Optimismus hat einen schlechten Ruf. Er gilt schnell als naiv, als Verdrängung, als freundliche Selbsttäuschung in einer Welt, die genügend Gründe zur Sorge liefert. In dieser Folge drehen Dirk Steffens und Alex diese Perspektive um: Optimismus ist hier kein Gefühl, das man hat – sondern eine Haltung, die man wählt. Und zwar nicht trotz der Realität, sondern wegen ihr.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Frage, wie wir überhaupt noch handlungsfähig oder sogar positiv bleiben können angesichts einer Nachrichtenlage, die gefühlt nur aus Katastrophenmeldungen besteht. Dirk Steffens plädiert nicht nur für einen Optimismus, der auf Analyse basiert, er begründet ihn auch. Wie? Hört rein!
Engagement wird zur Frage der Selbstwirksamkeit. Die „Kunst der kleinen Erfolge“ wird zur psychologischen Strategie gegen Ohnmacht und Resignation. Ein zentrales Motiv der Folge ist daher auch die Macht der Erzählungen, wie sie schon Harari beschreibt. Menschen handeln nicht auf Basis nackter Daten, sondern auf Basis von inneren Narrativen. Wenn Umweltschutz etwa als Verzicht, Katastrophe und moralische Anklage erzählt wird, erzeugt das Abwehr. Wenn er hingegen als Fortschrittsgeschichte, als Innovationsfeld und als Ausdruck von Fürsorge beschrieben wird, entsteht Motivation. Neue Narrative sind deshalb kein „Soft-Faktor“, sondern eine Voraussetzung für gesellschaftliche Transformation.
Gleichzeitig scheuen Alex und Dirk nicht vor unbequemen Einsichten zurück. Der Mensch, so Steffens, ist evolutionär nicht für globale, abstrakte Langzeitkrisen gebaut. Unsere steinzeitlichen Instinkte reagieren auf unmittelbare Bedrohungen, nicht auf schleichende Prozesse wie den Klimawandel. Nachdenken – wirkliches, tiefes, systemisches Nachdenken – ist anstrengend und oft unangenehm. Aber genau darin liegt die zivilisatorische Aufgabe unserer Zeit: unsere kognitiven Fähigkeiten über unsere alten Reflexe zu stellen.
Optimismus ist keine Schönfärberei, sondern die realistische Einschätzung, dass die Menschheit lernfähig ist und in der Vergangenheit immer wieder Wege aus scheinbar ausweglosen Situationen gefunden hat.
Diese Folge ist damit weniger ein Wohlfühlgespräch als eine Einladung zur inneren Positionsbestimmung: Welche Geschichte erzähle ich mir über die Welt – und welche Rolle spiele ich selbst darin?
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