• #40 Rosanna Buchauer und die erstaunliche Normalität einer Weltklasse-Ultraläuferin
    Sep 1 2026

    Rosanna Buchauer war bei uns im SALTY Hub. Eine der besten Ultraläuferinnen der Welt. Vollzeitprofi. Ein Beruf, der von außen ungefähr so aussieht: Berge, Startnummern, Sponsoren, Training bei Sonnenaufgang. Tatsächlich gehört aber auch die eher unangenehme Frage dazu, ob man gerade gut genug ist, um das alles weiterhin machen zu dürfen.

    Rosanna nennt es trotzdem ein Privileg. Und sorgt ziemlich bewusst dafür, dass ihr Leben nicht vollständig zwischen Longrun, Strava und Recovery-Shake stattfindet. Ein großer Teil ihres Freundeskreises hat mit Trailrunning wenig am Hut. Da geht es um normale Dinge und gelegentlich um Probleme, die sich nicht mit Carbs pro Stunde lösen lassen. Als Speakerin steht Rosanna außerdem regelmäßig in Unternehmen auf Bühnen. Ein ziemlicher Kontrast zum Ultralaufen. Und offenbar ein sehr guter.

    Wir sprechen über Leistungsdruck und Fokus. Über ihre Arbeit mit einer Mentaltrainerin. Und über dieses schwer messbare Urvertrauen, dass die Dinge schon irgendwie gut werden. Nicht als Kalenderspruch. Sondern als etwas, das Rosanna hilft, wenn es darauf ankommt.

    Natürlich schauen wir auch unter die Motorhaube. Rosanna trainiert mit Trainer. Wir sprechen darüber, was sich dadurch verändert hat, wie sie Rennen vorbereitet und warum man freiwillig ein Etappenrennen im Himalaya läuft. Dinge, die in gewissen Kreisen offenbar keiner weiteren Erklärung bedürfen.

    Und wir sprechen über Frauen im Trailrunning. Darüber, welches Bild der Sport von ihnen zeichnet, wer dieses Bild eigentlich zeichnet und was sich noch ändern darf.

    Eine Folge über Profisport, ohne den Menschen dahinter versehentlich wegzuoptimieren.

    Mostra di più Mostra meno
    1 ora e 14 min
  • #39 Simon Krammig und der feine Unterschied zwischen Freiheit und Flucht
    Aug 4 2026

    Manchmal beginnt ein gutes Gespräch mit einem Podium. Simon Krammig wurde beim The North Face Großglockner Ultra-Trail Dritter auf der Königsdistanz. So ein Ergebnis stellt man nicht beiläufig ins Regal. Das bleibt. Macht stolz. Und dürfte noch eine Weile ziemlich gut nachhallen.

    Er lebt mittlerweile in Innsbruck, studiert Tourismus und läuft sehr schnell. Trotzdem wirkt er nicht wie jemand, der pausenlos irgendwohin muss. Eher wie jemand, der sich seinen Platz gesucht hat und dort erstaunlich gut angekommen ist.

    In dieser Episode sprechen wir mit ihm über Entscheidungen. Über Kurswechsel. Über Umwege, die sich später als ziemlich brauchbar herausstellen. Über die Freiheit, das eigene Leben nicht nach fremden Erwartungen einzurichten. Und über die Suche nach Glück, ohne daraus gleich ein Projekt mit Meilensteinen zu machen.

    Natürlich geht es auch ums Trailrunning. Um Training. Um Routinen. Um das, was Simon vorwärtsbringt. Aber ebenso um das, was ihm der Sport zurückgibt. Freiheit. Ruhe. Und gute Gründe, gesellschaftliche Vorstellungen gelegentlich einfach am nächsten Abzweig stehen zu lassen.

    Was hängen bleibt: Simon weiß nicht immer genau, wohin es geht. Aber ziemlich gut, warum er losläuft.

    Mostra di più Mostra meno
    1 ora e 19 min
  • #38 The North Face Großglockner Ultra-Trail Special
    Jul 23 2026

    Während wir diese Zeilen schreiben, wird in Zell am See-Kaprun gerade fast alles gleichzeitig fertig. Jemand sortiert Startnummern nach Nachnamen, jemand anders sucht seit zwanzig Minuten denselben Kabelbinder. Verpflegungskisten wandern von A nach B und kurz darauf wieder zurück. Ein Streckenposten fehlt noch in einer Excel-Liste, irgendwo piept ein Funkgerät, und mindestens ein Banner hängt bereits perfekt, nur leider am falschen Ort. Ganz normaler Ausnahmezustand.

    Mitten im Aufbau haben wir uns drei Menschen geschnappt, ohne die der The North Face Großglockner Ultra-Trail heute nicht das wäre, was er ist. Lisa Loferer kennt den GGUT aus Sicht einer Gastgeberin. Als Geschäftsführerin von Zell am See-Kaprun Tourismus. Und als jemand, der selbst lieber in Trailrunning-Schuhen unterwegs ist als in Besprechungsräumen.

    Johannes Überbacher begleitet den Sport seit Jahren. Nicht nur als Brand Manager von The North Face DACH, sondern als einer, der die deutschsprachige Trailrunning-Szene mit aufgebaut hat. Lange bevor sie überhaupt Szene genannt wurde.

    Und Markus Amon? Der hat beim GGUT schon so ziemlich alles gemacht. Er gewann die erste Ausgabe, kennt das Rennen seit seinen Anfängen und trägt heute als Race Director eine Verantwortung, die deutlich über Streckenprofile und Startzeiten hinausgeht. Wenn am Berg das Wetter kippt, Wege gesperrt werden oder Entscheidungen schnell fallen müssen, landet vieles bei ihm. Klingt weniger romantisch. Ist aber der wichtigste Job des Wochenendes.

    Wir sprechen darüber, warum Menschen so viel Zeit, Energie und Herzblut in ein Rennen stecken. Was sich im Trailrunning verändert hat. Was besser geworden ist. Was schwieriger. Und warum ein gutes

    Event meistens schon lange vor dem Startschuss beginnt.

    Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass ein Rennen nie nur aus Kilometern und Höhenmetern besteht. Sondern aus vielen Menschen, die sich darum kümmern, dass andere für einen Tag einfach nur laufen dürfen.

    Mostra di più Mostra meno
    1 ora e 11 min
  • #37 Ida-Sophie Hegemann und die Frage, wer eigentlich läuft
    Jul 1 2026

    Es gibt Menschen, die werden im Internet ständig gesehen. Und dann gibt es die Person dahinter. Genau dort wollten wir mit Ida-Sophie Hegemann hin.

    Wir waren bei ihr zu Gast. Es ging erstaunlich selten um Platzierungen. Dafür ziemlich oft um die Frage, wer Ida eigentlich ist, wenn Trailrunning mal kurz Pause macht. Läuferin? Profisportlerin? Influencerin? Oder einfach jemand, der gern draußen unterwegs ist und versucht, sich selbst dabei nicht aus den Augen zu verlieren?

    Wir sprechen über Freiheit. Über Läufe ohne Uhr, die manchmal genau das Richtige sind. Und manchmal eben auch nicht. Über Reichweite, die Türen öffnet und gleichzeitig Erwartungen mitbringt. Über das merkwürdige Gefühl, dass viele Menschen glauben, jemanden zu kennen, obwohl sie nur ein paar Quadrate auf dem Handy sehen.

    Es geht um Trailrunning als Sport. Als Kultur. Als Gemeinschaft. Aber auch darum, was gerade schiefläuft. Um Algorithmen. Aufmerksamkeit. Und die Frage, ob Wachstum automatisch Fortschritt bedeutet.

    Ida spricht offen. Über Zweifel. Über Verantwortung. Und darüber, warum sie sich lieber als Läuferin versteht als Marke.

    Am Ende bleibt vor allem eins hängen: Zwischen all den Bildern, Likes und Startnummern ist Authentizität immer noch erstaunlich schwer zu faken.

    Mostra di più Mostra meno
    1 ora e 18 min
  • #36 Niclas Bock und der kleinste gemeinsame Nenner verschwitzter Kulturräume
    Jun 1 2026

    Niclas Bock war schon vieles. Profi-Triathlet. Podcaster. Moderator. Medienmensch. Einer, der wahrscheinlich mehr Wettkampfverpflegung konsumiert hat als der durchschnittliche Mensch Nudeln. Und trotzdem hatten wir während unserem Gespräch nie das Gefühl, mit jemandem zu sprechen, der sich über Leistung definiert.

    Eher im Gegenteil.

    Diese Folge dreht sich um den kleinsten gemeinsamen Nenner aller Sportarten. Nicht Pace. Nicht Watt. Nicht VO2max. Sondern die ziemlich einfache Tatsache, dass Menschen Sport lieben. Weil er verbindet. Weil er Räume schafft. Weil man sich in ihm manchmal besser erkennt als im restlichen Alltag.

    Wir sprechen mit Bocki über Sport als Kultur. Über Gemeinschaft statt Leistungsgesellschaft. Über die Frage, warum Menschen stundenlang laufen, fahren oder schwimmen, obwohl ihnen dabei regelmäßig der Kreislauf die Freundschaft kündigt.

    Es geht um Medienreichweiten. Um Identifikation. Um Community. Um Kunst. Um Werte. Und immer wieder um dieselbe Frage: Was bleibt eigentlich übrig, wenn man den ganzen Zahlenkram mal kurz leiser dreht?

    Herausgekommen ist kein klassischer Sportpodcast. Eher ein Gespräch über Menschen, die im Sport etwas suchen, das deutlich größer ist als Sport selbst.

    Und über die vielleicht schönste Erkenntnis: Dass man sich trotz Medienreichweiten, Leistungsdiagnostik und sehr teurer Sportuhren manchmal einfach nur daran erinnern möchte, warum man überhaupt angefangen hat.

    Mostra di più Mostra meno
    1 ora e 35 min
  • #35 Clara Carste und der Berg als Treffpunkt für fast alles, was zählt
    Apr 30 2026

    Manche Familienrituale entstehen im Urlaub und verschwinden danach still. Manche setzen sich fest. Und manche fangen damit an, dass jemand einfach ein Jahr lang jeden Tag losläuft. Mit dem Papa.

    Bei Clara Carste ist genau das passiert. Aus dem Jahr wurde eine Gewohnheit. Aus der Gewohnheit eine Marathonliste. Die arbeiten die beiden jetzt gemeinsam ab. Klingt nach Plan. War aber keiner.

    Wir haben sie im Norrøna Store in München getroffen. Draußen Stadt. Drinnen Berge im Kopf. Clara ist Sportwissenschaftlerin. Weiß also, wie Training theoretisch funktioniert. Und entscheidet sich trotzdem oft für die einfache Variante: rausgehen und schauen, was passiert.

    Vom DYNAFIT Trail Hero ins Athletenteam ging das fast nebenbei. Jedenfalls wirkt es so. Wer genauer hinschaut, merkt: Das kommt nicht von ungefähr. Da ist Konstanz. Da ist Gefühl. Und da ist jemand, der ziemlich genau weiß, warum sie das macht.

    Wir reden über dieses eine Jahr. Über Laufen mit dem Papa. Über Wettkämpfe, bei denen sie gern schaut, was geht. Nicht verbissen, aber auch nicht zufällig. Über Skitouren und Hochtouren und dieses permanente Draußensein, das bei ihr kein Ausgleich ist, sondern einfach dazugehört.

    Was bleibt: Clara hat Spaß. Und meint das ernst.

    https://www.instagram.com/claracarste/

    Mostra di più Mostra meno
    1 ora e 17 min
  • #34 Dominik Hartmann und der feine Unterschied zwischen Idee und Wahnsinn
    Apr 1 2026

    Kurze Vorbemerkung: Dominik Hartmann ist unser Race Director, Mitgründer und der Grund, warum wir beim Schreiben dieser Zeilen nicht einmal versuchen, neutral zu klingen.

    Er war Freeskier, bevor er Race Director war. Davor mit Hilux und Skiern durch Zentralasien. Dazwischen hat er Salsa tanzen gelernt. Und irgendwann hat er den Chiemgau Trail Run gestartet, zu einer Zeit, als Kilian noch in Spandex unterwegs war und Trailrunning hier eher Fragezeichen als Szene. Unsere erste Reaktion damals: Trailrunning. Wie bitte?

    Tage vor dem ersten CTR stand er noch mit der Lawinenschaufel im Hang. Schnee und Eis raus, per Hand, mit einer Handvoll Helfer:innen. Sally war dabei. An der Stelle: Danke, Sally.

    In dieser Episode geht es genau um diesen Weg. Von Backside 360s und Zentralasien hin zu Verantwortung, Events und SALTY. Vom Selbermachen zum Loslassen. Vom Draußensein zum Überblick.

    Wir sprechen über Ideen, die erstmal nach Hirnpfürzen klingen. Und manchmal genau deshalb funktionieren. Über das, was ein Event heute ausmacht. Und warum sich vieles verändert hat. Aber nicht alles.

    Die Beschreibung ist nicht unvoreingenommen. Das Gespräch war es auch nicht. Macht es vielleicht besser.

    Mostra di più Mostra meno
    1 ora e 37 min
  • #33 Livin' la Vida Loca mit Johannes Wingenfeld
    Feb 28 2026

    Manche posten ihr Frühstück. Johannes isst es. Trockene Haferflocken. Manchmal mit Milch. Manchmal ohne Milch. Meistens mit mehr Konsequenz, als andere ihre Wochenziele formulieren.

    Am Tag unserer Aufnahme gab's erst Skimo am Götschen für ihn. Anschließend noch Vollgas-Trails zur Hochplatte via Scheißheißlsteig. Schließlich sitzt er im SALTY HUB und eröffnet mit uns das neue Podcast-Studio. Mit Spezi und Kuchen in der Hand, als wär's ein ganz normaler Freitag.

    Wir wollten wissen: Wer ist dieser Typ, der auch beim diesjährigen OTF den Vogel abgeschossen hat? Der danach weiter Rennen gewinnt und brachiale FKTs sammelt, als wären es Panini-Sticker. Wie trainiert er? Was trainiert? Wo trainiert er? Warum eigentlich? Wo eigentlich? Und vor allem: Warum wirkt das alles so unaufgeregt?

    Wir haben viel gefragt. Er hat ruhig geantwortet. Es war kurzweilig. Unterhaltsam. Ohne große Pose. Ohne Pathos. Was wir gelernt haben: Der Typ ist real. Johannes ist nicht nur Ausnahmesportler. Er ist vor allem ein richtig guter Kerl. Einer, der lieber macht als redet. Der Leistung bringt, aber nicht daraus lebt.

    Nachdem er mit seiner Reggaeton-Karre vom Hof gerollt ist, standen die beiden Stefans noch ein paar Minuten im Regen vorm HUB. Einfach so. Ziemlich geflasht. Passiert uns nicht mehr oft. Diesmal schon. Der Hype? Echt. Und absolut verdient. Morgen gibt’s wieder Haferflocken. Oder ein Ei. Je nachdem, was der Kühlschrank hergibt.

    Mostra di più Mostra meno
    1 ora e 15 min