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  • #52 – Die Kirche im Dorf lassen! Neues Leben in leerstehenden Gotteshäusern
    Oct 13 2026

    Zum ersten Mal seit Jahrhunderten waren 2022 weniger als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland Mitglied der evangelischen oder katholischen Kirche. Mit sinkenden Mitgliederzahlen sinken auch Kirchensteuererträge, während vielerorts gleichzeitig Kirchen und Kirchengebäude seltener genutzt werden. Bistümer und Landeskirchen stehen daher vor der Frage, wie der eigene Gebäudebestand weiterentwickelt werden kann. So schätzen Forscher:innen, dass schon bald jede vierte bis fünfte Kirche nicht mehr ausschließlich als Gottesdienstraum genutzt werden wird. Gerade im ländlichen Raum ist das eine zentrale Frage, denn hier ist die Kirche oft mehr als nur Ort des Gottesdienstes. Sie ist Wahrzeichen, Treffpunkt und manchmal einer der wenigen öffentlichen Räume im Dorf und für viele mit Erinnerungen verbunden.

    Wie geht es also mit Kirchen, Klöstern und Pfarreien auf dem Land weiter? Bei der Beantwortung dieser Frage hilft uns Helmut Ramsauer, Co-Gründer von rvda, einem Kollektiv für Projektentwicklung und Beratung wirkungsorientierter Immobilienprojekte. Er ist außerdem Initiator der Churchability-Konferenz, die Akteurinnen und Akteure aus Politik, Kirche, Gesellschaft und Immobilienbranche zusammenbringt, um gemeinsam Lösungen für den kirchlichen Gebäudebestand zu entwickeln.

    In unserem Gespräch haben wir unter anderem darüber gesprochen, dass der "Tsunami" des Kirchenleerstands zwar noch bevorsteht, sich aber bereits deutlich ankündigt. Helmut erklärt dabei zentrale Begrifflichkeiten wie „Profanierung“ und „Umwidmung“ und gibt Einblicke in innerkirchliche Prozesse und Akteursstrukturen. Außerdem ging es darum, wie wichtig es ist, lokale Gemeinschaften und Behörden von Anfang an in Umnutzungsprojekte einzubinden und wie beim Abschied von der eigenen Dorfkirche die emotionale Ebene mitgedacht werden kann.

    Helmut betont, dassbei Umnutzungen lokale Herausforderungen aufgegriffen werden sollten, anstatt den Fokus nur auf Vermarktung und Veräußerung zu legen und gleichzeitig viel Geschick und dass Immobilien-Fachwissen benötigt wird. Ein weiteres Thema: Oft sind die Mittel noch nicht komplett weggefallen, sondern perspektivisch gefährdet – Zeit, die genutzt werden sollte, denn erfolgreiche Umnutzungsprozesse brauchen Zeit, Engagement und ein gemeinsames Ziel. Zum Schluss sprechen wir darüber, warum es noch viel mehr Formate braucht, die verschiedene Perspektiven aus Kirche, Immobilienwirtschaft und Politik zusammenbringen; so wie es die Churchability-Konferenz bereits vormacht.

    Weiterführende Links:

    · Studie „Wirkungsökosysteme für kirchliche Umnutzungen“ von SPINPARTNERS

    · Projekt Churchground der Berthold Leibinger Stiftung, das die Aufwertung von Freiräumen rund um Kirchen unterstützt

    · Mittlerweile für Kulturveranstaltung genutzte Kirche St. Agnes in Berlin

    · Churchability-Konferenz, die am 15. Oktober 2026 in Essen stattfindet

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    34 min
  • #51 – Jenseits der üblichen Vorbilder: Was ländliche Mobilität von östlichen Ansätzen lernen kann
    Sep 8 2026

    In dieser Folge von „LandAussichten“ sprechen wir mit Dr. Wladimir Sgibnev vom Leibniz-Institut für Länderkunde (Leipzig) über ländliche Mobilität und die Frage, was Deutschland aus den Erfahrungen Mittel- und Osteuropas sowie Zentralasiens lernen kann. Denn wenn über gute Mobilität gesprochen wird, fällt der Blick oft auf die üblichen Vorbilder: etwa die Schweiz oder Frankreich. Dabei gibt es auch im Osten Europas und darüber hinaus spannende Lösungen, von denen sich einiges lernen lässt.

    Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. In den 1990er-Jahren mussten sich Mobilitätssysteme unter völlig neuen Bedingungen organisieren. Staatliche Finanzierung, Expertise und eingespielte Versorgungssysteme brachen weg, und plötzlich waren pragmatische Lösungen gefragt, die den Alltag trotzdem am Laufen hielten.

    Ein besonders anschauliches Beispiel sind die Marschrutki: kleine Minibusse, die vielerorts aus improvisierten Notlösungen entstanden und sich zu einem festen Bestandteil des Nahverkehrs entwickelten. Dahinter steckt mehr als eine bestimmte Art von Fahrzeug: Es geht um Selbstorganisation, Solidarität und die Frage, wie Mobilität funktioniert, wenn öffentliche Strukturen an ihre Grenzen kommen.

    Gleichzeitig geht es um die Frage, was wir heute von solchen Erfahrungen lernen können. Wladimir Sgibnev blickt kritisch auf eine Mobilitätswende, die sich stark an Digitalisierung, Automatisierung und großen Zukunftsversprechen orientiert. Denn manchmal liegt die Lösung näher: ein verlässlicher Takt, ein gut ausgebautes Busangebot oder die Reaktivierung einer Bahnstrecke können im ländlichen Raum deutlich mehr bewirken als die nächste Hightech-Idee.

    Der Blick geht deshalb auch auf Beispiele, die in Deutschland bislang wenig bekannt sind: funktionierende Nebenbahnnetze und Oberleitungsbusse in Mittel- und Osteuropa ebenso wie Bürgerbusmodelle in Sachsen. Was diese Ansätze verbindet: Sie müssen nicht spektakulär sein, sondern vor allem vor Ort funktionieren und zu den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen passen.

    Zum Schluss wird es noch einmal grundsätzlicher: Was können wir aus alltäglichen Nachhaltigkeitspraktiken in postsozialistischen Regionen lernen? Und warum muss nachhaltiges Leben nicht immer sichtbar, neu oder besonders innovativ sein? Das Gespräch zeigt, dass ländliche Mobilität eng mit regionaler Entwicklung, gesellschaftlichem Zusammenhalt und der Frage verbunden ist, wie wir unseren Alltag organisieren.

    Für vertiefende Infos:

    • Post-socialist urban infrastructures: learning from systems of less
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    40 min
  • #50 - Kommunalfinanzen am Limit: Wie steht es um die Dorf- und Gemeindekassen?
    Aug 11 2026

    In der heutigen Zeit stehen viele Kommunen in Deutschland vor massiven finanziellen Herausforderungen. Insbesondere in ländlichen Räumen ist die Frage nach der Handlungsfähigkeit der Gemeinden von zentraler Bedeutung. In unserer 50. Jubiläumsfolge von "LandAussichten" beleuchten wir die aktuellen Herausforderungen der Kommunalfinanzen und suchen nach Lösungen. Unser Gast, Dr. Dominik Frankenberg vom Thünen-Institut für Innovation und Wertschöpfung in ländlichen Räumen, geht mit uns auf Ursachensuche. Dabei nimmt er uns mit in die Funktionsweise des kommunalen Finanzsystems und bringt Ideen mit, wie die Dorf- und Gemeindekassen nachhaltig gestärkt werden können.

    Um die aktuellen Herausforderungen besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Geschichte. Im frühen 19. Jahrhundert, nach der Niederlage Preußens im Vierten Koalitionskrieg, wurden umfassende Reformen initiiert, die auch die Kommunalverwaltung betrafen. Die Stein-Hardenbergschen Reformen hatten zum Ziel, die Selbstverwaltung der Gemeinden zu stärken und das Interesse der Bürger:innen an öffentlichen Angelegenheiten zu fördern. Diese Reformen führten zu einer größeren Autonomie der Kommunen gegenüber dem preußischen Zentralstaat.

    Heute steht die kommunale Handlungsfähigkeit erneut unter enormem Druck. Ein vom Städte- und Gemeindebund, dem Landkreistag und anderen Institutionen organisierter Aktionstag "Kommunen am Limit" hat kürzlich auf die gravierenden finanziellen Defizite in den Gemeinden aufmerksam gemacht. Die Ursachen sind vielfältig: Steigende Ausgaben, besonders für Sozialleistungen und Infrastrukturprojekten. Sinkende Steuereinnahmen, bedingt durch den demografischen Wandel und die gesamtwirtschaftliche Rezession. Auf Bundes- und Landesebene kommen zudem gesetzliche Vorgaben hinzu: neue Leistungen, die auf kommunaler Ebene bereitgestellt werden und die Haushalts- und Personalsituation weiter belasten.

    Die Herausforderungen gefährden nicht nur die finanzielle Stabilität der Kommunen, sondern auch ihre Fähigkeit, grundlegende Dienstleistungen für die Bürger:innen bereitzustellen. Im Alltag bedeuten klamme Kommunen für die Bürger:innen weniger ÖPNV, höhere Kitapreise, ausbleibende Schwimmbadsanierungen oder höhere Hundesteuern.

    Für Dominik Frankenberg braucht es für den Weg raus aus der kommunalen Finanzkrise unter anderem mehrerer Dinge: eine stärkere finanzielle Autonomie der Kommunen, um freier über ihre Finanzen entscheiden zu können. Und eine Reform des Finanzausgleicha zwischen Bund, Ländern und Kommunen, die eine dauerhafte, auskömmliche Finanzierung und kommunale Handlungsfähigkeit sicherstellt.

    Die Diskussion um die Kommunalfinanzen ist komplex, aber entscheidend für die Zukunft ländlicher Räume in Deutschland. Denn die Bewertung des Staates und seiner Leistung erfolgt insbesondere im täglichen Erleben vor der eigenen Haustür. Um aus der Sackgasse zu kommen, braucht es deshalb künftig eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen, um die finanziellen Herausforderungen zu meistern.

    Weiterführende Infos:

    • Kommunaler Finanzreport 2026 der Bertelsmann-Stiftung, an dem Dominik Frankenberg mitgearbeitet hat
    • Blogbeitrag von Dominik Frankenberg zum Thema Kommunalfinanzen 2025 in ländlichen Räumen
    • Mehr zum Aktionstag "Kommunen am Limit
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    41 min
  • #49 – Wandel gestalten in der Lausitz: Kommunalpolitik und der Zusammenhalt vor Ort
    Jul 14 2026

    In dieser Folge von „LandAussichten“ haben wir mit Christine Herntier, die Bürgermeisterin von Spremberg, zu Gast. Im Gespräch geht es um die Herausforderungen des Strukturwandels in der Lausitz und die Frage, wie Kommunalpolitik in bewegten Zeiten gestaltet werden kann?

    Im Mittelpunkt steht dabei die veränderte Rolle von Kommunen: Strukturwandel ist längst nicht mehr nur eine Frage von Investitionen und Fördermitteln, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Es geht um neue Perspektiven für regionale Wertschöpfung, um Verantwortung vor Ort und um die Frage, wie Vertrauen entsteht, wenn politische Prozesse Zeit brauchen, um Wirkung zu zeigen.

    Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit Konflikten und Spannungen in der Region. Christine Herntier berichtet von dem Gegenwind, dem Kommunalpolitiker:innen zunehmend ausgesetzt sind, und spricht offen über gesellschaftliche Polarisierung sowie rechtsextreme Vorfälle. Diese reichen von persönlichen Anfeindungen über rechtsextreme Symbole im öffentlichen Raum bis hin zu Ereignissen, die auch das schulische Umfeld erreichen. Sie erklärt, warum es wichtig ist, diese Entwicklungen sichtbar zu machen, welche Reaktionen darauffolgten und warum Kommunen mehr Handlungsspielräume brauchen, um vor Ort wirksam reagieren zu können.

    Außerdem geht es um Beteiligung und Zusammenhalt: Welche Formate des Austauschs helfen wirklich? Wie können unterschiedliche Gruppen in der Gesellschaft besser erreicht werden, insbesondere auch junge Menschen? Und was stärkt Gemeinden, wenn der soziale Zusammenhalt unter Druck gerät?

    Zum Abschluss richtet sich der Blick nach vorn: Woran sich erkennen lässt, dass Strukturwandel gelungen ist, und welche Rolle Zivilgesellschaft, Engagement und lokale Initiativen dabei spielen.

    Für vertiefende Infos:

    • Christine Herntier
    • Lausitzrunde
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    33 min
  • #48 – Wenn Dörfer zu Bühnen werden: Kulturelle Landpartie im Wendland - Zwischen Festivalzeit und Dorfleben
    Jun 9 2026

    In dieser Folge von „LandAussichten“ geht es ins Wendland, eine Region im Norden Deutschlands, die viele vor allem durch die Kulturelle Landpartie (KLP) kennen. Die KLP ist viel mehr als ein Festival. Sie steht für ein besonderes Lebensgefühl – geprägt von Gemeinschaft, Selbstorganisation und einer Region, die sich über Jahrzehnte immer wieder neu erfunden hat. Gemeinsam mit Antonia Traulsen (Filmemacherin und Kulturschaffende) und Rainer Süßmilch (Schauspieler und Musiker) sprechen wir darüber, wie aus einer politischen Aufbruchszeit ein dichtes Netz aus Kultur, Initiativen und Projekten entstanden ist, in dem Kunst, Alltag und Dorfleben eng zusammengehören. Dabei geht es auch um das Land als Möglichkeitsraum – um Freiräume, offene Orte und die Frage, wie gemeinschaftliches Gestalten gelingen kann.

    Im Mittelpunkt stehen die zwölf Tage der Kulturellen Landpartie: Höfe öffnen sich, Scheunen werden zu Bühnen und ganze Dörfer verwandeln sich in Orte für Kunst, Musik, Theater und Begegnung. Die Veranstaltungen sind dezentral organisiert, von lokalen Akteuren getragen und bewusst nicht-kommerziell. Gleichzeitig geht es auch um die Herausforderungen und die Frage, wie sich das Format in Zukunft weiterentwickeln kann.

    Außerdem schauen wir auf das Leben außerhalb der Festivalzeit: Wie lebt es sich in einer Region, die stark von Engagement und gemeinschaftlicher Verantwortung geprägt ist? Und was bleibt, wenn die Bühnen wieder abgebaut sind und der Alltag zurückkehrt? Was bedeutet es, aus der Stadt ins Wendland zu ziehen – und wie verändert sich das Leben dort, wo Mitgestaltung und Eigeninitiative so wichtig sind?

    Unsere Gäste erzählen von Projekten, Nachbarschaften, Jugendinitiativen und kreativen Netzwerken, die weit über die Festivalwochen hinauswirken. Aus einzelnen Ideen entstehen dauerhafte Orte und Strukturen, die das ganze Jahr über das Leben im Wendland prägen und immer wieder neue Formen des Zusammenlebens ermöglichen.

    Für vertiefende Infos zum Projekt und den Inhalten des Gesprächs empfehlen wir:

    • Kulturelle Landpartie Wendland
    • Quartier 4 – Soziokulturelles Zentrum
    • Dorf Diahren
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    1 ora e 17 min
  • #47 – Walk & History in Abtsteinach: Wie erhält man mit Hausnamen Dorfgeschichte?
    May 12 2026

    Diese Folge LandAussichten führt uns auf eine kleine Zeitreise ins 12. und 13. Jahrhundert auf dem Land. Damals befand sich die Namensgebung der Menschen und Orte gerade im Umbruch: Zu Rufnamen (heute: Vornamen) gesellten sich Beinamen (unsere heutigen Familiennamen). Da die Menschen damals noch nicht Namen wie Matteo-Lewin oder Mathilda-Lia trugen, war die Auswahl auf wenige, oft christliche Namen beschränkt. Das Problem? In den Dörfern doppelten sich so viele Namen. Straßennamen und Hausnummern gab es aber auch noch nicht, was die klare Zuordnung einzelner Menschen oft schwierig machte. So behalfen sich die Menschen mit Dorf- bzw. Hausnamen, um Häuser und ihre Bewohner:innen klar zu identifizieren. Einzelne Häuser bekamen so eigene Namen, die sich auf ihre ehemaligen Besitzer:innen, deren Namen, besonderen Eigenschaften, Spitznamen, Beruf oder auf die Lage des Gebäudes bezogen. „Ins Amend“ konnte so beispielsweise das Haus am Ende einer Straße beschreiben.

    Und damit in die Gegenwart: Durch mobilere ländliche Gesellschaften, die öfter umziehen, gerät heutzutage mit den Namen vielerorts auch ein Stück Dorfgeschichte in Vergessenheit. Daher machen sich Gemeinden wie Abtsteinach daran, das Wissen zusammenzutragen, Schilder aufzuhängen und Führungen anzubieten, um dieses alte Wissen zu bewahren und neu zu beleben.

    Zu Gast im Podcast ist Gabi Gerner. Sie ist Verwaltungsfachangestellte bei der Gemeinde Abtsteinach und kümmert sich dort seit 2012 um Tourismus, Beschaffung und Veranstaltungsorganisation. Geboren wurde sie 1963 im Ortsteil Unter-Abtsteinach – in einem Haus mit dem Hausnamen „Ähls“. Ihre Verbindung zur Dorfgeschichte und zu den Hausnamen ist daher nicht nur beruflich, sondern auch persönlich geprägt.

    Im Gespräch geht es unter anderem darum, was Dorf- und Hausnamen über frühere Bewohner:innen verraten – etwa, wenn der Hausname weiblich war oder bestimmte Adjektive enthält. Wir sprechen darüber, welche Herausforderungen es bei der Recherche und Sicherung dieses Wissens gibt, wie viel (Nicht-)Wissen über alte Namen und Dorfgeschichte noch vorhanden ist und welche Dynamiken das Projekt im Dorf angestoßen hat. Außerdem geht es darum, welchen Mehrwert das Projekt für den Tourismus bietet. Denn die sichtbaren Hausnamenschilder regen heute Austausch, Begegnung und Dorfentwicklungsprozesse in Abtsteinach an – etwa, wenn man sich auf den Weg „ins Honspäidasch“ macht, um gemeinsam ein Glas Wein zu trinken.

    Weiterführende Links:

    – Eine Übersichtskarte der Häuser mit Schildern der alten Hausnamen in Abtsteinach

    – Hintergrund zur Geschichte von Familien- und Hausnamen in Deutschland: Fachartikel: Die Hausnamen (Dorfnamen) von Allendorf/Lahn von Thomas Euler

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    28 min
  • #46 – LEADER: Erfolgsmodell mit unklarer Zukunft
    Apr 14 2026

    Mit Blick auf die Weiterentwicklung des Mehrjährigen Finanzrahmens der EU steht auch ein Förderansatz der Ländlichen Entwicklung in den vergangenen Monaten immer wieder im Fokus: LEADER. Die Methode, die erstmals vor ca. 35 Jahren Teil der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU wurde, wird aktuell in insgesamt 372 Regionen in Deutschland genutzt. Mit ihr werden Backhäuser, Machbarkeitsstudien, Musikkurse und Bürgerbusse finanziert; abgestimmt auf die lokalen Bedarfe vor Ort und gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und öffentlicher Hand. Über 2027 hinaus ist die Zukunft von LEADER jedoch mit Blick auf ihre Mittelausstattung und inhaltliche Ausrichtung ungewiss. In der neuen Folge LandAussichten gehen wir daher der Frage nach, wie es mit LEADER weitergeht: Was der Ansatz vor Ort leistet, wie er weiterentwickelt werden kann und wie der aktuelle Stand der Debatte auf EU-Ebene ist.

    Zu Gast ist Dr. Hartmut Berndt, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen in Deutschland (BAGLAG). Er war unter anderem im Göttinger Land und in der Region Saale-Rudolstadt als Regionalmanager tätig und ist heute stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrats Ländliche Entwicklung. Seit über 20 Jahren setzt er sich für die Belange ländlicher Regionen, die Weiterentwicklung von LEADER und die Vernetzung und den Wissenstransfer zwischen den Lokalen Aktionsgruppen ein.

    Im Gespräch klären wir, wie die Methode im Detail in der Praxis funktioniert und warum der Bottom-up-Ansatz so gut zu ländlichen Räumen passt. Rund um die Frage der Weiterentwicklung sprechen wir zudem darüber, wie sich der Ansatz praxisnäher und unbürokratischer gestalten ließe. Abschließend werfen wir einen Blick auf die aktuellen MFR-Vorschläge der Kommission und ihre Bedeutung für den LEADER-Ansatz, die Details und Fragen rund um ein geplantes Rural Target und was Regionalmanager:innen mit Gärtner:innen gemeinsam haben.

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    46 min
  • #45 – Ländliche Resilienz: Zwischen Buzzword und Erfolgsrezept
    Mar 10 2026

    In den letzten Jahren ist an einem Begriff kein Vorbeikommen: Resilienz. Sie begegnet uns in Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Coaching – und zunehmend auch in der Regionalentwicklung. Denn gerade in ländlichen Räumen häufen sich Transformationsprozesse wie demografischer Wandel und Energiewende. Daher stellt sich die Frage: Warum blühen manche Dörfer trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf, während anderer stagnieren – und wie können Dörfer unter Druck nicht nur bestehen, sondern auch gedeihen? Unsere neue Folge sucht rund um die Frage der Resilienz nach Antworten, zeigt ihre strategische Bedeutung für Regionen und räumt zugleich mit Buzzword-Mythen auf.

    Zu Gast ist Dr. Alistair Adam Hernández, wissenschaftlicher Mitarbeiter am VISTRA-Institut der Universität Vechta und im Interreg-Projekts SIRR – Sustainable, Innovative and Resilient Rural Areas. Aufgewachsen im grünen Norden Teneriffas, arbeitet Alistair seit mehreren Jahren an der Schnittstelle von Land- und Regionalentwicklung – als Aktionsforscher, Berater und Lehrtrainer. Seine Promotion widmete er der Resilienz ländlicher Räume in Spanien, England und Deutschland.

    Im Gespräch beleuchten wir, warum manche Dörfer trotz widriger Umstände vorankommen, während andere stagnieren. Alistair erklärt, welche Rolle Selbstorganisationsfähigkeit spielt und wie regionale Geschichte Resilienz stärkt – illustriert mit Beispielen aus Spanien und England. Wir diskutieren, warum Resilienz als Buzzword so populär ist, wie man sie trotzdem praktisch greifbar macht, welche Arten von Resilienz es gibt und was Dörfer auf Stelzen damit zu tun haben. Außerdem geht es um die Schnittstelle von Aktionsforschung und Resilienz: Wissen teilen, Impulse setzen und gemeinsam lernen, statt nur zu analysieren!

    Weiterführende Links:

    • Alistairs Promotionsschrift „Das resiliente Dorf“ ist über den oekom-Verlag erhältlich: https://www.oekom.de/buch/das-resiliente-dorf-9783962383084
    • Mehr zum von erwähnten schwedischen Symbiosenetzwerk in Sotenäs lest ihr unter: https://symbioscentrum.se/symbiosisdevelopment.4.63823e331859e02e4ce1b618.html
    • Mehr zum Hintergrund der Community Land Trusts erfahrt ihr auf Alistairs Blog unter: https://ruralvision.eu/die-zuegel-unserer-entwicklung-in-der-hand-haben-die-community-development-trusts-teil-1/
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    39 min