3. Verkleidet, vertont und fast vergessen - Popsong für die preußische Jeanne d'Arc mit Dr. Beate Klompmaker
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Diese Folge widmen wir einer historischen Figur, die bis heute fasziniert : Eleonore Prochaska - 1785 geboren schloss sie sich 1813, als Mann verkleidet, dem Lützowschen Freikorps im Kampf gegen Napoleon an. Unter dem Namen August Renz kämpfte sie als Soldatin, wurde schwer verwundet und starb kurz darauf. Nach ihrem Tod wurde sie als „preußische Jeanne d’Arc“ verklärtund zur patriotischen Heldin stilisiert. Dichter wie Friedrich Rückert widmeten ihr Gedichte, und Ludwig van Beethoven komponierte den berühmten Trauermarsch zum Tod einer Heldin.
Doch wer war Eleonore Prochaska? Was trieb sie an? Patriotismus, Freiheitsdrang, persönliche Emanzipation – oder der Wunsch nach einem anderen Leben jenseits enger Geschlechterrollen? Für diese Fragen haben wir dieKunstwissenschaftlerin, Musikerin und Konzeptkünstlerin Beate Klompmaker eingeladen. Ihr Popsong für Eleonore begleitet unseren Podcast als Titelmusik. Beate nähert sich Prochaska nicht nur historisch, sondern künstlerisch und medial.Ausgangspunkt ihres Projekts war eine Zeichnung der jungen Frau, die sie in einer Ausstellung entdeckte. Daraus entwickelte sie ein vielschichtiges Kunstprojekt: ein Reenactment mit einer heutigen Darstellerin, eine mediale Installation im Böhmischen Dorf mit u.a.vertonten Briefen Prochaskas. Klompmaker übertrug die Figur in die Gegenwart, in einem künstlerischenBlog-Projekt ließ sie „Eleonore“ als moderne Soldatin aus Afghanistan berichten. Über soziale Medien entwickelte die historische Figur eine eigene Dynamik – zwischen Trostspenderin, Projektionsfläche und Objekt der Begierde.Die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwammen bewusst.
Das Gespräch weitet sich von der historischen Figur hin zu aktuellen Fragen: Wie entsteht Mythos? Wann kippt Erinnerung in Kitsch? Wie gehen wir mit Heldenerzählungen um?
Auch das Berliner Stadtschloss steht zur Debatte: zwischen Identitätssuche, Kolonialismus-Debatte, Kunst am Bau und gesellschaftlicher Ambivalenz.
Die Episode verbindet Geschichte, Kunst, Musik und Gegenwartsfragen – und zeigt, wie eine historische Jugendliche Diskussionen über Krieg, Geschlechterrollen, Selbstermächtigung und politische Verantwortung anstoßen kann.