Episodi

  • #138 Der Bäcker Kornelius
    Feb 9 2026

    Kornelius ist Bäcker in einem Dorf, das so klein ist, dass es nicht einmal einen Namen hat. Seine Brötchen sind rund, sein Brot ist knusprig, und seine Nächte sind ruhig – bis ihm eines Abends beim Blick zum Vollmond ein seltsamer Gedanke kommt: Wie schmeckt eigentlich Mondlicht?

    Eine Geschichte über einen Mann, der etwas Unmögliches versucht. Und dabei etwas ganz anderes findet.

    Dieses Märchen ist frei von Gewalt und Grausamkeiten.

    Geschrieben und gelesen von Jens-Henning Gläsker.

    Mach es dir gemütlich und schlaf gut.

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    12 min
  • #137 Die Herberge zur letzten Wacht
    Feb 2 2026

    Es gibt Nächte, in denen die Welt da draußen besonders weit weg scheint. In einer solchen Nacht verirrt sich der Bote Jakob im Schneesturm, hoch oben in den Bergen. Er hat sich verrechnet, der Weg ist verschwunden, und seine Füße tragen ihn kaum noch weiter.

    Dann sieht er ein Licht. Es führt ihn zu einem Haus, das er nicht kennt – obwohl er jeden Gasthof in diesen Bergen kennt. Über der Tür hängt ein Schild: „Herberge zur letzten Wacht".

    Eine Geschichte über einen Ort, den man nicht finden kann, wenn man ihn sucht. Nur wenn man ihn braucht.

    Dieses Märchen ist frei von Gewalt und Grausamkeiten.

    Geschrieben und gelesen von Jens-Henning Gläsker.

    Mach es dir gemütlich und schlaf gut.

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    19 min
  • #136 Der Weber der Nacht
    Jan 26 2026

    Tief in einem Tal, das die Landkarten vergessen haben, lebt ein Mann namens Alarich. Er ist Weber, aber er verarbeitet keine Wolle und keine Seide. Jeden Abend, wenn das blaue Licht kommt, sammelt er die Schatten – und mit ihnen die Unruhe der Menschen, ihre kreisenden Gedanken, ihre ungesagten Worte.

    Eines Abends klopft ein Junge an seine Tür. Wendelin ist elf Jahre alt und kann seit Wochen nicht schlafen.

    Eine Geschichte darüber, was die Nacht eigentlich ist. Und warum manche Dunkelheit nicht verschluckt, sondern beschützt.

    Dieses Märchen ist frei von Gewalt und Grausamkeiten.

    Gelesen und geschrieben von Jens-Henning Gläsker.

    Mach es dir gemütlich und schlaf gut.

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    15 min
  • #135 Die Frau, die der Stille zuhörte
    Jan 19 2026

    Die Frau, die der Stille zuhörte

    Mathilde wohnt allein in einem Haus, das früher voller Leben war. Die Kinder sind längst fort, ihr Mann vor drei Jahren gestorben. Jetzt ist es still.

    Aber die Stille ist nicht leer, das merkt Mathilde, je länger sie hinhört. Sie ist voll von kleinen Geräuschen und von etwas anderem, das sie nicht benennen kann. Bis sie eines Abends beschließt, die Stille einfach zu fragen, was sie ihr sagen will.

    Eine Geschichte über das Zuhören. Und darüber, dass manche Dinge erst dann zu uns sprechen, wenn wir aufhören, Lärm zu machen.

    Dieses Märchen ist frei von Gewalt und Grausamkeiten.

    Gelesen von Jens-Henning Gläsker.

    Mach es dir gemütlich und schlaf gut.

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    15 min
  • # 134 Der Mann, der den Januar fegen wollte
    Jan 12 2026

    Diesmal gibt es eine richtige Einschlaffolge. Ganz ohne Gewalt, Grausamkeiten oder Aufregung. Wie gefällt Dir das Märchen?


    Der Mann, der den Januar fegen wollte

    Der alte Tönnes war sein Leben lang Besenbinder. Jetzt, wo seine Hände zu steif für den Markt sind, bindet er trotzdem jeden Tag einen Besen – einfach weil sie es so gewohnt sind.

    An einem grauen Januarmorgen, als der Winter schwer über dem Land liegt und alles ein bisschen still und müde ist, kommt Tönnes ein seltsamer Gedanke: Vielleicht kann man den Januar wegfegen. Nicht den Schnee, nicht das Laub – den Monat selbst.

    Eine Geschichte über das Schwere, das manchmal auf allem liegt. Und darüber, dass man es nicht immer loswerden muss, um sich leichter zu fühlen.


    Gelesen von Jens-Henning Gläsker.

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    12 min
  • Weihnachtsspecial 2025 - Bergkristall 3/3
    Dec 22 2025

    Weihnachtsspecial 2025 (3-teilig)

    Die längste Nacht ist vorbei.

    Als das erste Licht über das Eis kriecht, hören Konrad und Sanna das Horn. Es hallt zwischen den Eisblöcken, ein langgezogener, tiefer Ton – das Zeichen der Hirten. Die Rettung ist da.

    Männer aus Gschaid und Millsdorf haben die ganze Nacht gesucht. Mit Fackeln und Seilen sind sie durch Schluchten gestiegen, haben jeden Felsen abgesucht. Als sie die Spuren der Kinder im frischen Schnee finden – ganz weit oben, dort wo die Gletscher schlafen – wissen sie: Es ist ein Wunder, dass sie noch leben.

    Der Abstieg beginnt. Langsam, vorsichtig, Schritt für Schritt. Die Männer spannen Seile über die Spalten, prüfen jeden Tritt. Einmal bricht der Boden unter einem der Hirten weg – nur das Seil hält ihn, während seine Beine ins Nichts baumeln. Niemand spricht viel. Das Eis hat sie alle eingeschüchtert.

    Erst als sie die ersten Bäume erreichen, atmeten die Männer auf. Hier ist der Boden sicher. Hier kennen sie sich aus.

    Als sie Gschaid erreichen, steht das ganze Dorf auf dem Platz vor der Kirche. Die Mutter rennt durch den Schnee, stolpert, reißt die Kinder an sich. Der Vater steht abseits, grau vor Erschöpfung. Als Konrad zu ihm hinübersieht, nickt er nur. Einmal. Kurz. Aber es ist genug.

    Am Abend kommen die Großeltern. Der Großvater legt Konrad die Hand auf den Kopf – schwer, warm. „Du hast gut gemacht, Junge." Und zur kleinen Sanna sagt er: „Tapfer sein heißt nicht, keine Angst zu haben. Es heißt, trotzdem weiterzugehen."

    In den folgenden Tagen sprechen die Leute im Dorf über nichts anderes. Manche sagen, es sei ein Wunder gewesen. Andere sagen, es sei das Glück der Unwissenden. Aber Konrad weiß es besser: Es war der Kaffeextrakt der Großmutter. Und Sannas Hand in seiner. Und die Weigerung aufzugeben.

    Jahre später erzählt man sich die Geschichte noch immer – die Kinder, die im Eis überlebt haben. Aber Konrad erzählt sie selten. Und wenn doch, dann nicht als Heldengeschichte.

    „Was habt ihr dann gemacht?", fragen die Kinder, die zuhören.

    „Wir sind weitergegangen", sagt Konrad. „Wir sind einfach weitergegangen."

    Manchmal ist das alles, was man tun kann.

    Late Night Grimm präsentiert: Bergkristall von Adalbert Stifter – Episode 3 (Finale)
    Eine Geschichte über Heimkehr, über das Ende der Angst und darüber, was bleibt.

    Gelesen von Jens-Henning Gläsker


    Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    Möge euer Weg immer sicher sein, möge das Licht euch leiten – und möget ihr niemals im Schnee die Richtung verlieren.

    Danke, dass ihr mir in diesem Jahr zugehört habt. Wir hören uns 2026 wieder – mit neuen Geschichten, neuen Märchen und neuen Nächten.

    Bleibt warm. Bleibt neugierig. Bleibt friedlich.

    Euer Jens-Henning


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    16 min
  • Weihnachtsspecial 2025 - Bergkristall 2/3
    Dec 15 2025

    Weihnachtsspecial 2025 (3-teilig)

    Konrad und Sanna sind im Schneesturm vom Weg abgekommen. Der Wind kommt von hinten und schiebt sie vorwärts wie eine unsichtbare Hand – höher, immer höher. Sie suchen verzweifelt nach dem Wald, nach den Markierungen, nach irgendetwas Vertrautem.

    Doch da ist nichts. Nur Weiß.

    Der Boden unter ihren Füßen wird steiler. Sie stolpern über Felsen, die aus dem Schnee ragen – kantig, eisbedeckt, fremd. Das sind keine Felsen vom Waldweg. Das sind Felsen aus einer anderen Welt.

    Dann reißt der Schneesturm auf – und was sie sehen, nimmt ihnen den Atem:

    Gewaltige Eisblöcke, manche so groß wie Häuser, türmen sich um sie herum. Blaues Licht schimmert aus den Tiefen des Gletschers. Schwarze Spalten klaffen im Eis, bodenlos, kalt wie der Tod selbst. Sie sind im Toten Gebirge angekommen – an jenem Ort, über den die Erwachsenen nur am Feuer sprechen, mit gesenkter Stimme.

    „Wir sind zu hoch gegangen", sagt Konrad tonlos. „Viel zu hoch."

    Es gibt keinen Rückweg mehr. Die Nacht bricht herein. Sie finden eine Höhle zwischen den Eisblöcken – kein warmer Unterschlupf, nur ein windgeschützter Spalt im Fels. Hier müssen sie bleiben. Hier müssen sie die Nacht überstehen.

    Konrad erinnert sich an die Flasche der Großmutter – der Kaffeextrakt. „Du darfst nicht einschlafen", sagt er zu Sanna. „Hörst du? Du darfst nicht einschlafen!" Denn irgendein Instinkt sagt ihm: Wer hier oben schläft, wacht nicht wieder auf.

    Sie spielen das Zitterspiel. Finger öffnen, schließen. Zehen bewegen. In die Hände klatschen. Nicht aufhören. Niemals aufhören.

    Und über ihnen, über dem ewigen Eis, tanzt ein Licht am Himmel – grün und rot, fließend wie Wasser, schön und furchtbar zugleich. Als wäre der Himmel selbst lebendig geworden.

    „Was ist das?", flüstert Sanna.

    „Vielleicht die Engel", sagt Konrad.

    Es ist die längste Nacht ihres Lebens.

    Aber als der Morgen dämmert, als das Eis sich rot färbt im ersten Licht – da hören sie es: Ein Horn. Das Horn der Hirten. Die Rettung ist nah.

    Late Night Grimm präsentiert: Bergkristall von Adalbert Stifter – Episode 2
    Eine Geschichte über die Nacht, das Eis und den Willen zu überleben.

    Gelesen von Jens-Henning Gläsker

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    16 min
  • Weihnachtsspecial 2025 - Bergkristall 1/3
    Dec 9 2025

    Weihnachtsspecial 2025 (3-teilig)


    In den Hochgebirgsdörfern sind die Winter streng und die Traditionen heilig. Konrad und Sanna, Geschwister aus dem abgelegenen Dorf Gschaid, machen sich am Heiligen Abend auf den vertrauten Weg über den Berg nach Millsdorf, wo ihre Großeltern leben.

    Der Besuch bei der Großmutter ist warm und vertraut – es gibt Gans, Knödel und Kekse, die nach Zimt schmecken. Doch der Großvater bemerkt den veränderten Himmel: bleich, fast gelblich wie altes Pergament. „Das gibt Schnee", sagt er. „Ihr solltet nicht trödeln."

    Die Kinder machen sich auf den Heimweg. In der Tasche tragen sie das Geschenk der Großmutter und eine kleine Flasche Kaffeextrakt – „wenn ihr müde werdet". Sie ahnen nicht, wie lebensrettend diese Geste noch werden wird.

    Auf der Anhöhe, dort wo man in beide Täler hinabsehen kann, beginnt es zu schneien. Erst sind es nur einzelne Flocken, schön und federleicht. Doch innerhalb von Minuten wird aus dem sanften Schweben ein Treiben. Der Weg verschwindet. Die roten Markierungssäulen sind nicht mehr zu finden.

    Konrad, der große Bruder, versucht ruhig zu bleiben. Aber irgendwann muss er es eingestehen: „Ich weiß es nicht, Sanna. Ich weiß nicht, wo wir sind."

    Der Wind treibt sie vorwärts – und höher, immer höher, dorthin, wo kein Mensch sein sollte.

    Late Night Grimm präsentiert: Bergkristall von Adalbert Stifter
    Eine dreiteilige Erzählung über Kinder, Kälte und die Gewalt der Natur.

    Gelesen von Jens-Henning Gläsker

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    14 min