Episodi

  • 4 Katholische Kirche und Bundestag - Michael F. Feldkamp
    Oct 15 2026
    Am 12. Oktober 2026 war ich zu Gast bei meinem Freund, dem überzeugten, engagierten Katholiken und Kirchen- sowie Parlaments-Historiker Dr. Michael F. Feldkamp. Er ist ein renommierter Historiker, der zur Geschichte der katholischen Kirche im allgemeinen, der päpstlichen Diplomatie und des politischen Katholizismus gearbeitet hat. Beruflich ist er seit vielen Jahren beruflich als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Verwaltung des Deutschen Bundestags tätig und wirkt dort als Parlamentshistoriker, Redenschreiber und Protokollexperte. Sein schriftliches Werk umfasst knapp 50 Bücher und eine große Vielzahl von Einzelbeiträgen darüber hinaus.
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    1 ora e 35 min
  • 3 Wohlstand für Junge - Stefan Kolev
    Oct 1 2026
    Am 26.9.2026 war ich zu Gast im Ludwig-Erhard-Forum für Wirtschaft und Gesellschaft der Ludwig-Erhard-Stiftung, um mit seinem Leiter, Professor Stefan Kolev, zu sprechen. Er wurde 1981 in Sofia geboren, erwarb dort auf einer deutschen Schule das Abitur und kam 1999 zum Studium der Volks- und Betriebswirtschaftslehre nach Deutschland. In Hamburg wurde er an der dortigen Universität mit einer Arbeit über „Die Rolle des Staates in der Wirtschaftspolitik im Werk von Walter Eucken, Friedrich August von Hayek, Ludwig von Mises und Wilhelm Röpke“ promoviert. Es folgte die Leitung eines Forschungsprojekts über „Die Planwirtschaft der DDR – Mythos und Wirklichkeit“ in Erfurt, und schließlich sein Wechsel nach Sachsen. Dort lehrt er seit 2012 an der westsächsischen Hochschule Zwickau und prägt auch als publizistisch sehr aktiver wissenschaftlicher Leiter des die deutsche Debatte über Wege zur Erneuerung unserer sozialen Marktwirtschaft mit. Gerade ist sein Buch „Wohlstand für Junge“ erschienen, ein Plädoyer dafür, die notwendige Erneuerung Deutschlands von den Zukunftschancen der jungen Generation her zu denken. Er schildert zunächst seine Jugend im krisengeschüttelten Bulgarien der tiefgreifenden Umbrüche nach dem Sturz der kommunistischen Herrschaft und seinen Bildungsweg, als er dank deutscher Lehrer und Lektüren bereits aufmerksam die deutsche politische und ökonomische Entwicklung im Zuge der Wiedervereinigung studierte. In Deutschland angekommen, erlebte er den damaligen "kranken Mann Europas" (Economist) und die Agenda 2010 - Reform der Regierung Schröder/Fischer. In seinem neuen Buch "Wohlstand für Junge" stellt er am Beispiel zweier typischer Zwickauer Studenten dar, was getan werden müsste, um strebsame Junge vom Auswandern abzuhalten sowie davon, der politischen Mitte den Rücken zu kehren und, wie in den Septemberwahlen von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin geschehen, Radikale zu wählen. Angesichts eines sich immer weiter auftürmenden "Krisenburgers" (Kolev) seit dem 11.9.2001, der Weltfinanzkrise von 2008, den Energie- und Migrationskrisen, Covid und einer daraus erwachsen Instabilität, über die viele Ältere sich lange hinweggetäuscht haben ("das beste Deutschland aller Zeiten"), zerbrechen diese Illusionsblasen nun umso drastischer. Kolev richtet im Buch wie in diesem Gespräch einen mit Zahlen, Daten, Fakten unterlegten überzeugenden leidenschaftlichen Appell an die an den politischen Schalthebeln sitzenden Entscheider, aber auch an uns Mitbürger und Wähler, nicht weiter auf Kosten der jungen Generation den Stillstand zu verwalten und zu dulden, sondern beherzt zu handeln. Das Gespräch endet mit einer besorgten, aber in der Hoffnung auf beherzte Reformen skeptisch zuversichtlichen Perspektive, die er einem 10-Punkte-Reformpapier zur Stärkung der Resilienz der deutschen Wirtschaft zusammen mit dem Princeton-Ökonomen Markus Brunnermeier formuliert hat.
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    1 ora e 22 min
  • 2 Christian Meier im Gespräch: Zeuge des Jahrhunderts
    Sep 17 2026
    Am 13.9.2026 hatte ich die Ehre und Freude, bei Professor Christian Meier in der Nähe von München zu Gast zu sein – einem der bedeutendsten deutschen Historiker der Gegenwart, der mit seinen 97 Lebensjahren aus eigener Erfahrung fast ein ganzes Jahrhundert überblicken kann. Vielen ist Christian Meier als Althistoriker bekannt: durch seine Cäsar-Biographie, seine Arbeiten zur Entstehung des Politischen bei den Griechen, zur Geschichte des antiken Athen und zur Krise der römischen Republik. Ebenso prägend war und bleibt sein anhaltendes Interesse an der Gegenwart unseres Gemeinwesens, dokumentiert etwa in Werken wie „Von Athen bis Auschwitz“ und „Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns“. Begleitet wurde ich von meinem Freund Professor Patrick O. Cohrs, der nach Lehrtätigkeiten als Historiker an den Universitäten Oxford, Harvard und Yale zur Zeit an der Universität Florenz lehrt. Er beschäftigt sich mit der Geschichte internationaler Politik seit Mitte des 19. Jahrhunderts als dem Zeitraum, in dem allmählich und von den Weltkriegen unterbrochen eine atlantische Ordnung entstand. Sein 1100 Seiten umfassendes Werk The New Atlantic Order – Transformation of International Politics 1860 – 1933 ist 2022 bei Cambridge University Press erschienen. Er hat eine besondere Beziehung zu Christian Meier, der seinen Zugang zur Geschichtswissenschaft geprägt hat, und deshalb war es für mich besonders schön, dass er am Gespräch teilgenommen hat. Ich habe mit seiner Unterstützung nach dem 11. September 2001 für den Bergedorfer Gesprächskreis der Körber Stiftung, der zuvor jahrzehntelang insbesondere dem deutsch-sowjetischen Dialog des Kalten Krieges und der darauffolgenden Phase deutsch-russischer Beziehungen gewidmet war, sozusagen von Null ein transatlantisches Netzwerk aufgebaut und in entsprechende Gesprächsformate umgesetzt. Patrick Cohrs wird in einer späteren Episode von WAS UNS TRÄGT mein Gesprächspartner sein. In der ersten Stunde unseres Gesprächs berichtet Christian Meier minutiös und mit erstaunlicher Plastizität der Erinnerungen über seine Kindheit und Jugend im Dritten Reich, in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR, wo er in Rostock sein Studium beginnt - bis er in Konflikt mit dem Regime kommt und sich über Berlin nach Heidelberg absetzt. Es geht dann um sein Werk und um Fragen von dessen heutiger Aktualität angesichts der Krisenlage der freiheitlichen Demokratie im Konflikt zwischen den unseren bisherigen politisch-medialen Mainstream beherrschenden Kräften und jener 'Alternative', die sich dem Anspruch auf Alternativlosigkeit entgegenstellt. Christian Meier hat sich lebenslang mit Krisen der Demokratie bzw. der Republik beschäftigt, von Athen über Rom bis zu Weimar - und unser Gespräch mündet in Betrachtungen zur Gegenwart.
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    2 ore e 27 min
  • 1 Christian Stecker im Gespräch: Demokratie - aber wie?
    Sep 3 2026
    Aufzeichnung: 27. August 2026 Prof. Dr. Christian Stecker ist Lehrstuhlinhaber für Politikwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt und leitet dort den Arbeitsbereich „Politisches System Deutschlands und Vergleich politischer Systeme“. In diesem Jahr hat er ein Buch vorgelegt, das seine umfassenden, auch internationalen Forschungen zu guter Regierung bündelt. Der Titel lautet: „Ohne Koalitionskorsett und Brandmauern – Wie flexible Mehrheiten die Demokratie stärken“. Er stammt aus Halle an der Saale, wo er noch heute lebt. Studiert hat Christian Stecker in Potsdam und Canterbury. Das Gespräch ist gedacht als Beitrag zur grundsätzlicheren Reflexion über den Zustand und die Erneuerungsfähigkeit der parlamentarischen Demokratie in Deutschland. Die bevorstehenden Landtagswahlen bilden den aktuellen Anlass, stehen aber nicht im Mittelpunkt. Im Zentrum steht die Frage, ob unsere reale politische Ordnung genug Beweglichkeit besitzt, um unter veränderten Bedingungen — fragmentiertem Parteiensystem, AfD-Aufstieg, Koalitionszwänge und politische Lagerbildung — handlungsfähig, legitim und parlamentarisch lebendig zu bleiben.
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    1 ora e 39 min