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Wirkstoff Mensch

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Di: Lilly Österreich
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A proposito di questo titolo
Was macht Medizin und Forschung wirklich lebendig? Es sind nicht nur die Formeln im Labor oder die Studien auf dem Papier - es sind die Menschen dahinter: Forscher:innen, die nach Lösungen suchen. Ärzt:innen, die nicht Krankheiten behandeln, sondern den Menschen als Gesamtes sehen und gute Lebensmomente bewahren wollen. Und vor allem: Betroffene, der Vater, die Freundin - Menschen wie du und ich, deren Geschichten uns berühren und antreiben. Willkommen bei "Wirkstoff Mensch", dem Podcast von Lilly!Lilly Österreich Igiene e vita sana
  • #17 “Der Mensch selbst ist ein Wirkstoff” - mit Daniela Dohnal-Suvajac
    Oct 29 2026

    Daniela Dohnal-Suvajac ist diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, pflegerische Stationsleiterin am Landesklinikum Mödling und Breast Care Nurse – eine Weiterbildung, die in Österreich seit 2009 nur am Ausbildungszentrum West in Innsbruck angeboten wird. In dieser live vor Publikum und im Stream aufgezeichneten Folge von "Wirkstoff Mensch" schildert sie bei Moderatorin Birgit Fenderl, warum nach dem ärztlichen Diagnosegespräch meist nur ein Satz hängen bleibt – „Ich habe Krebs“ – und wie wichtig ein zweites Gespräch ist, um Missverständnisse aufzuklären und Ängste zu nehmen. Sie beschreibt, dass sich Patientinnen der Pflege oft leichter anvertrauen, und sieht im Zusammenspiel von Ärzt:innen, Pflege, Psychoonkologie und Diätologie eine große Ressource für das gesamte Behandlungsteam. Die Ängste sind so unterschiedlich wie die Lebenssituationen: Nicht jede Frau fürchtet zuerst um ihr Leben – viele sorgen sich um Kinder und Angehörige, den Arbeitsplatz, den Haarverlust oder das veränderte Körperbild nach einer Operation. Angehörige sind für sie eine wichtige Stütze, etwa beim Beobachten von Nebenwirkungen zwischen den Therapien – sie sollten Sorgen ernst nehmen statt zu beschwichtigen und sich auch selbst Hilfe holen. Offen spricht Dohnal-Suvajac über Sexualität und Partnerschaft, über die Frage, ob Weiterarbeiten während der Therapie guttut, und über Versorgungslücken in der Nachsorge, sobald Patientinnen nicht mehr aktiv im Krankenhaus behandelt werden. Ein Schwerpunkt ist die Früherkennung: Sie erklärt Schritt für Schritt die monatliche Brustselbstuntersuchung und erinnert an das österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm mit Mammographie alle zwei Jahre. Zum Schluss erzählt sie, was sie an ihrer Arbeit am meisten berührt – die Kraft und Selbstlosigkeit, die Frauen nach einer Diagnose aufbringen – und warum für sie feststeht: „Ein Mensch braucht einfach einen Menschen.“

    Links zur Folge:

    Österreichische Krebshilfe

    Brustkrebs-Früherkennungsprogramm

    Pink Ribbon Österreich

    Weiterbildung Breast Care Nurse (AZW Innsbruck)

    #8 “Krebs ist kein Todesurteil” - mit Rainer Reichl

    #13 “Sterben ist momentan kein Thema” - mit Patrick Budgen

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    30 min
  • #16 "Erst als Patient spürt man wie verletzlich man ist" - mit Markus Müller
    Sep 24 2026

    Prof. Dr. Markus Müller, Rektor der MedUni Wien mit rund 9.000 Studierenden, erläutert eingangs, dass gute Medizin je nach Fachdisziplin unterschiedliche Talente erfordert – vom handwerklich begabten Chirurgen bis zur empathischen Psychiaterin. Im Gespräch mit Moderatorin Birgit Fenderl schildert sein eigenes Studium vor rund 30 Jahren als fachlich lückenhaft und wenig patientennah, da der erste strukturierte Patientenkontakt erst nach Jahren erfolgte, während heute ab dem ersten Studientag Praxiskontakt besteht. Empathie lässt sich laut Müller zumindest teilweise trainieren, etwa durch Kooperationen mit dem Haus der Barmherzigkeit oder durch Gespräche mit Schauspielpatienten, die aufgezeichnet und analysiert werden. Beim umstrittenen Aufnahmetest MedAT verteidigt er das Verfahren als einzige objektive und rechtssichere Methode, um aus jährlich rund 15.000 Bewerberinnen und Bewerbern geeignete Studierende auszuwählen, wobei auch emotionale Fähigkeiten gemessen werden. Kommunikationsprobleme zwischen Ärztinnen und Patientinnen führt er weniger auf die Ausbildung als auf ein zu komplexes, überlastetes Gesundheitssystem zurück, unter dem auch junge Mediziner und Medizinerinnen selbst leiden. Er beschreibt den Wandel von der Reparaturmedizin über Penicillin-Ära hin zu Prävention, Früherkennung und medikamentösen Ansätzen wie einer einmal jährlich verabreichten Cholesterintherapie. Unter Berufung auf Viktor Frankl, den er persönlich als Patient betreute, plädiert Müller für ein humanistisches Menschenbild neben der naturwissenschaftlichen Perspektive. Abschließend beschreibt er, wie KI-Tools bei Tumorboards heute schon nahezu deckungsgleiche Therapieempfehlungen liefern und Ärztinnen und Ärzten künftig mehr Zeit für den menschlichen Kontakt verschaffen könnten.

    Links zur Folge:

    Buch "... trotzdem ja zum Leben sagen" (Morawa)

    Buch "Deep Medicine" (Amazon)

    Folge #15 von "Wirkstoff Mensch" mit Herwig Ostermann

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    46 min
  • #15 "Der persönliche Kontakt im System bleibt maßgeblich" - mit Herwig Ostermann
    Aug 27 2026

    In dieser Episode dreht sich alles um das österreichische Gesundheitssystem und seine Zukunft. Das Gesundheitssystem ist leistungsfähig und komplex organisiert, bringt aber für viele Menschen spürbare Zugangsprobleme mit sich. Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, erklärt bei Moderatorin Birgit Fenderl, warum Primärversorgungseinheiten als wohnortnahe erste Anlaufstellen ausgebaut werden sollen: Teams aus Medizin, Pflege und weiteren Gesundheitsberufen sollen längere Öffnungszeiten, bessere Erreichbarkeit und koordiniertere Versorgung ermöglichen. Einzelordinationen sollen dabei nicht verschwinden, aber durch größere multiprofessionelle Strukturen ergänzt werden.

    Auch spezialisierte ambulante Zentren und eine stärkere Konzentration komplexer Leistungen sollen helfen, Qualität und Versorgungssicherheit zu verbessern. Telemedizin und Digitalisierung können Wege verkürzen und neue Zugänge schaffen, ersetzen den persönlichen Kontakt aber nicht. Künstliche Intelligenz sieht Ostermann vor allem als Unterstützung in Forschung, Diagnostik und Zweitmeinungsverfahren – unter menschlicher Kontrolle.

    Ein weiterer Schwerpunkt in dieser Folge ist der zunehmende Personalbedarf in Pflege und Medizin: Entscheidend seien attraktive Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung, Qualifizierung und nachhaltige Karriereperspektiven. Prävention müsse über das Gesundheitssystem hinaus gedacht werden, etwa bei Ernährung, Bewegung, Bildung und sozialer Infrastruktur. Für die Zukunft bis 2040 erwartet Ostermann mehr digitale Angebote, mehr Primärversorgung und ambulante Zentren sowie eine weitere Spezialisierung der Spitalslandschaft. Der Maßstab für eine gerechte Gesundheitsversorgung bleibe dabei, wie gut jene Menschen unterstützt werden, die über die geringsten eigenen Ressourcen verfügen.

    Links zur Folge:

    Safe Hearts Plan

    #12 Demenz verändert nicht den Wert eines Menschen (Podcast Wirkstoff Mensch)

    #14 Adipositas-Behandlung erfolgt nicht durch Handauflegen (Podcast Wirkstoff Mensch)

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    44 min
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