Episodi

  • #33: Vers 28 – Die Kunst, ungeformt zu bleiben
    Oct 9 2026
    „Kenne das Männliche, aber bewahre das Weibliche.“ Mit diesen Worten beginnt Vers 28 des Dao De Jing und führt uns mitten hinein in eine der großen Fragen daoistischer Philosophie: Wie können wir die unterschiedlichen Kräfte des Lebens kennenlernen, ohne uns mit einer von ihnen zu identifizieren?

    In dieser Episode sprechen wir über Yin und Yang jenseits fester Geschlechterrollen, über das Tal als Bild einer empfänglichen Stärke und über die Bedeutung des Zurückkehrens – zu unserem eigenen Rhythmus, zur Natur und zu etwas in uns, das nicht erst durch Leistung oder Anerkennung wertvoll wird. Wir erkunden, wie die Jahreszeiten unsere innere Bewegung begleiten, warum Demut nicht Selbstverkleinerung bedeutet und was Laozi mit dem unbehauenen Holzblock – Pǔ 樸 meint.Ein Gespräch über Erfahrung und Einfachheit, die Kunst des Empfangens und die Frage, ob wir im Laufe unseres Lebens vielleicht nicht nur lernen, jemand zu werden, sondern auch, weniger an dem festzuhalten, was wir geworden sind.
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    48 min
  • #32: Was der Herbst bewahrt
    Oct 2 2026
    Wenn wir über die Wandlungsphase Metall und den Herbst sprechen, fällt fast automatisch ein Wort: Loslassen. Doch vielleicht beginnt die Bewegung des Herbstes früher.In Episode 32 erkunden wir Metall als die Kraft des Sammelns, Unterscheidens und Verdichtens. Wir sprechen darüber, warum Loslassen nicht immer etwas ist, das wir aktiv herstellen können, sondern manchmal erst geschieht, wenn etwas gefühlt, gewürdigt und lange genug gesetzt wurde. Und wir fragen, was Trauer uns darüber erzählt, was in unserem Leben wirklich kostbar ist.Von Shōu 收 – Sammeln und Ernten führt uns unser Gespräch zu Lunge und Pò, Atem und Vergänglichkeit, Tod und Melancholie, Grenzen und Unterscheidungsfähigkeit – und schließlich zu der Frage, was wir aus diesem Herbst mit in die stille Bewegung des Winters nehmen möchten.Eine Episode über die Schönheit dessen, was nicht bleibt – und darüber, warum wir vielleicht erst erkennen müssen, was wir bewahren wollen, bevor wir wissen können, was gehen darf.
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    44 min
  • #31: Vers 27 – Der gute Wanderer hinterlässt keine Spur
    Sep 25 2026
    Der gute Wanderer hinterlässt keine Spur.In Vers 27 des Dao De Jing beschreibt Laozi Meisterschaft durch fünf rätselhafte Bilder: gutes Gehen, Sprechen, Rechnen, Schließen und Binden. Gemeinsam erkunden wir, was diese Bilder über Skillfulness, Wu Wei und die Kunst des Nicht-Aufzwingens erzählen – und warum wirkliche Erfahrung vielleicht gerade daran erkennbar wird, dass sie immer weniger demonstriert werden muss.Von dort führt uns der Vers zu Offenheit und geistiger Beweglichkeit, zu „verworfenem“ und scheinbar nutzlosem Leben und schließlich zur Beziehung zwischen Lehrer:in und Schüler:in. Wir sprechen darüber, warum beide einander brauchen, weshalb Wiederholung und Kontemplation etwas anderes sind als bloßer Informationskonsum und warum Meisterschaft vielleicht nicht bedeutet, irgendwann alles zu wissen – sondern beweglich genug zu bleiben, um sich weiterhin überraschen zu lassen.
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    1 ora e 17 min
  • #30: Wenn wir nichts mehr beweisen müssen
    Sep 18 2026
    Was haben Scham und Meisterschaft miteinander zu tun?Ausgehend von unserem Gespräch über weibliches Altern und Schönheitsideale in Episode 29 schauen wir diesmal darauf, wie Scham gesellschaftliche Normen nach innen verlagert – und warum sie sich nicht immer wie Kleinsein anfühlen muss. Manchmal zeigt sie sich auch in Perfektionismus, Verteidigung, Status und dem Bedürfnis, den eigenen Wert beweisen zu müssen.Von dort führt uns das Gespräch zu Self-Mastery, Kampfkunst, Qigong und spirituellen Traditionen: Was unterscheidet tatsächliche Kompetenz von der Identität des „Meisters“? Wann wird Lineage zu Verantwortung – und wann zum Statussymbol? Und könnte wirkliche Meisterschaft gerade darin bestehen, ein Leben lang lernfähig zu bleiben?Eine Episode über Scham und Schuld, Demut und Disziplin, Ego und spirituelle Identität – und über die Freiheit, irgendwann nicht mehr beweisen zu müssen, wer wir sind.
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    1 ora e 1 min
  • #29: Vers 26 – Die Wurzel des Leichten
    Sep 11 2026
    Das Schwere ist des Leichten Wurzel. Mit Vers 26 des Dao De Jing sprechen wir über die stille Substanz, die alles Leichte trägt: über Körper, Ruhe, Verwurzelung und darüber, warum Balance weniger mit Stillstand als mit der Fähigkeit zur Rückkehr zu tun hat.Von dort führt uns der Vers zu einer sehr gegenwärtigen Frage: Was geschieht, wenn wir die Blüte mit der Wurzel verwechseln? Wir sprechen über weibliches Altern, Schönheitsideale und die feine Grenze zwischen Körperpflege und dem gesellschaftlichen Druck, sichtbare Zeichen des Älterwerdens korrigieren zu müssen. Dabei fragen wir, was Vitalität eigentlich bedeutet, welche Rolle Scham als gesellschaftliches Regulativ spielt – und warum ein bewohnter, lebendiger Körper vielleicht etwas ganz anderes ausstrahlt als bloße Jugendlichkeit.
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    1 ora e 9 min
  • #28: Was zwischen den Polen entsteht
    Sep 4 2026
    Heute machen wir eine kleine Pause vom nächsten Vers des Dao De Jing und widmen uns einem Prinzip, das beinahe alles durchzieht, worüber wir bisher gesprochen haben: Yin und Yang.Was bedeutet Polarität eigentlich, wenn wir sie nicht als absolute Gegensätzlichkeit verstehen? Wir sprechen über Yin und Yang als relationale, kontextabhängige Qualitäten, über Rhythmus, Schwingung und die ständige Bewegung zwischen den Polen – in der Natur ebenso wie in unserem Körper, unseren Beziehungen und unserem Alltag.Dabei geht es auch um die Frage, warum Harmonie nicht Gleichheit bedeutet und Gesundheit vielleicht weniger ein Zustand perfekter Balance ist als die Fähigkeit, beweglich zu bleiben und angemessen zwischen unterschiedlichen Qualitäten und Zuständen wechseln zu können.
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    50 min
  • #27: Vers 25 – Das Dao folgt sich selbst
    Aug 28 2026
    In Episode 27 widmen wir uns Vers 25 des Dao De Jing und einer der großen Bewegungen daoistischen Denkens: Was weit hinausgeht, kehrt zurück. Wir sprechen über zyklische statt lineare Entwicklung, über Rückzug und Durchlässigkeit, natürliche Rhythmen und darüber, was es bedeuten könnte, wenn Laozi sagt: Der Mensch folgt der Erde, die Erde dem Himmel, der Himmel dem Dao – und das Dao folgt sich selbst.Von dort führt uns das Gespräch zu Ziran 自然, weiblichen Lebenszyklen, Diversität und Vorbildern, Frauenkreisen und der Frage, wie wir wieder sensibler für jene inneren Impulse werden können, die nicht aus Druck oder einem Plan entstehen, sondern aus einer tieferen Natürlichkeit.
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    1 ora e 7 min
  • #26: Vers 24 – Wenn wir auf Zehenspitzen leben
    Aug 21 2026
    In Episode 26 sprechen wir über Vers 24 des Dao De Jing und darüber, was geschieht, wenn wir versuchen, schneller, größer oder weiter zu sein, als es unserem natürlichen Rhythmus entspricht. Von Laozi führt uns das Gespräch zu Michael Endes Momo, zu Zeitdieben und der Frage, warum Verlangsamung die Zeit manchmal wieder spürbar werden lässt.Wir sprechen über Neumond und Sonnenfinsternis als Bilder für Rückzug und innere Sammlung, über Manifestation als Kultivierung des Geistes, über Selbstreflexion, Natürlichkeit und das Spannungsfeld zwischen Pflicht und Neigung. Eine Folge über Präsenz, Energie, Grenzen und darüber, warum wahre Kraft vielleicht weniger aus Forcieren entsteht als aus einem guten Verhältnis zu unserem eigenen Tempo.
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    1 ora e 11 min