Eigentlich haben Jochen und Anja gar keine Zeit, Trash-TV zu schauen, das merkt man in dieser Folge wieder sehr deutlich. Jochen müsste dringend Aufklärungsarbeit zum Thema Jenseitskontakte leisten – da ist, was die öffentliche Skepsis gegenüber derlei Erfahrungen angeht, noch sehr viel zu tun, obwohl die Grundidee dahinter auch nicht wesentlich wilder ist als so mancher Glaubenssatz, auf dem zum Beispiel das Christentum fußt. Anja wiederum müsste sich endlich ihrer chemischen Forschungsarbeit widmen und die Tablette gegen die Liebe entwickeln. Oder für die Liebe, so genau ist das noch nicht entschieden, aber auch große Durchbrüche beginnen bekanntlich mit methodischer Unklarheit.
Dankenswerterweise haben beide diese dringenden Projekte noch einmal vertagt, um sich der ersten Folge der neuen Staffel „Prominent getrennt“ zu widmen. Und die ist, leider muss man es sagen, schon wieder sehr vielversprechend. Obwohl Jochen und Anja eigentlich dachten, vom Elend der Ex-Beziehung zwischen Aleks Petrovic und Vanessa, König der Schmetterlinge, inzwischen ausreichend erschöpft zu sein, zeigt sich schnell: Dieses tote Beziehungspferd hat offenbar noch erstaunlich viel Erzählfleisch auf den Rippen.
Dabei stellen sich einige dringende Fragen. Ist Bro-Culture wirklich eine vollständig unzerstörbare Ressource? Warum wird Aleks von den anderen Männern im Haus schon wieder wie ein absolut unproblemtischer Buddy behandelt, obwohl seine „Temptation Island VIP“-Performance zum Zeitpunkt der Dreharbeiten doch mutmaßlich längst bekannt war? Und wie können sich Jochen und Anja endlich an Dream, Vanessas Bruder, heranmachen, damit er nicht nur die mutmaßlich hochinteressanten Hintergründe dieser Beziehung ausplaudert, sondern endlich auch die wahren Vorgänge in Twenty4Tims "Lovehunter"-Villa, die er auf TikTok so glaubhaft anteast? Dream, falls du das liest oder hörst: Bitte melde dich. Jochen und Anja sind verhandlungsbereit.
„Prominent getrennt“ jedenfalls erweist sich wieder einmal als handwerklicher Goldstandard des deutschen Reality-TV, zu beobachten an entlarvenden Gegenschnitten und der großen Kompositionskunst, kleine Salatgurken genau in dem Moment suggestiv zerteilen zu lassen, in dem Männer über ihre ungewollte Sexarmut sprechen. Anstrengend? Natürlich. Bleiben wir dran? Leider auch.
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