Episodi

  • KurzGefasst: Wie Blutgefäße zwischen Wachstum und Entzündung unterscheiden
    Oct 19 2026
    In dieser Folge von „KurzGefasst“ geht es um eine zentrale Frage der Gefäßbiologie: Wie können Blutgefäße gleichzeitig stabil bleiben, wachsen und auf Entzündungen reagieren? Ein Forschungsteam der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums hat einen Mechanismus untersucht, der diese unterschiedlichen Aufgaben voneinander trennt. Im Mittelpunkt steht der Rezeptor Tie1, der sich nahezu ausschließlich auf den Endothelzellen befindet, die das Innere der Blutgefäße auskleiden. Bei Entzündungen wird ein Teil dieses Rezeptors von der Zelloberfläche abgespalten. Um die Bedeutung dieses Vorgangs zu untersuchen, erzeugten die Forschenden genetisch veränderte Mäuse, bei denen die Tie1-Spaltung blockiert war. Das Ergebnis: Die Tiere entwickelten normale Blutgefäße. Auch Gefäßwachstum, Gefäßerhalt und die Bildung neuer Blutgefäße blieben unverändert. Bei entzündlichen Reizen zeigte sich jedoch ein deutlicher Unterschied. Die Blutgefäße der veränderten Mäuse reagierten weniger stark, und wesentlich weniger Immunzellen wanderten aus der Blutbahn in das entzündete Gewebe ein. Die Studie zeigt damit, dass die Spaltung von Tie1 nicht für die grundlegende Entwicklung und Stabilität der Blutgefäße erforderlich ist, sondern vor allem deren entzündungsfördernde Aktivität ermöglicht. Was bedeutet das für unser Verständnis von Blutgefäßen? Wir sprechen darüber, warum Endothelzellen keine passive Barriere bilden, wie ein einziger Signalweg verschiedene Aufgaben steuern kann und weshalb die Ergebnisse langfristig für die Entwicklung gezielter Therapien interessant sein könnten. Dabei geht es auch um die Grenzen der Studie und die Frage, ob sich die entzündliche Gefäßreaktion künftig beeinflussen lässt, ohne die wichtigen Funktionen der Blutgefäße zu beeinträchtigen. Dieser Podcast wird mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt. Aktuelle medizinische Fachinformationen, Fachzeitschriften, E-Paper, Podcasts und mehr finden Sie auf mgb-medizin.de.
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    6 min
  • Bewegung zur richtigen Zeit: Chronotyp und Stoffwechsel | Expertentalk (englische Folge)
    Oct 14 2026
    Kann der richtige Zeitpunkt für Bewegung beeinflussen, wie gut unser Körper mit Insulin umgeht – und lässt sich die Wirkung von Sport durch eine Anpassung an die innere Uhr gezielt verbessern? Fachredakteurin Birgit Schulze spricht mit Prof. Dr. Patrick Schrauwen über Chrono-Exercise, die Bedeutung zirkadianer Rhythmen für den Stoffwechsel und die Frage, warum Bewegung am Morgen oder am Abend nicht für alle Menschen die gleichen Effekte haben muss. Schrauwen erläutert, wie sich seine Forschung von der mitochondrialen Funktion und metabolischen Flexibilität hin zur Chronobiologie entwickelt hat. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass die Mitochondrienaktivität im Tagesverlauf schwankt, während dieser Rhythmus bei Menschen mit Typ-2-Diabetes offenbar abgeflacht oder nicht mehr vorhanden ist. Welche Rolle kann der Zeitpunkt körperlicher Aktivität dabei spielen, die biologische Uhr zu stabilisieren, die Insulinsensitivität zu verbessern und gestörte Wechsel zwischen Nahrungs- und Fastenzustand wieder anzustoßen? Darüber hinaus geht es um den individuellen Chronotyp: Warum ist die Empfehlung, grundsätzlich am Abend zu trainieren, möglicherweise zu pauschal? Und weshalb könnten Morgenmenschen von einer anderen Trainingszeit profitieren als Menschen, die eher dem Abendtyp entsprechen? Prof. Schrauwen stellt die ReALign-Studie vor, in der untersucht wird, ob morgendliches Training bei ausgeprägten Morgenchronotypen und abendliches Training bei Abendchronotypen die jeweils günstigeren metabolischen Effekte erzielt – insbesondere bei Menschen mit Prädiabetes. Auch die besondere Situation von Schichtarbeitenden wird thematisiert. Bereits wenige Tage mit verändertem Schlaf-Wach-Rhythmus können die Insulinsensitivität beeinträchtigen. Welche Trainings- und Lebensstilstrategien könnten helfen, die gesundheitlichen Folgen von Nacht- und wechselnden Schichten abzumildern? Und was ist bei der Bewertung der bisherigen Studien zu beachten, wenn Chronotyp, Geschlecht, hormoneller Status, Menopause und die Unterschiede zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes bislang nur unzureichend berücksichtigt wurden? Im Mittelpunkt steht schließlich die Frage, welche Evidenz erforderlich ist, bevor zeitlich personalisierte Bewegungsempfehlungen in die Prävention und Behandlung von Diabetes integriert werden können. Prof. Schrauwen erklärt, warum dafür längere randomisierte Studien, alltagsnahe Untersuchungen und verlässliche Daten zur Blutzuckerregulation notwendig sind – und weshalb die Chronobiologie trotz offener Fragen schon heute stärker in den Blick genommen werden sollte. Denn nicht nur wie viel und wie intensiv wir uns bewegen, sondern auch wann wir aktiv sind, könnte für die Stoffwechselgesundheit von Bedeutung sein. Freuen Sie sich auf ein Gespräch über die innere Uhr, mitochondriale Rhythmen, Prädiabetes, Schichtarbeit und die Zukunft einer individuelleren Bewegungstherapie. Für alle, die besser verstehen möchten, wie Bewegung, Ernährung und Tageszeit zusammenspielen und welche Chancen eine chronobiologisch ausgerichtete Diabetesprävention bieten kann. Sie möchten auf dem neuesten Stand bleiben? Auf mgb-medizin.de finden Sie aktuelle News, Fachartikel, zertifizierte CME-Fortbildungen, praxisrelevante Studien, Videos, Podcasts und vieles mehr. Jetzt registrieren und entdecken!
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    37 min
  • Migräne zwischen Mythos und Misogynie: Ein Blick in die Geschichte | Prof. Gudrun-Goßrau im Expertentalk
    Oct 12 2026
    Ein pochender Schmerz, Sehstörungen, Übelkeit und die Unfähigkeit, auch nur kleinste Reize zu ertragen: Für Menschen mit Migräne kann eine Attacke fast unerträglich sein. Bereits in der Antike wurden diese besonderen Kopfschmerzen beschrieben – im Laufe der Geschichte jedoch mit sehr unterschiedlichen Erklärungen und teils fragwürdigen Behandlungsmethoden.In einer neuen Folge des MGB Medizin Podcasts nimmt Medizinjournalistin Julina Pletziger Sie mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Migräne. Gemeinsam mit Prof. Dr. Gudrun Goßrau-Solimena, Fachärztin für Neurologie und spezielle Schmerztherapie sowie Generalsekretärin und Pressesprecherin der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, spricht sie darüber, wie sich das Verständnis dieser Erkrankung verändert hat.Warum wird Migräne noch immer häufig bagatellisiert? Welche Vorgänge im Gehirn lösen eine Attacke aus? Wie wird Migräne heute diagnostiziert und behandelt? Und welche Rolle spielen moderne Medikamente wie Triptane sowie die Prophylaxe? Außerdem berichtet Sabine aus Duisburg von ihrem langen Weg zur richtigen Behandlung, absurden Ratschlägen und der Erfahrung, mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen zu werden.Die Folge beleuchtet auch, warum Migräne bei Frauen häufiger und oft belastender auftritt, weshalb die Erkrankung bereits in der Kindheit oder Jugend erkannt werden sollte und welche Versorgungslücken noch immer bestehen. Dabei wird deutlich: Migräne ist keine harmlose Befindlichkeitsstörung, sondern eine komplexe neurologische Erkrankung, die Anerkennung und eine passende Behandlung verdient. Seien Sie gespannt und folgen Sie uns, um keine neuen Folgen zu verpassen! Sie möchten auf dem neuesten Stand bleiben? Auf mgb-medizin.de finden Sie aktuelle News, Fachartikel, zertifizierte CME-Fortbildungen, praxisrelevante Studien, Videos, Podcasts und vieles mehr. Jetzt registrieren und entdecken!
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    17 min
  • KurzGefasst: MLC1-Antikörper – ein neues Zielantigen bei MS-ähnlichen Erkrankungen
    Sep 21 2026
    Was jahrzehntelang als Multiple Sklerose diagnostiziert wurde, entpuppt sich zunehmend als Spektrum verschiedener Autoimmunerkrankungen des zentralen Nervensystems – und mit jedem neu identifizierten Zielantigen wird die Diagnostik präziser. In dieser Folge von "KurzGefasst" stellen wir eine aktuelle Studie aus Science Translational Medicine vor, die das Protein MLC1 als neues Zielantigen bei MS-ähnlichen Erkrankungen identifiziert. Ausgangspunkt war eine Patientin mit Rückenmarksentzündung, bei der die bekannten Autoantikörper gegen AQP4 oder MOG negativ waren. Das Forschungsteam des LMU Klinikums München fand Antikörper gegen MLC1, ein Protein auf der Oberfläche von Astrozyten. Mit einem neu entwickelten Test wurden diese Antikörper bei vier von etwa 300 Patientinnen und Patienten mit MS oder MS-ähnlichen Erkrankungen nachgewiesen. Die Hypothesen wurden vorab präregistriert, und umfangreiche Laborversuche zeigten, dass MLC1-Antikörper Astrozyten zerstören und Entzündungen im Rückenmark verstärken können. Die Ergebnisse erweitern das Spektrum der MS-ähnlichen Erkrankungen um eine mögliche weitere eigenständige Entität – nach MOGAD und NMOSD. Dies hat praktische Konsequenzen: Der Nachweis spezifischer Autoantikörper ermöglicht präzisere Diagnosen und kann gezieltere Therapien ermöglichen. Die Studie zeigt beispielhaft, wie wichtig die kontinuierliche Suche nach neuen Zielantigenen für die Präzisionsmedizin in der Neuroimmunologie ist. Wir besprechen, warum diese Befunde für die Neuroimmunologie so relevant sind, welche diagnostischen und therapeutischen Konsequenzen sich ergeben und was sich daraus für das Verständnis von MS-ähnlichen Erkrankungen und möglicher therapeutischer Ansätze ableiten lässt. Quelle: Wong HK, Ho S, Yu Q, Given KS, Shqau D, Baier S, Winklmeier S, Rübsamen H, Kendirli A, Schanda K, Oswald E, Bräuer K, Thaler FS, Gerdes LA, Feederle R, Kerschensteiner M, Reindl M, Khademi M, Piehl F, Olsson T, Bennett JL, Kümpfel T, Kawakami N, Bradl M, Meinl E, Mader S. Antibodies against MLC1 found in patients with NMOSD-like disease mediate astrocytopathy in rodent models. Science Translational Medicine. 2026;18:eady0403. doi: 10.1126/scitranslmed.ady0403 Dieser Podcast wird mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt. Sie möchten auf dem neuesten Stand bleiben? Auf mgb-medizin.de finden Sie aktuelle News, Fachartikel, zertifizierte CME-Fortbildungen, praxisrelevante Studien, Videos, Podcasts und mehr. Jetzt registrieren und entdecken!
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    5 min
  • KurzGefasst: Gaming und Gehirn - Nicht nur die Spielzeit zählt
    Oct 5 2026
    In dieser Folge von „KurzGefasst“ geht es um eine Frage, die viele Eltern und Jugendliche beschäftigt: Beeinträchtigt viel Gaming die Konzentration – oder können Videospiele auch bestimmte Fähigkeiten fördern? Eine Studie mit mehr als 3.800 Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren zeigt, warum die Antwort nicht einfach Ja oder Nein lautet. Die Forschenden untersuchten sowohl die tägliche Spielzeit als auch Anzeichen problematischen Spielverhaltens und verglichen diese mit Ergebnissen aus Tests zu räumlichem Denken, Schlussfolgern, Gedächtnis, Sprache und Motorik. Im Durchschnitt spielten die Jugendlichen rund 99 Minuten pro Tag. Dabei zeigte sich ein unterschiedliches Muster: Mehr Spielzeit hing in einigen Bereichen mit etwas besseren Testergebnissen zusammen. Anzeichen von Kontrollverlust und Weiterspielen trotz Problemen standen dagegen mit niedrigeren Ergebnissen in Zusammenhang. Auch die Art des Spiels könnte eine Rolle spielen. Strategie- und Rollenspiele zeigten andere Zusammenhänge als Shooter – doch die Studie beweist nicht, dass ein bestimmtes Genre diese Effekte verursacht. Was lässt sich daraus ableiten? Wir besprechen, warum Spielzeit allein kein vollständiges Bild liefert, welche Grenzen die Untersuchung hat und weshalb Zusammenhänge nicht mit Ursache und Wirkung gleichzusetzen sind. Entscheidend ist auch, ob Jugendliche Pausen machen können und ob Schlaf, Schule oder Beziehungen unter dem Spielen leiden. Quelle: Studie von Willinger, Wunderl und Stieger. Die vollständige Quellenangabe: Dieser Podcast wird mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt. Aktuelle medizinische Fachinformationen, Fachzeitschriften, E-Paper, Podcasts und mehr finden Sie auf mgb-medizin.de.
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    5 min
  • KurzGefasst: Neurotizismus und Gehirn – die Amygdala-Hypothese widerlegt
    Sep 7 2026
    Wie eng hängt Neurotizismus tatsächlich mit der Amygdala zusammen – und was bedeutet es, wenn eine zentrale neurobiologische Annahme der Emotionsforschung nicht standhält? In dieser Folge von „KurzGefasst“ stellen wir eine aktuelle Studie aus Nature Communications vor, die die verbreitete Vorstellung einer generellen Hyperreaktivität der Amygdala bei Menschen mit hohem Neurotizismus grundlegend infrage stellt. Grundlage der Untersuchung sind fMRT-Daten von 338 bis 424 Teilnehmenden aus zwei US-Kohorten. Die Forschenden analysierten die Hirnaktivität in zwei etablierten experimentellen Paradigmen: beim Betrachten negativer Szenen sowie beim Sehen ängstlicher oder wütender Gesichter. Die Hypothesen wurden vorab präregistriert, die Daten in Trainings- und Validierungsstichproben aufgeteilt und mit einer umfangreichen Multiverse-Analyse sowie Bayes-Faktoren ausgewertet, um sowohl Effekte als auch deren Ausbleiben statistisch belastbar zu prüfen. Die Ergebnisse fallen überraschend deutlich aus: Weder Amygdala noch anteriore Insula, dorsales anteriores Cingulum oder das gesamte Salience Network zeigten bedeutsame Zusammenhänge mit Neurotizismus. Stattdessen sprechen die Daten klar für die Nullhypothese. Zugleich gelang es den Forschenden aber, die Facette Stress-Vulnerabilität mithilfe ganzhirniger Aktivierungsmuster vorherzusagen. Dieses prädiktive Muster war nicht in limbischen Strukturen verankert, sondern vor allem in somatomotorischen und visuellen Netzwerken. Die Studie spricht damit gegen einfache lokalisatorische Erklärungsmodelle und für ein differenzierteres Verständnis stabiler Persönlichkeitsmerkmale im Gehirn. Wir besprechen, warum diese Befunde für die Persönlichkeits- und Emotionsforschung so relevant sind, welche methodischen Konsequenzen sich für die Interpretation bildgebender Studien ergeben und was sich daraus für das Verständnis von Stress-Vulnerabilität und möglicher therapeutischer Ansätze ableiten lässt. Quelle: Sicorello M, Kraynak TE, Manuck SB, Schmahl C, Wager TD, Wright AGC, Gianaros PJ, Petre B. The functional neurobiology of dispositions towards negative emotions. Nature Communications. 2026;17:5622. doi: 10.1038/s41467-026-74565-0 Dieser Podcast wird mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt. Sie möchten auf dem neuesten Stand bleiben? Auf mgb-medizin.de finden Sie aktuelle News, Fachartikel, zertifizierte CME-Fortbildungen, praxisrelevante Studien, Videos, Podcasts und vieles mehr. Jetzt registrieren und entdecken!
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    7 min
  • Polyneuropathie & Diabetes: Verlauf, Diagnostik & Therapie | Expertentalk
    Sep 2 2026
    Warum bleibt die diabetische Polyneuropathie trotz einer Prävalenz von bis zu 30 % so häufig unerkannt – und welche einfachen Untersuchungen können dabei helfen, die Diagnose sicher und frühzeitig zu stellen? Fachredakteurin Birgit Schulze spricht mit Dr. Gidon Bönhof, Leiter der Arbeitsgruppe Neuropathie am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) Düsseldorf und seit über zehn Jahren in der klinischen und translationalen Neuropathie-Forschung tätig, über die Herausforderungen des Neuropathie-Screenings im Praxisalltag, neue altersabhängige Referenzwerte und die diagnostische Bedeutung von Stimmgabel- und Pin-Prick-Test. Warum wird die diabetische Polyneuropathie so systematisch unterdiagnostiziert? Was ist beim Screening asymptomatischer Patientinnen und Patienten wirklich notwendig? Und weshalb können bereits zwei einfache Untersuchungen eine diagnostische Genauigkeit von über 80 % erreichen? Dr. Bönhof erläutert, welchen Stellenwert die Rydel-Seiffer-Stimmgabel, der Pin-Prick-Test und der Achillessehnenreflex in der praktischen Diagnostik haben und welche neuen Erkenntnisse aus einer zehnjährigen Longitudinalstudie zum Verlauf der Nervenfunktion bei Typ-2-Diabetes gewonnen werden konnten. Darüber hinaus geht es um Unterschiede zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes, die Indikation für eine Hautbiopsie, Entzündungsbiomarker und immunmodulatorische Prozesse sowie die Chancen und aktuellen Grenzen von KI-gestützten und digitalen Screening-Tools. Im Mittelpunkt steht dabei eine zentrale Botschaft für die Praxis: Nicht fehlende Zeit oder Geräte sind das größte Hindernis, sondern die fehlende Standardisierung. Wer das Screening strukturiert einführt und delegiert, kann diagnostische Sicherheit gewinnen, ohne den Praxisablauf wesentlich zu belasten. Freuen Sie sich auf ein Gespräch, das die diabetische Polyneuropathie verständlich einordnet und konkrete Impulse für eine frühere, standardisierte Diagnostik gibt. Für alle, die besser verstehen möchten, wie sich Nervenfunktionsstörungen bei Diabetes frühzeitig erkennen lassen und welche Bedeutung dies für Prävention, Verlaufskontrolle und Therapie hat. Sie möchten auf dem neuesten Stand bleiben? Auf mgb-medizin.de finden Sie aktuelle News, Fachartikel, zertifizierte CME-Fortbildungen, praxisrelevante Studien, Videos, Podcasts und vieles mehr. Jetzt registrieren und entdecken!
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    30 min
  • KurzGefasst: Revidierte McDonald-Kriterien 2024 – frühere MS-Diagnose mit konventionellen Methoden
    Aug 24 2026
    Wie viel früher lässt sich Multiple Sklerose heute diagnostizieren – und braucht es dafür tatsächlich hochspezialisierte neue Bildgebungsverfahren? In dieser Folge von „KurzGefasst“ stellen wir eine aktuelle Studie aus eClinicalMedicine vor, die zeigt: Die 2024 überarbeiteten McDonald-Kriterien ermöglichen deutlich häufiger eine MS-Diagnose bereits beim ersten demyelinisierenden Ereignis – und das auch mit den konventionellen diagnostischen Verfahren der klinischen Routine. Grundlage der Untersuchung ist eine prospektiv erhobene, monozentrische Kohorte mit 215 Erwachsenen, die zwischen Oktober 2020 und Juni 2025 mit einem ersten demyelinisierenden Ereignis oder einem radiologisch isolierten Syndrom an der Medizinischen Hochschule Hannover vorgestellt wurden. Alle Patientinnen und Patienten erhielten eine standardisierte Diagnostik mit kontrastverstärktem MRT von Gehirn und Rückenmark, visuell evozierten Potenzialen und Liquoranalyse. Die Daten wurden anschließend retrospektiv sowohl nach den McDonald-Kriterien von 2017 als auch nach der revidierten Fassung von 2024 ausgewertet. Neu eingeführte MRT-Marker wie das zentrale Venenzeichen oder paramagnetische Randläsionen sowie die optische Kohärenztomographie waren in der Kohorte nicht systematisch verfügbar. Die Ergebnisse sind klinisch relevant: Nach den Kriterien von 2017 erfüllten 181 von 215 Personen – also 84 Prozent – bereits bei der Erstvorstellung die Voraussetzungen für eine MS-Diagnose. Unter Anwendung der 2024 revidierten Kriterien waren es 201 Personen beziehungsweise 93,5 Prozent. Die 20 zusätzlichen Diagnosen gingen vor allem auf die Einbeziehung des Nervus opticus als weitere neuroanatomische Topografie sowie auf die Möglichkeit zurück, bestimmte Fälle eines radiologisch isolierten Syndroms als MS zu klassifizieren. Der diagnostische Zugewinn war dabei hochsignifikant. Für die Praxis besonders wichtig: Die neuen Kriterien entfalten ihren Nutzen bereits mit den heute verfügbaren Standardmethoden. Ein hypothetischer Verzicht auf visuell evozierte Potenziale hätte den Großteil der Diagnosen weiterhin ermöglicht. Ohne Liquordiagnostik wären dagegen etwa 25 Prozent der Diagnosen nicht möglich gewesen. Die Liquoranalyse bleibt damit ein zentraler Bestandteil der Diagnostik. Zugleich zeigen die Daten, dass der Sehnerv bei vielen Betroffenen Hinweise auf eine Beteiligung liefert, die klinisch nicht immer als manifeste Optikusneuritis in Erscheinung getreten ist. Wir besprechen, warum eine frühere MS-Diagnose den Beginn einer krankheitsmodifizierenden Therapie beschleunigen kann, welche Rolle der Sehnerv und die Liquoranalyse in den neuen Kriterien spielen und weshalb moderne MRT-Marker trotz ihres wissenschaftlichen Potenzials in der klinischen Routine derzeit nicht immer entscheidend sind. Außerdem geht es um die Grenzen der Studie: das monozentrische Design, die kurze Nachbeobachtungszeit, die fehlende formale Prüfung der diagnostischen Spezifität und die weiterhin diskutierte Frage einer möglichen Überdiagnose – insbesondere bei radiologisch isolierten Syndromen. Die Studie spricht insgesamt für einen pragmatischen Ansatz, bei dem neue diagnostische Möglichkeiten in bestehende, breit verfügbare Verfahren integriert werden. Dieser Podcast wird mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt. Sie möchten auf dem neuesten Stand bleiben? Auf mgb-medizin.de finden Sie aktuelle News, Fachartikel, zertifizierte CME-Fortbildungen, praxisrelevante Studien, Videos, Podcasts und vieles mehr. Jetzt registrieren und entdecken!
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    6 min