10 Minuten Lyrik copertina

10 Minuten Lyrik

10 Minuten Lyrik

Di: Lukas Betzler
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»10 Minuten Lyrik«: Der Titel unserer Vortragsreihe an der Leuphana Universität Lüneburg ist Programm. Die Referent:innen – Lehrende und teils auch Studierende an der Leuphana – sprechen hier jeweils ca. zehn Minuten über ein Gedicht ihrer Wahl. Sie nehmen die klassischen oder modernen, schwierigen oder einfachen, deutsch- oder fremdsprachigen Verse in den Blick, fragen nach ihren Verfahren, ihrer Bedeutung, ihrer Geschichte, ihren Kontexten. Sie schlagen eine – oft dezidiert subjektive – Lektüre vor und eröffnen auf diese Weise einen Zugang zum Gedicht und der in ihm erzeugten Welt. Mit diesem Podcast verlassen die Vorträge nun die Hörsäle der Leuphana Universität Lüneburg und machen sich auf die Suche nach neuen Zuhörerschaften. »10 Minuten Lyrik« richtet sich an alle Lyrikinteressierten und Lyrikbegeisterten – und an solche, die es werden wollen. Ebenso richtet sich das Format aber auch an Hörer:innen, die für sich bisher noch keinen Zugang zur Lyrik gefunden haben. Man kann die Beiträge, ganz dem ursprünglichen Format entsprechend, als »Pausenfüller« hören, zum Beispiel in der Mittagspause oder unterwegs. Die Vorträge können genauso aber auch in der kultur- und literaturwissenschaftlichen Lehre, im schulischen Deutschunterricht, in Deutschkursen oder in anderen Kontexten der kulturellen Bildung verwendet werden. Den Podcast könnt ihr unter https://podcast.leuphana.de und auf allen gängigen Podcast-Plattformen hören. In den Shownotes der jeweiligen Folgen findet sich in den meisten Fällen der Gedichttext zum Nachlesen sowie Links zu weiterführenden Texten, in denen ihr mehr über das besprochene Gedicht oder über seine*n Autor*in erfahren könnt. Es gibt den Podcast außerdem auch bei Youtube, wo die Vorträge um Slides ergänzt sind, auf denen ihr den Gedichttext und manchmal auch noch mehr sehen könnt. -- Redaktion, Aufnahme, Schnitt, Postproduktion: Lukas Betzler Jingle: Daniel GrothkopfCC BY-NC-SA 4.0 Arte Scienze sociali
  • #04: Lukas Betzler über Sarah Kirsch – Schwarze Bohnen
    Oct 21 2026

    Ist Sarah Kirschs Gedicht Schwarze Bohnen von 1968 ein melancholisches, verzweifeltes, pessimistisches Gedicht? So unterschiedliche Leser wie Günther Deicke, dogmatischer Verfechter eines sozialistischen Realismus, und Marcel Reich-Ranicki, Literaturkritiker und Advokat der literarischen Moderne und Avantgarde, waren sich darüber jedenfalls einig. Lukas Betzler hingegen zeigt in seiner Lektüre, dass insbesondere Reich-Ranicki in seinem Beitrag zur Frankfurter Anthologie ein äußerst ungenauer Leser ist. Mit seinem männlichen Blick übersieht er, dass im Zentrum des Gedichts Verwandlungen – magische und weniger magische – stehen. Verwundern sollte das nicht, schließlich erschien das Gedicht im Band Zaubersprüche: Es enthält Gedichte, die, so Sarah Kirschs Hoffnung, „Hexen, wenn es sie gäbe, […] als Fachliteratur nutzen könnten“.

    Lukas Betzler ist Literatur- und Kulturwissenschaftler. Er hat an der Leuphana Universität Lüneburg promoviert und ist derzeit Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim.

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    Aus urheberrechtlichen Gründen kann das Gedicht an dieser Stelle leider nicht wiedergegeben werden. Bei Planet Lyrik lässt sich das Gedicht nachlesen: https://www.planetlyrik.de/lyrikkalender/sarah-kirschs-gedicht-schwarze-bohnen/

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    Weiterführende Links:

    Marcel Reich-Ranickis Beitrag zu „Schwarze Bohnen“ in der Frankfurter Anthologie: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/frankfurter-anthologie/marcel-reich-ranicki-in-der-frankfurter-anthologie-schwarze-bohnen-von-sarah-kirsch-12654855.html

    Auf der Planet-Lyrik-Seite zu Sarah Kirschs Zaubersprüchen finden sich u.a. das auf dem Cover der Erstausgabe abgedruckte Interview mit Sarah Kirsch sowie Adolf Endlers Beitrag „Sarah Kirsch und ihre Kritiker“ aus Sinn und Form 1/1975: https://www.planetlyrik.de/sarah-kirsch-zauberspruche/2010/11/

    Sehr empfehlenswert ist auch Peter Hacks’ 1974 in der Zeitschrift ndl erschienene Essay Der Sarah-Sound, in dem er nicht ohne Ironie, aber doch mit großer Präzision den Verfahren hinter Kirschs so unverwechselbaren Ton nachgeht: https://lyrikkritik.de/archive/2010/poetik/hacks_sarahsound.html

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    12 min
  • #03: Sven Kramer über Norbert Hummelt – weltnachrichten
    Oct 7 2026

    Welche Momente im Leben brennen sich ins Gedächtnis ein – und warum? In Norbert Hummelts Gedicht weltnachrichten (2007), das Sven Kramer vorstellt, sind es zwei Nachrichtenmeldungen, die das Ich als Einschnitte erinnert: die Nachricht von der Ermordung Robert Kennedys 1968 und die vom Tod Uwe Barschels 1987. Doch nicht die ‚große Politik‘ steht im Zentrum des Gedichts, sondern die erinnerte Präsenz der Eltern; nicht die „Weltnachrichten“ als solche, sondern der Umstand, dass sie im Alltag des Einzelnen eine kurze Unterbrechung hervorrufen.

    Sven Kramer ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Literarische Kulturen an der Leuphana Universität Lüneburg.

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    Aus urheberrechtlichen Gründen kann das Gedicht an dieser Stelle leider nicht wiedergegeben werden. Der 2007 bei Luchterhand erschienene Band Totentanz, in dem es enthalten ist, ist nicht mehr lieferbar und nur noch gebraucht oder als eBook erhältlich.

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    Weiterführende Links:

    Der am Ende des Vortrags erwähnte Band Wie Gedichte entstehen von Norbert Hummelt und Klaus Siblewski erschien 2009 bei Luchterhand: https://www.penguin.de/buecher/norbert-hummelt-wie-gedichte-entstehen/taschenbuch/9783630621661

    In der Soundcloud des Litradio der Universität Hildesheim findet sich der Mitschnitt eines Gesprächs zwischen Norbert Hummelt und Klaus Siblewski von 2013, in dem sie auch Passagen aus dem Buch lesen: https://soundcloud.com/litradio/wie_gedichte_entstehen

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    11 min
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