Der „Landru des Tiber“ – Der Fall Cesare Serviatti copertina

Der „Landru des Tiber“ – Der Fall Cesare Serviatti

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---werbung---N26 ein kostenloses, mobiles Konto, das du in wenigen Minuten eröffnest JETZT KOSTENLOS ANMELDEN!---werbung---Einstieg – Zwei Koffer, ein Bahnhof, ein Land im Schock Es war ein kalter Morgen Ende November 1932, als Bahnangestellte am Hauptbahnhof von Neapel auf zwei herrenlose Koffer aufmerksam wurden. Sie standen unbeachtet am Rand eines Bahnsteigs, unscheinbar, wie tausend andere Gepäckstücke, die täglich durch die großen Bahnhöfe Italiens reisten. Doch irgendetwas war anders. Ein stechender Geruch lag in der Luft. Als die Koffer geöffnet wurden, erstarrten die Umstehenden. In Zeitungspapier gewickelt, sorgfältig mit Sägespänen bedeckt, lagen menschliche Körperteile. Nur wenige Stunden später wiederholte sich das Grauen in Rom. Am Bahnhof Termini wurde ein weiterer Koffer entdeckt – ebenfalls mit menschlichen Überresten gefüllt. Die Ermittler stellten schnell fest: Die Körperteile gehörten zu ein und derselben Frau. Italien war schockiert. Wer hatte eine Frau ermordet, zerstückelt und ihre Überreste quer durch das Land transportiert? Und warum? Diese Koffer markierten den Anfang vom Ende eines Mannes, der jahrelang im Verborgenen getötet hatte: Cesare Serviatti. Der Täter – Cesare Serviatti Cesare Serviatti wurde im Jahr 1880 in der Kleinstadt Subiaco geboren. Seine Kindheit war geprägt von Armut, Vernachlässigung und frühem Verlust. Beide Eltern starben, als er noch jung war. Zeitgenössische Berichte zeichnen das Bild eines Einzelgängers, der früh auffällige Verhaltensweisen zeigte. Schon als Kind soll er eine ungewöhnliche Faszination für Tod und Gewalt entwickelt haben. Im Erwachsenenalter führte Serviatti ein unstetes Leben. Er arbeitete zeitweise als Krankenpfleger, verlor diese Anstellung jedoch nach Vorwürfen, Patienten misshandelt zu haben. Später verdingte er sich als Metzger – ein Beruf, der ihm anatomische Kenntnisse vermittelte, die später eine grausame Rolle spielen sollten. Er heiratete, bekam einen Sohn und lebte mit seiner Familie in einfachen Verhältnissen in Rom, nahe des Hauptbahnhofs. Nach außen wirkte Serviatti unscheinbar. Er war höflich, sprachgewandt, verstand es, Vertrauen zu erzeugen. Niemand in seinem Umfeld ahnte, dass er ein Doppelleben führte – eines, das von Manipulation, Habgier und Mord geprägt war. Die Opfer – Frauen auf der Suche nach einem Neuanfang Die Frauen, die Cesare Serviatti tötete, verband ein gemeinsames Schicksal. Sie waren alleinstehend, teilweise finanziell unabhängig, teilweise auf der Suche nach Sicherheit und Zuneigung. Sie lebten in einer Zeit, in der Frauen ohne Ehemann gesellschaftlich oft benachteiligt waren – und in der eine Heiratsanzeige als legitimer Weg galt, einen Partner zu finden. Pasqua Bartolini Tiraboschi war eine gebildete Frau, einst Sängerin, mit einem kleinen Vermögen. Beatrice „Bice“ Margarucci hatte Zeit im Ausland verbracht und verfügte über Ersparnisse. Paolina Gorietti arbeitete als Kellnerin in Neapel, bodenständig, hoffnungsvoll, überzeugt davon, dass ein neues Leben auf sie wartete. Für sie alle wurde Cesare Serviatti zum Versprechen – und schließlich zum Todesurteil. Die Tatserie – Chronologie eines Serienmörders Der erste Mord: La Spezia, 1928 1928 lockte Serviatti Pasqua Bartolini Tiraboschi nach La Spezia. Er hatte ihr die Ehe versprochen, ein gemeinsames Leben, Sicherheit. In einer gemieteten Unterkunft schlug er zu. Er tötete sie, zerstückelte den Körper und entsorgte die Überreste in einer Jauchegrube. Niemand suchte nach ihr. Niemand stellte Fragen. Der zweite Mord: Rom und der Tiber, 1930 Zwei Jahre später schaltete Serviatti erneut Kontaktanzeigen. Beatrice Margarucci antwortete. Sie zog zu ihm nach Rom. Wieder folgte die gleiche Choreografie: Vertrauen, Nähe, dann der Mord. Serviatti tötete sie, zerstückelte den Körper und verstaute die Überreste in einem Koffer. Diesen warf er von einer Brücke in den Tiber. Tage später wurden Körperteile an der Küste angespült – doch ein Zusammenhang wurde zunächst nicht erkannt. Der dritte Mord: Paolina Gorietti, 1932 Paolina Gorietti begegnete Serviatti über eine Anzeige. Sie schrieb Freundinnen voller Vorfreude, sprach von Heirat, von einer neuen Zukunft. Sie reiste nach La Spezia – und verschwand. Dieses Mal jedoch machte Serviatti einen Fehler. Statt den Körper spurlos zu entsorgen, packte er die Leiche in Koffer und verschickte sie per Bahn. Die Koffer wurden entdeckt. Und mit ihnen begann die Jagd. Die Ermittlungen – Ein Puzzle fügt sich zusammen Die Polizei stand zunächst vor einem Rätsel. Eine unbekannte Tote, zerstückelt, verteilt auf mehrere Städte. Erst als Ermittler begannen, Vermisstenanzeigen systematisch auszuwerten, stießen sie auf Paolina Gorietti. Der entscheidende Hinweis kam aus ihrem Umfeld: In Briefen hatte sie den Namen ihres neuen Partners erwähnt – Cesare Serviatti. Die Ermittler lokalisierten Serviatti in ...
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