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Treffpunkt im Unendlichen

Treffpunkt im Unendlichen

Di: Lilly Gebert
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A proposito di questo titolo

Zwischen Zeitenende und Zeitenwende: Wohin geht der Mensch? Und inwieweit müssen wir erst aus der Zeit fallen, um ins Leben zu stürzen? Essays ohne Antworten, dafür aber mit Gefühl. Und dem Impuls zum Aufbruch in neue Welten.

lillygebert.substack.com

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Lilly Gebert
Arte Filosofia Scienze sociali Storia e critica della letteratura
  • Das kriegst du aus dem Herzen nicht mehr raus.
    Jun 3 2025

    «Unser Platz ist immer am Anfang jeder Revolution, wo es nur den reinen Willen und die reine Idee gibt, um ihr zu helfen; und am Ende jeder Revolution, wo sie in Übertreibungen, Brutalität, Diktatur und Unterdrückung degeneriert, um diese zu bekämpfen – die schwierigste Position, ich weiß es, das Schicksalder Girondins, das offenbar immer zu Hass und Zerstörung führt, niemals zu Triumph. In der Politik haben wir jedoch keinen Erfolg: Die Welt des Geistes ist immer im Jenseits. Das Prinzip, für das wir kämpfen, findet in der sichtbaren Welt keine Verwirklichung. Und doch ist es in seiner Ungreifbarkeit die einzige Stabilität, die allen Kriegen und allen Völkern unabhängig von den Eventualitäten folgte, denn es ist die Freiheit selbst, die in jedem Menschen als wesentliches inneres Lebensprinzip wiederaufersteht und folglich niemals vergeht, wie Lehren, Gesetze und sogar Religionen. Indem wir ihr dienen, dienen wir nicht nur einer Partei, sondern allen Mitgliedern aller Parteien – der gesamten Menschheit.»


    – Stefan Zweig, 1922, Worte haben keine Macht mehr


    «Es gibt zwei Arten, Politik zu machen. Es gibt die alltägliche Berufspolitik, die viel Geschick erfordert – zu viel Geschick; es ist die Politik der Diplomaten, der Staatsmänner und der Parlamentarier. Sie ist für den Künstler praktisch unmöglich, denn sie erfordert den ganzen Einsatz eines Menschen. Aber diese Unfähigkeit zur Parteipolitik schließt nicht die moralische Teilnahme des Intellektuellen an der echten Politik aus: Die Klarheit seiner Ideen, die Richtigkeit seiner Sichtweisen, die Rechtschaffenheit seiner Vision ermöglichen es ihm, von Nutzen zu sein. Als Mann der Tat könnte er unterlegen sein, als Mann des Denkens wird er immer und überall seine Position behalten.»


    – Stefan Zweig, 1932, Worte haben keine Macht mehr


    Den ganzen Artikel lesen: https://lillygebert.substack.com/p/das-kriegst-du-aus-dem-herzen-nicht

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    7 min
  • Im Ozean der Augenblicke
    Dec 19 2024
    «Einmal müssen zwei auseinandergehn; einmal will einer den andern nicht mehr verstehn – einmal gabelt sich jeder Weg – und jeder geht allein – wer ist daran schuld? Es gibt keine Schuld. Es gibt nur den Ablauf der Zeit. Solche Straßen schneiden sich in der Unendlichkeit. Jedes trägt den andern mit sich herum – etwas bleibt immer zurück. Einmal hat es euch zusammengespült, ihr habt euch erhitzt, seid zusammengeschmolzen und dann erkühlt – Ihr wart euer Kind. Jede Hälfte sinkt nun herab –: ein neuer Mensch. Jeder geht seinem kleinen Schicksal zu. Leben ist Wandlung. Jedes Ich sucht ein Du. Jeder sucht seine Zukunft. Und geht mit stockendem Fuß, vorwärtsgerissen vom Willen, ohne Erklärung und ohne Gruß in ein fernes Land.» — Kurt TucholskySchau mir in die Augen und ich sag dir, wovon du träumst. In diesem Satz liegt alles, was mich anderen Menschen nahebringt. Und was mich von ihnen trennt.Nie waren es Gespräche, die mich einem Menschen auf Anhieb haben vertraut fühlen lassen. Immer waren es Blicke. Das gegenseitige Finden im Schatten oder Licht hinter des jeweils anderen Augen. Die Ahnung einer Art von Verbundenheit, die sich mit Worten nicht erklären lässt.Diese Wortlosigkeit ist, was ich immer geglaubt habe zu suchen. Einmal in meinem Leben nichts erklären zu müssen. Eine Form der Verbundenheit zu spüren, deren Sprache eine andere ist als die der Sprache.Diesen Wunsch des bedingungslosen Gesehenwerdens habe ich bislang immer romantisiert. Da war eine Form von sehnsuchtsvollem Warten. Ein Hoffen auf den einen Menschen, der mich versteht.Und gleich ich diese Sehnsucht wahrscheinlich nie ganz ablegen werden kann, noch will, realisiere ich so langsam, wie mich dieses «Suchen» mehr vom Leben abhält, als ihm näherbringt. Da ist eine Form von Realisation, dass der Mensch, den ich suche, niemand Geringeres ist, als ich selbst.Und um ehrlich zu sein, ist das aktuell eine sehr traurige Erkenntnis.ㅤ«Treffpunkt im Unendlichen» ist eine von Lesern unterstützte Publikation. Möchten Sie gerne neue Posts erhalten und meine Arbeit unterstützen? Dann wäre vielleicht ein Paid-Abonnement etwas für Sie.Mehr denn je realisiere ich die Auswegslosigkeit dessen, was ich meine zu suchen. Die ihr zugrunde liegende Verwechslung zwischen Sehnsucht und Ersehntem.Da ist dieses Gefühl, oder vielmehr die Erkenntnis, mein Leben lang auf etwas gewartet zu haben, dass ich zwar meine zu wollen, dass ich aber, wenn ich ehrlich mit mir bin, in dieser Form gar nicht will oder auch nur wollen kann. Eben weil es das Eigentliche nicht adressiert. Und mich außen vor lässt. Denn schlussendlich…Beginnt doch alles mit uns selbst. In uns selbst. Jede Beziehung, jedes Lachen, jede Berührung. Sind wir uns selbst jedoch nicht nahe, haben wir uns selbst nie mit uns vertraut gemacht, bleibt jede Beziehung einsam, jedes Lachen freudlos und jede Berührung … berührungslos. Die fehlende Nähe zu uns selbst hindert sowohl uns daran, anderen Menschen nahe zu kommen; wie auch diese, sich uns anzunähern.Um dem eigenen Wunsch nach Nähe und Verbundenheit wahrhaft gerecht werden zu können, wäre die «logische» Schlussfolgerung an dieser Stelle folglich, Innenschau und Individuation zu betreiben. Zu gut oder unseligerweise unterliegt Sehnsucht keinerlei Logik. Was also macht der oder die Sehnsüchtige? Er oder sie lernt, in Blicken zu schwimmen…… Überall, wohin du gehst, sucht du nach Augen, die nicht durch dich hindurchschauen, sondern die mittels ihrer Sehnsucht die in deinen finden. Du hoffst auf die eine Begegnung, durch die sich alles auflöst. Die Einsamkeit, die Entfremdung, die Leere. Irgendwann, so glaubst du, wird dieser eine Mensch in dein Leben treten, durch den plötzlich alles Sinn ergibt. Mit dem plötzlich alles einfach ist und deine verloren geglaubte Lebendigkeit zu dir zurückkehrt.Doch dieser Mensch wird nicht kommen. Oder besser gesagt: Selbst wenn dieser Mensch in dein Leben tritt, wird seine Aufgabe nicht darin bestehen, den Ballast deines Innenlebens für dich zu ordnen, geschweige denn für dich zu tragen. Alles Gewicht der Welt, das du in dir trägst, trägst du selbst. Es ist deine Aufgabe, es zu entpacken. Denn da wird niemand kommen, um dich zu retten.So sehr ich auch verstehen kann, warum du diesen Wunsch in dir trägst.ㅤVielen Dank, dass Sie «Treffpunkt im Unendlichen» lesen. Dieser Post ist öffentlich. Sie können ihn gerne teilen.ㅤRetten und gerettet werdenSo überlege ich aktuell mehr denn je, warum ich diese Tendenz in mir trage. Warum ich entweder durch die Welt gehe, als wäre niemand da, oder als würde – überspitzt gesagt – mein Leben davon abhängen, dass jemand da ist. Warum da immer dieses leise Hoffen bleibt, wo immer ich bin, in Augen zu blicken, die auch zurückblicken. Kurzum: Warum ich allzu oft mehr im Außen bin, denn bei mir.Meine Antworten dazu sind viele. Eine dreht sich um meine allgemeine Frustration über diese Zivilisation. In ...
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    18 min
  • Die Einsamkeit mit Leere füllen
    May 19 2024
    Eine Gruppe von Stachelschweinen drängt sich aneinander. Es ist Winter. Die Tiere frieren. Um der Kälte etwas entgegenzusetzen und sich selbst vor dem Erfrieren zu retten, rücken sie immer enger zusammen. Sie suchen die Wärme der anderen Stachelschweine. Doch diese Nähe tut weh: Denn je näher die Stachelschweine aneinanderrücken, desto mehr werden sie von den Stacheln ihrer Nachbarn gepikst. Insofern ein vollständiges Auseinanderrücken jedoch mit erneutem Frieren verbunden wäre, verändern die Stachelschweine ihren Abstand zueinander solange von Neuem, bis sie eine erträgliche Entfernung zwischen Distanz und Kälte sowie Nähe und Schmerz für sich gefunden haben. Auch sie wissen: Ganz alleine würden sie diesen Winter nicht durchstehen.Diese Parabel zeichnete einst Arthur Schopenhauer. Für ihn stand sie im übertragenen Sinne für die Gesellschaft als solche. Oder um genauer zu sein: unser In-Kontakt-gehen mit Menschen. Dieses berge schließlich – mehr als alles andere – das Risiko, verletzt zu werden. Wir öffnen uns und gehen eine Form von Be-ziehung ein, in der wir, so Schopenhauer, gleich zweierlei aufgeben: uns selbst und unsere Freiheit. Der Mensch, so schreibt er, «kann nur er selbst sein, solange er allein ist; und wenn er die Einsamkeit nicht liebt, wird er die Freiheit nicht lieben; denn nur wenn er allein ist, ist er wirklich frei.»Was die Menschen gesellig mache, sei «ihre Unfähigkeit, die Einsamkeit und in dieser sich selbst zu ertragen». Anders als «intellektuell hochstehende Menschen», deren Vorteil darin bestünde, mit sich selber sein zu können, seien sie auf den sogenannten «Spiegel» zur Besserung ihrer selbst angewiesen. «Je weniger einer, in Folge objektiver oder subjektiver Bedingungen» es nötig habe, so Schopenhauer, «mit den Menschen in Berührung zu kommen», desto besser sei er dran. Insofern die allermeiste Gesellschaft für ihn ohnehin so beschaffen war, «dass, wer sie gegen die Einsamkeit vertauscht, einen guten Handel macht», hatte für ihn bereits das «Hauptstudium der Jugend» darin zu bestehen, zu lernen, die Einsamkeit zu ertragen. Allein in ihr ruhten das Glück und die Gemütsruhe, derer es als unmöglich galt, irgendwo anders als in sich selbst zu finden.Ich, armer TorDa stehen wir nun. Gefangen in unserer eigenen Natur: Unser Bedürfnis nach Nähe lässt uns die Nähe unserer Mitmenschen suchen. Und unser Unvermögen, zwischen ihren Fehltritten und unseren eigenen Verletzungen unterscheiden zu können, lässt sie uns von uns wegstoßen. Hatte Schopenhauer recht? Können wir tatsächlich nur wir selbst sein, wenn wir alleine sind? Birgt jedes In-Beziehung-treten mit unseren Mitmenschen schlussendlich nur die Gefahr von Fremdschau, anstelle des gewünschten Einblicks in uns selbst? Wo hört die Projektion auf, und wo fängt die Introspektion an? Und können wir den Weg zu uns selbst wirklich nur im Alleingang bewältigen? Oder ist der besagte «Spiegel» nicht vielmehr ein Türöffner für jenen Raum, den wir nur gemeinsam betreten können: das Zwischenmenschliche in uns?Zweifelsfrei: Wo immer ich Nähe zulasse, lege ich mein Innerstes ein Stück weit offen. Ich gebe mich meinem Gegenüber ein Stück weit «hin». Ich weiß: Ohne Öffnung kein Kontakt. Und ohne emotionales Band keine Beziehung. Doch geht mir in dieser Hin-Gabe auch etwas «verloren»? Oder wieso hatte ich in meinem Leben so oft das Gefühl, nachdem ich mit Menschen zusammen war, ein Stück weit «weniger» gewesen zu sein? Weniger ich selbst, weniger Mensch, weniger «da». Jede Hinbewegung nach Außen implizierte für mich anschließende Zustände des Ausgebranntseins. Ich begann, Menschen mit Verlust zu assoziieren: Sobald ich das Gefühl hatte, mich in meiner Hingabe an einen Menschen selbst zu verlieren, machte irgendetwas in mir «zu». Und weil dieses «Ende» innert meines Gefühlsraumes auch für den letzten Menschen ab einem gewissen Punkt spürbar ist, dauerte es meist nicht lange und der Abschied war absolut. Wer die «Trennung» als solche schlussendlich iniziiert hatte, ging meist verschütt unter der Frage, wer eher dazu bereit gewesen war, Nähe zuzulassen und wer nicht.Ermüdet und frustriert vom ewigen Vor und Zurück beschloss ich, es wäre besser, mit mir (und den Büchern) alleine zu sein. Doch so «gerne» und viel ich dies auch war: Die Gewissheit, weder mit noch ohne «die anderen» sein zu können, wurde zu einem noch täglicheren Begleiter. Oder zu der Zerrissenheit, als die Nietzsche sie erkannte: «In der Einsamkeit frisst sich der Einsame selbst auf, in der Vielsamkeit fressen ihn die Vielen. Nun wähle.»ㅤVielen Dank, dass Sie «Treffpunkt im Unendlichen» lesen. Dieser Post ist öffentlich. Sie können ihn gerne teilen.ㅤDie Einsamkeit mit Leere füllenNoch während meines Studiums (der Selbstisolation) beschloss ich, nicht mehr wählen zu wollen. Die Option, fressen oder gefressen werden, klang mir auf Dauer dann doch zu plump. Gab es...
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    9 min
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