Zwei Jahre Referendariat oder direkt in den Job? Kim ist sich sicher, Jón schwankt, und ein Anruf bei einer Personalvermittlerin bringt alles noch mal ins Wanken. Wir sprechen über das zweite Staatsexamen, Notendruck, KI auf dem Rechtsmarkt und darüber, was das alles für uns als Paar bedeutet.
Die Frage stellt sich früher oder später jedem, der Jura studiert: Mache ich nach dem ersten Staatsexamen auch noch das Referendariat? Bei uns ist sie gerade sehr präsent, denn der Start rückt näher, und wir sehen die Sache ziemlich unterschiedlich.
Kim war immer klar, dass sie die Ausbildung abschließt, weil ihr das Vollständigkeit und Sicherheit gibt. Jón hatte das Ref nach dem ersten Examen eigentlich schon abgehakt. Er sieht sich nicht im klassischen juristischen Beruf, macht seinen MBA und zieht es eher in Richtung M&A und Private Equity. Seitdem schwankt er, mal mehr, mal weniger, je nachdem, was gerade passiert.
Den Anstoß für diese Folge gab ein Gespräch mit einer Personalvermittlerin. Ihre These: Wer nicht mit sehr guten Noten heraussticht, wird es auf dem Rechtsmarkt künftig schwerer haben, weil Kanzleien und Unternehmen Routinearbeit zunehmend mit KI erledigen. Daraus ergeben sich mehrere Fragen. Macht KI das Referendariat weniger wert oder erhöht sie nur den Druck, es richtig gut zu machen? Was heißt das für alle, die gerade erst mit dem Jurastudium anfangen?
Für alle, die nicht Jura studiert haben, erklären wir kurz, wie das Referendariat aufgebaut ist: Stationen bei Gericht, Staatsanwaltschaft, Verwaltung und Anwaltschaft, die Wahlstation, Unterhaltsbeihilfe und am Ende der Titel Volljurist:in. Wir sprechen darüber, was an der breiten deutschen Ausbildung im internationalen Vergleich gut ist, ob Auslandserfahrung im Ref etwas bringt und wie KI bei Gericht und in Kanzleien schon jetzt eingesetzt wird.
Zum Schluss wird es persönlich. Was bedeutet es für uns als Paar, wenn beide gleichzeitig in die Examensphase gehen, oder eben nicht? Unser Plan: München verlassen und für das Ref nach Hessen gehen. Ob Jón mitzieht, ist noch offen. Wir halten euch auf dem Laufenden.
Steckt ihr im Referendariat, habt es hinter euch oder überlegt noch? Schreibt uns, wie ihr das seht und ob euch KI eher Sorgen macht oder Chancen eröffnet.
00:00:00 Cold Open: Die freche Augenbraue
00:01:26 Intro
00:01:40 Warum wir über das Ref sprechen müssen
00:04:24 Der Anstoß: Anruf bei der Personalvermittlerin
00:06:04 Wo wir stehen: Erstes Examen, LL.M., MBA
00:08:36 Jóns Hin und Her
00:10:13 Was ist das Referendariat überhaupt?
00:13:23 Acht Jahre Ausbildung – lohnt sich das?
00:16:45 Kims Sicht: Vollständigkeit und Absicherung
00:19:11 Jóns Gründe gegen das Ref
00:21:18 Breite Ausbildung, Stationen und Auslandserfahrung
00:26:57 KI auf dem Rechtsmarkt: Top oder austauschbar?
00:29:42 Macht KI das Ref weniger wert oder den Druck höher?
00:33:43 Jura heute: Von Anfang an Vollgas
00:35:45 Zwischen zwei Stühlen: Wie entscheidet man?
00:36:50 Kims mulmiges Gefühl und der Druck
00:38:20 Der Plan: Von München nach Hessen
00:40:10 KI bei Gericht und in der Verwaltung
00:43:26 Ref als Paar: Gemeinsam durch oder ausgleichend?
00:46:10 Eure Meinung und Verabschiedung
Begriffe aus der Folge: Referendariat, zweites Staatsexamen, Volljurist:in, Befähigung zum Richteramt, Stationen (Zivil, Straf, Verwaltung, Anwalt, Wahl), Unterhaltsbeihilfe, Diplom-Jurist:in, LL.M., MBA
Kontakt: Instagram @hwma_podcast. Erzählt uns eure Ref-Geschichte in den Kommentaren oder per DM.