In dieser Folge von Stimmen der Meere spricht Marcella Hansch mit Steffen Knodt, Ingenieur, Industrieexperte und Mitglied des Ozeandekaden-Komitees Deutschland (ODK). Gemeinsam werfen sie einen Blick auf die UN-Ozeandekade, ihre Ziele – und darauf, warum die Meere für unser Leben an Land unverzichtbar sind.
Warum die Ozeandekade so wichtig ist
Die Meere spielen in den globalen Nachhaltigkeitszielen bislang eine untergeordnete Rolle – obwohl sie zentral für Klima, Wetter, Nahrungsmittel, Biodiversität und den globalen Stoffkreislauf sind. Die UN-Ozeandekade (2021–2030) soll das ändern: Sie will Meereswissenschaft stärken und dieses Wissen in konkretes Handeln übersetzen.
Das Ozeandekaden-Komitee Deutschland
Das ODK koordiniert die Aktivitäten der Ozeandekade in Deutschland. Es arbeitet ehrenamtlich, interdisziplinär und international – mit Mitgliedern aus Wissenschaft, Industrie, Kultur und Zivilgesellschaft. Unterstützt wird das Komitee von Botschafter:innen und einem breiten Netzwerk aus Forschungsinstituten, NGOs und Bildungsakteuren in ganz Deutschland.
Ein zentrales Anliegen: komplexe Zusammenhänge verständlich machen und die Ozeandekade in die Gesellschaft tragen – auch fernab der Küsten.
Was aktuell besonders bewegt
• steigende Meerestemperaturen und ihre Folgen für Klima und Wetter
• Korallenriffe als Frühwarnsystem für den Zustand der Ozeane
• Plastikmüll und Mikroplastik als langfristiges, oft unsichtbares Problem
• Überfischung und die Bedeutung kleinteiliger, nachhaltiger Fischerei
• Küstennahe Lösungen wie Seegraswiesen, Mangroven und Algenwälder, die gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften umgesetzt werden
Bildung als Schlüssel
Ein zentrales Thema der Folge ist die Bedeutung von Bildung und frühzeitiger Sensibilisierung. Wer Zusammenhänge versteht, erkennt auch, warum scheinbar kleine Maßnahmen wichtig sind – und warum Verantwortung nicht erst im Meer beginnt, sondern an Land.
Was jede:r tun kann
• das eigene Verhalten in Bezug auf Wasser, Konsum und Abfall reflektieren
• Organisationen und lokale Initiativen unterstützen
• sich informieren, vernetzen und Meeresthemen sichtbar machen
• verstehen, dass alles, was wir an Land tun, früher oder später im Meer ankommt
Ausblick
Zur Halbzeit der Ozeandekade geht es weniger um starre Zielmarken als um langfristige Wirkung: Die Meere sollen stärker als gemeinsames Erbe der Menschheit verstanden werden – mit klar verankerter Verantwortung auf politischer, gesellschaftlicher und individueller Ebene.
Buchempfehlung aus der Folge
Zukunftslust von Prof. Dr. Achim Kampker, https://www.droemer-knaur.de/buch/prof-dr-achim-kampker-zukunftslust-9783963402999
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