Höhepunkt. Pamela und Amber Clark, Mutter und Tochter, wurden gemeinsam in ihrem Haus ermordet. Zwei Generationen, ausgelöscht in einem einzigen Angriff. Dieser Doppelmord veränderte alles. Der Druck auf die Ermittler wuchs massiv. Die Bevölkerung forderte Antworten,...
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  • Die Schatten von Perth
    Dec 6 2025
    ---werbung---N26 ein kostenloses, mobiles Konto, das du in wenigen Minuten eröffnest JETZT KOSTENLOS ANMELDEN!---werbung--- Einstieg – Die Nacht, die alles veränderte Es war kurz nach 2 Uhr morgens, als die junge Frau barfuß und halb entblößt die Haustür in der Bayley Street 3 in Willagee erreichte. Sie klopfte, dann hämmerte sie, verzweifelt, zitternd vor Kälte und Schock. Drinnen schreckte ein älteres Ehepaar aus dem Schlaf. Als die Tür geöffnet wurde, brach die Frau weinend zusammen. „Sie wollen mich töten“, stammelte sie. „Er heißt David Birnie. Seine Frau ist auch dabei.“ Dieser Moment – der panische Hilferuf einer 17-Jährigen – sollte in die Kriminalgeschichte Australiens eingehen. Nur wenige Stunden später würden Polizisten in einem unscheinbaren Haus in der Moorhouse Street Beweise für eine grausame Mordserie finden, die die Öffentlichkeit fassungslos machte. Die Täter: ein unscheinbares Paar aus der Arbeiterklasse, dessen Namen fortan als „The Birnie Serial Killers“ in den Archiven vermerkt wurde. Hintergrund der Täter – Das Leben vor den Morden David Birnie – Eine Biografie des sozialen Abstiegs David John Birnie wurde 1951 in Perth geboren und wuchs in einem Milieu auf, das von Armut, Kriminalität und massiver Vernachlässigung geprägt war. Zeitzeugen beschrieben das Elternhaus später als chaotisch, laut, häufig alkoholgetränkt. Berichte über Gewalt und Grenzüberschreitungen gehörten zur Familiengeschichte. Schon früh fiel David durch Tierquälerei, Diebstähle und aggressives Verhalten auf. Er brach die Schule ab, verlor schnell die wenigen Jobs, die er bekam, und entwickelte ein Muster aus impulsivem Verhalten und verstärkten sexuellen Fantasien, die er später ungefiltert auslebte. Mit 12 Jahren begegnete er erstmals dem Mädchen, das später seine Partnerin in einer der berüchtigtsten Mordserien Australiens werden sollte: Catherine Harrison. Catherine Birnie – Zwischen Heimen, Gewalt und Abhängigkeit Catherine wurde 1951 geboren. Ihre frühe Kindheit war von instabilen Beziehungsstrukturen geprägt. Nach dem Tod ihrer Mutter kam sie in staatliche Betreuung, später in Pflegefamilien, wo sie Misshandlungen und fehlende Bindungen erlebte. Mit 14 Jahren lernte sie David näher kennen. Es war eine Beziehung mit klaren Machtverhältnissen – David dominierte, Catherine folgte. Als er wegen diverser Delikte verurteilt wurde, heiratete sie kurz darauf einen anderen Mann. Doch die Ehe hielt nicht. Als David wieder frei war, suchten sie sich erneut. 1985, beide inzwischen in ihren 30ern, zogen sie zusammen. David arbeitete in einem örtlichen Autohof, Catherine als Beifahrerin in seinem zunehmend gewalttätigen Alltag. Ihr Haus in der Moorhouse Street wurde bald zum Zentrum ihrer gemeinsam entwickelten Fantasie: die Jagd auf Frauen. Die Opfer – Frauen am Rand der Gesellschaft, mitten im Leben Zwischen Oktober und November 1986 verschwanden vier Frauen spurlos. Sie waren zwischen 15 und 31 Jahre alt, kamen aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen und hatten eines gemeinsam: Sie waren zur falschen Zeit am falschen Ort. Die Birnies sprachen später von „Gelegenheiten“. Die Ermittler von „kaltblütiger Planung“. In allen Fällen lockte das Paar die Opfer zunächst ins Auto oder ins Haus – David am Steuer, Catherine als Köder. Tatserie – Der Ablauf einer mörderischen Spirale Ein Monat der Gewalt: Oktober bis November 1986 Die Mordserie begann am 6. Oktober 1986, als eine 22-jährige Frau verschwand. Es folgten drei weitere Morde im Abstand weniger Tage. Ihre Körper wurden später in abgelegenen Waldgebieten südlich von Perth gefunden. Die Ermittler rekonstruierten ein Muster: 1. Auswahl: Die Opfer wurden meist zufällig ausgewählt, oft an Bushaltestellen oder auf dem Heimweg. 2. Täuschung: Catherine sprach die Frauen an – mit einer Bitte um Hilfe, einer kurzen Frage oder der Einladung, mitzufahren. 3. Kontrolle: Im Haus wurden die Frauen gefesselt, bedroht und stundenlang missbraucht. 4. Mord: Die Tötungen erfolgten mit Strangulation oder Messerangriffen, meist durch David. 5. Beseitigung: Die Opfer wurden in entlegene Waldstücke im Darling Range gebracht und eilig verscharrt. Das Schema der Komplizenschaft Auffällig war die klare Rollenverteilung: David agierte als dominanter Täter.Catherine stabilisierte die Situation, hielt Opfer ruhig, kontrollierte Fluchtwege.Beide bezeichneten später ihre Taten als „gemeinsames Projekt“. Psychologen sprachen von einer extremen Form der Co-Abhängigkeit, in der Gewalt ein zentraler Bestandteil der Beziehung wurde. Der Wendepunkt – Die Flucht der 17-Jährigen Am 10. November 1986 entführten die Birnies eine 17-jährige Schülerin, nachdem sie an einer Bushaltestelle gestanden hatte. Sie durchlebte dieselben Qualen wie die Opfer zuvor. Doch sie besaß etwas, das den anderen verwehrt geblieben war: eine Gelegenheit. Als David am ...
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  • Die Witwe aus Kyoto
    Nov 25 2025
    ---werbung---N26 ein kostenloses, mobiles Konto, das du in wenigen Minuten eröffnest JETZT KOSTENLOS ANMELDEN!---werbung---Einstieg: Der Moment der Wahrheit Es war ein milder Novembermorgen im Jahr 2014, als sich im Polizeihauptquartier von Kioto ein Raum füllte, der sonst für Routineverhöre genutzt wurde. Auf dem Stuhl in der Mitte: eine zierliche, unscheinbar wirkende Frau, 67 Jahre alt, die Hände ruhig gefaltet, der Blick wie in weiter Ferne. Chisako Kakehi, die in der japanischen Presse längst als Kuroi Kaseifu – „die schwarze Witwe“ – bezeichnet wurde, hörte den Ermittlern beinahe unbeteiligt zu, während sie die Ergebnisse toxikologischer Analysen erläuterten. Cyanid war im Körper ihres zuletzt verstorbenen Mannes gefunden worden. Und nicht nur dort. Am Ende dieses Vormittags schob ein Ermittler einen Aktenordner zur Mitte des Tisches. Darin: Daten, Briefe, Versicherungsunterlagen, medizinische Befunde – ein Puzzle, das sich über Jahre erstreckt hatte. Kakehi blickte auf die Dokumente, hob kurz die Augenbrauen und sagte mit leiser Stimme: „Sō desu ka…“ – Ach so. Es war die beinahe beiläufige Reaktion einer Frau, die zu diesem Zeitpunkt bereits im Verdacht stand, mindestens vier Männer vergiftet zu haben. Einer von ihnen war ihr Ehemann, mit dem sie nur einen Monat verheiratet gewesen war. Hintergrund Täter & Opfer Die Biografie der Täterin Chisako Kakehi wurde 1946 in der Präfektur Saga auf Kyūshū geboren, einer ländlichen Region im Süden Japans. Ihre Kindheit wurde später als „unauffällig“ beschrieben: mittelständische Familie, konservative Erziehung, keine dokumentierten Auffälligkeiten. Sie arbeitete ab den späten 1960er-Jahren in einer Druckerei in Osaka. Kollegen erinnerten sich später an eine zurückhaltende Frau, die kaum auffiel – pflichtbewusst, ruhig, höflich, beinahe unsichtbar. 1970 heiratete sie ihren ersten Ehemann, mit dem sie mehrere Jahrzehnte zusammenlebte. Freunde beschrieben die Ehe als stabil, aber unspektakulär. Finanziell gerieten beide immer wieder in Schwierigkeiten. Gesundheitsprobleme des Mannes verschärften die Lage. Als er 1994 starb, sprach lange niemand von Verdacht. Erst Jahre später, im Zuge der Ermittlungen, wurden frühere Todesfälle in ihrem Umfeld neu bewertet. Weg in die Einsamkeit – und in das digitale Heiratsgeschäft Nach dem Tod ihres ersten Mannes begann Kakehi Kontakte zu neuen Partnern über japanische Partnervermittlungsportale zu knüpfen. Viele dieser Plattformen richteten sich speziell an Senioren, die nach langfristigen Beziehungen suchten. Besonders gefragt waren wohlhabende, verwitwete Männer. Kakehi präsentierte sich online als warmherzige, offene Frau, die „noch einmal von vorn beginnen“ wolle. Die Männer, die mit ihr in Kontakt traten, hatten Gemeinsamkeiten: Sie waren meist über 60, finanziell abgesichert, oft gesundheitlich angeschlagen – und suchten Gesellschaft. Einige lebten allein. Andere hatten komplizierte Familiengeschichten. Viele wiesen in ihren Profilen offen auf ihre Versicherungspolicen hin, wie es in Japan nicht unüblich ist. Was sie nicht wussten: Kakehi hatte die Fähigkeit, sich exakt auf die Erwartungen ihrer Gegenüber einzustellen. Ermittler sagten später, sie habe ein „feines Gespür für Bedürfnisse, Schwächen und mögliche Vorteile“, die sich aus den Beziehungen ergeben konnten. Die Opfer Vier Männer wurden später im Zusammenhang mit Kakehis Handlungen genannt. Drei davon starben an einer Cyanidvergiftung, ein vierter überlebte knapp. Die Opfer waren: Ihr Ehemann Isao Kakehi (75), mit dem sie erst 2013 den Bund der Ehe geschlossen hatte. Wenige Wochen nach der Hochzeit bricht er zusammen – in seinem Blut findet man Cyanid.Ein früherer Partner (71), der 2012 starb, nachdem er plötzlich bewusstlos geworden war.Ein Bekannter (75), dem sie bei einem Treffen Getränke servierte, kurz bevor er kollabierte.Ein weiterer Mann (69), der nach einem Treffen mit ihr schwer vergiftet wurde, aber ärztliche Hilfe rechtzeitig erhielt.Keiner der Männer hatte ahnen können, dass die Frau, die in ihren Nachrichten Zuneigung und Fürsorge ausdrückte, sie nur als Teil eines Systems betrachtete, das sich finanziell für sie lohnen sollte. Die Tatserie und das Muster Ein Gift, das kaum Spuren hinterlässt Cyanid – das Gift, das später in mehreren Körpern gefunden wurde – ist im industriellen Japan kein unbekannter Stoff. Es wird in kleinsten Mengen in einigen Metallverarbeitungsbetrieben verwendet, in Laboren oder in der Schmuckproduktion. Die Ermittler stellten später fest, dass Kakehi über frühere berufliche Kontakte Bescheid wusste, wie man den Stoff lagert und handhabt. Der Besitz von Cyanid ist streng reguliert, aber nicht vollkommen unmöglich – besonders, wenn man weiß, wie man es beschaffen kann. Der Ablauf der Taten Die Taten folgten einem wiederkehrenden Muster: Aufnahme von Kontakt Die Männer lernten Kakehi ...
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  • Der Mann, der Amerika erschaudern ließ – Die wahre Geschichte des Albert Fish
    Nov 23 2025
    ---werbung---N26 ein kostenloses, mobiles Konto, das du in wenigen Minuten eröffnest JETZT KOSTENLOS ANMELDEN!---werbung---Einstieg: Der Moment der Entdeckung Der Brief lag unscheinbar auf dem Küchentisch der Familie Budd, adressiert an die Mutter des verschwundenen Kindes. Der Umschlag war vergilbt, der Stempel kaum lesbar – doch das, was sich darin befand, würde den Ermittlern einen der wohl verstörendsten Kriminalfälle der amerikanischen Geschichte eröffnen. Als die Zeilen öffentlich wurden, war schnell klar, dass die Suche nach dem mutmaßlichen Täter einen Wendepunkt erreicht hatte. Die Polizei New Yorks, seit Jahren auf der Spur eines Mannes, für dessen Auftreten es kaum eine einheitliche Beschreibung gab, erhielt durch diesen Brief endlich den Hinweis, der ihnen fehlen sollte: eine Spur, die direkt zu Albert Fish führte. Der Moment, in dem Ermittler Frank Geyer in einem kleinen Apartment in der 52. Straße die Tür hinter sich schloss und den alten, unscheinbaren Mann mit grauem Haar festnahm, war sachlich, schnell, beinahe unspektakulär. Doch in diesem Augenblick war den Beamten bewusst, dass sie einem der rätselhaftesten und gefährlichsten Täter der US-Geschichte gegenüberstanden. Der Fall, der jahrelang die Öffentlichkeit beunruhigt hatte, fand hier seinen potenziellen Abschluss – und gleichzeitig den Anfang einer intensiven Aufarbeitung. Hintergrund Täter: Die Biografie eines Mannes ohne Halt Albert Fish wurde 1870 in Washington, D.C., geboren – in eine Familie, die über Generationen hinweg mit psychischen Erkrankungen, Suchtproblemen und sozialer Instabilität zu kämpfen hatte. Schon früh erlebte er den Verlust seines Vaters; seine Mutter war finanziell und emotional überfordert. Fish verbrachte prägende Kindheitsjahre in einem Waisenhaus, das später immer wieder in seinen Aussagen auftauchte: ein Ort, an dem körperliche Züchtigung, Demütigung und Härte den Alltag bestimmten. Aus späteren psychologischen Gutachten ging hervor, dass Fish dort Verhaltensmuster entwickelte, die sich in der Erwachsenenzeit verstärkten. Als junger Mann zog er nach New York City, wo er zunächst Gelegenheitsarbeiten annahm und über Jahre hinweg ein unauffälliges Leben führte. Er heiratete, wurde Vater mehrerer Kinder und galt in der Nachbarschaft als zurückhaltender, höflicher Mann, der gelegentlich religiöse Exzesse zeigte, aber im Wesentlichen als harmlos wahrgenommen wurde. Doch hinter dieser bürgerlichen Fassade entwickelte sich eine Parallelwelt aus Fantasien, Kontrollzwang und tiefen psychischen Störungen. Die psychiatrischen Gutachter, die ihn später untersuchten, beschrieben ein Geflecht aus Wahnvorstellungen, religiöser Verzerrung und sexualpathologischen Obsessionen. Fischs inneres Leben entzog sich nahezu vollständig der gewöhnlichen Logik krimineller Motive. In Vernehmungen sprach er von „Berufungen“, „Stimmen“ und „Zeichen“, die er interpretiert hatte. Die Diskrepanz zwischen dem schwächlich wirkenden älteren Mann und der Gewalt seiner Taten ließ selbst erfahrene Ermittler ratlos zurück. Hintergrund Opfer: Familien im Amerika der 1920er-Jahre Die Opfer Albert Fishs stammten fast ausnahmslos aus sozial benachteiligten Familien oder befanden sich in Lebensumständen, in denen sie besonders verletzlich waren. In einem New York, das während der 1920er- und frühen 1930er-Jahre steigende Armut, Arbeitslosigkeit und unzureichende staatliche Schutzmechanismen kannte, waren die Lebenswelten der Kinder oft geprägt von engen Wohnverhältnissen, prekären Einkommenssituationen und dem Vertrauen gegenüber Erwachsenen, die ihre Hilfe anboten. Fish nutzte dieses Umfeld strategisch aus. Er gab sich als Arbeitsvermittler aus, bot angebliche Gelegenheitsjobs oder Hilfsarbeiten an und führte Kinder oder Jugendliche unter dem Vorwand neuer Chancen aus ihrem Umfeld heraus. Die Familien, die ihre Angehörigen verloren, berichteten später von einem Gefühl der Ohnmacht, einem kollektiven Versagen der sozialen Sicherheitssysteme, die solche Taten nicht verhindern konnten. Tatserie und Tatablauf: Ein Muster der Täuschung Die Verbrechen Albert Fishs lassen sich weder in eine einfache Chronologie noch in ein klassisches Täterprofil einordnen. Die Ermittler stellten jedoch Muster fest: Fish suchte gezielt nach Gelegenheiten, Kinder oder Jugendliche anzusprechen, indem er sich als wohlmeinender älterer Herr ausgab. Seine Begegnungen wirkten zufällig, doch rückblickend ergab sich für die Behörden ein Bild jahrelanger systematischer Beobachtung. Die Entführung von Grace Budd Der Fall der zehnjährigen Grace Budd sollte später der zentrale Ankerpunkt der gesamten Ermittlungen werden. Die Familie Budd war eine Arbeiterfamilie in Harlem, die verzweifelt nach besseren Einkommensmöglichkeiten suchte. Fish, der sich unter falschem Namen als wohlhabender Farmer ausgab, erschien im Frühjahr 1928 bei ihnen zu Hause und bot dem älteren ...
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  • Der Mann, der die Stadt fürchtete
    Nov 18 2025
    ---werbung---N26 ein kostenloses, mobiles Konto, das du in wenigen Minuten eröffnest JETZT KOSTENLOS ANMELDEN!---werbung--- Einstieg – Die Nacht, in der die Maskerade zerbrach Es war kurz nach Mitternacht, als sich im Juli 1989 in einer Seitenstraße des damals noch Madras genannten Chennai mehrere Polizeifahrzeuge langsam durch die stickige Hitze drängten. Die Luft roch nach Abgasen, Meer und jener Mischung aus Staub und Diesel, die den Hafenbezirk von Thiruvanmiyur prägte. Anwohner spähten aus Fenstern, verwundert über die ungewöhnliche Aktivität. Vor einer schmalen Hütte, kaum mehr als ein Verschlag aus Blech und Holz, stoppte der Konvoi. Beamte stiegen aus, schulterten Taschenlampen, zogen die Waffen nur halb – ein Zeichen, dass Gefahr möglich, aber nicht sicher war. Die Männer hatten einen Hinweis erhalten, präzise genug, um den Einsatz noch in derselben Nacht zu starten: Gowri Shankar, in der ganzen Stadt inzwischen nur unter einem Namen gefürchtet – Auto Shankar –, sollte sich hier verstecken. Der Mann, dem die Polizei eine Serie brutaler Morde zuschrieb, war seit Wochen auf der Flucht. Als die Tür eingetreten wurde, brach die Fassade seiner jahrelangen Schutznetze zusammen. Shankar saß auf einer Matte am Boden, erschöpft, unrasiert, aber erstaunlich gefasst. Er hob langsam die Hände, so als wisse er, dass dieser Moment unausweichlich gewesen war. Für die Ermittler war es die Festnahme eines Serienmörders. Für die Stadt Madras aber markierte dieser Augenblick den Beginn einer Wahrheit, die noch erschreckender war als die Taten selbst: Die bevorstehende Aufarbeitung würde zeigen, dass Shankar nicht nur ein Mörder war – sondern ein Produkt eines Systems, das organisierte Kriminalität, korrupte politische Strukturen und tiefe soziale Verwundbarkeit begünstigte. Hintergrund – Wer war Auto Shankar? Ein Leben am Rand Gowri Shankar wurde 1954 in Tamil Nadu geboren, in bescheidenen Verhältnissen, wie sie für viele Familien der Region typisch waren. Über seine Kindheit existieren nur bruchstückhafte, aber übereinstimmende Beschreibungen: Armut, unregelmäßige Schulbildung, kaum berufliche Perspektiven. In den 1970er-Jahren zog er nach Madras, damals ein pulsierendes urbanes Zentrum, das gleichzeitig Magnet für Arbeitssuchende und Brutstätte für Kriminalität war. Shankar fand zunächst Gelegenheitsjobs, schließlich ein Autorickshaw, das ihm nicht nur Einkommen, sondern auch eine gewisse Unabhängigkeit verschaffte. Bald wurde aus Gowri Shankar „Auto Shankar“, ein Spitzname, der zunächst harmlos klang – bis er Jahrzehnte später für ein Kapitel kriminalhistorischer Brutalität stehen sollte. Der Weg ins Rotlichtmilieu Shankar bewegte sich in einem sozialen Gefüge, in dem Armut, Migration und die Suche nach schnellem Geld eng verwoben waren. In den 1980er-Jahren stieg er vom einfachen Fahrer zum Mittelsmann im Rotlichtmilieu auf. Er vermittelte Prostituierte, organisierte Unterkünfte, kontrollierte bestimmte Straßenzüge. Der Übergang zu Gewalt scheint fließend gewesen zu sein. Zeugen beschrieben ihn später als charismatisch, aber impulsiv, jemand, der Loyalität einforderte und brutale Konsequenzen zog, wenn man ihn verriet. Seine Macht basierte nicht nur auf Einschüchterung, sondern auf seinen Kontakten zu lokalen Politikern und Polizisten, die ihn jahrelang schützten – ein zentraler Aspekt, der nach seiner Verhaftung landesweit Empörung auslöste. Die Opfer – Unsichtbare Frauen einer unsichtbaren Welt Die meisten der später identifizierten Opfer waren junge Frauen aus prekären Verhältnissen, viele von ihnen im Rotlichtmilieu tätig oder dorthin gedrängt worden. Ihre Namen stehen in Indien heute sinnbildlich für eine gesellschaftliche Realität, in der Frauen aus sozioökonomisch schwachen Gruppen kaum Schutz vor Gewalt und Ausbeutung hatten. Die Geschichten dieser Frauen blieben lange im Schatten – nicht nur, weil ihre Lebensumstände sie verwundbar machten, sondern auch, weil Polizei und Politik wenig Interesse daran zeigten, sie zu schützen. Für eine sorgfältige Reportage über diesen Fall ist es entscheidend, diese strukturellen Hintergrundbedingungen sichtbar zu machen. Die Tatserie – Wie eine Spur aus Vermisstenanzeigen zu einem Muster wurde Shankar wird in offiziellen Berichten mit mindestens sechs Morden zwischen 1988 und 1989 in Verbindung gebracht. Die genaue Zahl bleibt unklar; verschiedene Medienberichte und Recherchearbeiten lassen offen, ob die Dunkelziffer höher liegt. 1988 – Das Verschwinden beginnt Als die junge Frau Lalitha verschwand, fiel dies zunächst kaum auf. Frauen aus dem Rotlichtmilieu verschwanden immer wieder – manche flohen vor Zuhältern, manche wechselten Städte. Erst als weitere Frauen verschwanden, darunter Premalatha und Sudalai, wurde erkennbar, dass hier ein Muster vorlag. Wohl wissend, dass viele seiner Opfer keine familiäre Rückendeckung hatten, konnte ...
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  • Der „Bestie von British Columbia“ auf der Spur
    Nov 16 2025
    ---werbung---N26 ein kostenloses, mobiles Konto, das du in wenigen Minuten eröffnest JETZT KOSTENLOS ANMELDEN!---werbung---Einstieg: Der Tag der Festnahme Ein kühler Augustmorgen im Jahr 1981. Das Zwielicht lag noch über den Straßen von Vancouver, als Beamte der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) mit der Telefonnummer des Mannes ankamen, von dem sie bereits ahnten, dass er mehr wusste, als gut für ihn war. Im Haus von Clifford Robert Olson Jr. schlug die Tür auf — Augenblicke später war er festgenommen. Nicht durch akute Tatbeobachtung, sondern durch ein Ermittlernetzwerk, das Hinweis um Hinweis gesponnen hatte. Die Verhaftung am 12. August 1981 beendete eine monatelange Serie von Entführungen und Morden an Kindern und Jugendlichen — elf Opfer zählten die Behörden später. Der Mann, der nun in Handschellen abgeführt wurde, war kein unbeschriebenes Blatt. Jahrzehntekrimineller Hintergrund, höflich, gewandt, aber mit einem inneren Dunkel, das kaum jemand durchschaut hatte. In den folgenden Tagen kam es zu einem Deal: Olson gestand die Taten, zeigte die Fundorte unerkannter Leichen — und erzwang damit eine Debatte über Gerechtigkeit, Wahrung der Opfer und die Moral von Vereinbarungen mit einem Monster.In jenem Augenblick, als die Handschellen klickten, begann nicht nur das vorläufige Ende einer Mordserie — sondern der Anfang einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit Tätermotiven, Systemfehlern und der Frage, wie Gesellschaften mit dem Unfassbaren umgehen. Hintergrund – Täter und Opfer Biografie des Täters Clifford Robert Olson Jr. wurde am 1. Januar 1940 in Vancouver, British Columbia, Kanada, geboren. Schon früh trat eine verworrene Spur krimineller Handlungen auf: Im 1957 wurde er erstmals wegen Einbruch, Diebstahl und Sachbeschädigung verurteilt; in den 1960er und 70er Jahren folgten Dutzende weitere Urteile für bewaffneten Raub, Einbruch, Flucht und Betrug.Seine Persönlichkeit wurde nach der Festnahme psychiatrisch untersucht: Ein Gutachten bescheinigte ihm laut Medienbericht auf der „Psychopathy Checklist“ 38 von 40 Punkten — die Skala, mit der Psychopathie gemessen wird. Olson war charmant im Auftreten, oft redegewandt, gleichzeitig aber rücksichtslos, manipulierend und gewaltbereit. Seine Ehe mit einer jungen Frau beruhigte seine Fassade – nach außen hin war er freundlicher Familienvater, nach innen trug er Ängste, Argwohn und eine tief gespaltene Persönlichkeit. In Untersuchungshaft schilderte Olson selbst, er habe durch Gespräche mit Zellengenossen in Jugendhaft ein sexuelles Interesse an Kindern entwickelt – eine Aussage, deren wahre Bedeutung schwer einzuschätzen ist, da sie zugleich Teil seiner Darstellung war. Opfer – Wer waren die Jungen? Die elf bekannten Opfer waren zwischen 9 und 18 Jahre alt. Ihre Namen wurden in der Öffentlichkeit genannt, ihre Familien schlossen sich zu Opfervertretungen zusammen. Es waren Mädchen und Jungen, Einzelreisende, Pendlerinnen und Jugendliche aus dem Großraum Vancouver – häufig waren sie auf dem Heimweg oder unterwegs zu Freunden, als Olson zuschlug. Ihre Leben wurden brutal abgebrochen – und sie stehen stellvertretend für die Unsicherheit, der viele Familien jener Zeit ausgeliefert waren. Die Opfer haben Namen bekommen – nicht nur Nummern in der Kriminalstatistik. Hinter jeder Leiche stand eine Familie, eine Geschichte, eine verlorene Zukunft. Tatserie / Tatablauf Die Tatserie begann im Zeitraum von Sommer 1980 und dauerte bis in den August 1981. Im Rückblick läßt sich ein gewisses Muster erkennen – gleichzeitig gibt es für einzelne Taten Besonderheiten. Olsons erstes bekanntes Opfer wurde im November 1980 ermordet – genaues Datum: 19. November. Danach folgten im Frühjahr und Sommer 1981 weitere Entführungen und Morde. Beispielsweise wurde am 25. Juli 1981 die vierzehnjährige Judy Kozma bei Weaver Lake in der Region New Westminster tot aufgefunden. Zwei Tage später folgte der Fund der Leiche der 18-jährigen Sigrun Arnd, einer deutschen Touristin in Kanada. Zwischen den einzelnen Taten vergingen jeweils nur wenige Tage – häufig griff Olson schneller zu, als die Polizei vermuten konnte. Die Vorgehensweise: Er suchte sich Mädchen oder Jugendliche aus, oft isoliert, entführte sie, brachte sie an abgelegene Orte, folterte und ermordete sie, teilweise mit sexueller Gewalt, teilweise mittels Erwürgung oder Schlagwerkzeug. Der Körper wurde dann in Waldgebieten, Seen oder abgelegenen Landstrichen abgestellt. Ein weiteres Opfer, Terri Lyn Carson (15), wurde am 27. Juli 1981 ermordet. Die letzte bekannte Tat ereignete sich am 30. Juli 1981 mit der 17-jährigen Louise Chartrand. Wichtig: Bei den Ermittlern entstand das Bild eines Täters, der mit einer geschickten Täuschung arbeitete – freundlich, vertrauensvoll, dem Opfer scheinbar ungefährlich. Dann aber entfaltete sich die Gewalt. Auch geografisch spielte British Columbia eine zentrale Rolle – die ...
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