In dieser Folge von „Komplett irre“ spricht Nils Traummann mit Katrin Colbow über ein Thema, das viele Menschen berührt, aber häufig verdrängt wird: Tod, Verlust, Trauer und die Suche nach Halt nach einem tiefen Einschnitt.
Im Mittelpunkt steht nicht die schnelle Antwort, sondern der Umgang mit dem Unfassbaren. Katrin spricht über ihren persönlichen Weg in die Sterbe- und Trauerbegleitung, über frühe Erfahrungen mit dem Tod, familiäre Verluste und über die besondere Dynamik, die nach einem Suizid entstehen kann. Dabei geht es um Selbstvorwürfe, Kontrollverlust, offene Fragen und den inneren Satz, der viele Betroffene begleitet: „Was hätte ich tun müssen?“
Die Folge zeigt, wie unterschiedlich Trauer verlaufen kann – je nachdem, ob ein Tod erwartbar, plötzlich oder traumatisch erlebt wird. Besprochen werden auch konkrete Elemente, die Menschen im Alltag stabilisieren können: Rituale, Nachgespräche, tragfähige Routinen, ein verlässliches Umfeld und die Möglichkeit, Trauer nicht nur als Zustand, sondern als Prozess zu verstehen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Hospizbegleitung. Katrin erklärt, wie eine Begleitung organisatorisch zustande kommt, welche Rolle Koordination, Erstkontakt, persönliche Passung und klare Grenzen spielen – und warum Begleitung nicht bedeutet, Antworten aufzudrängen, sondern Menschen in einer existenziellen Phase würdevoll zur Seite zu stehen.
Im späteren Verlauf öffnet sich das Gespräch auch für das Thema Medialität. Katrin beschreibt aus ihrer Perspektive, wie eine Sitzung ablaufen kann, welche Anliegen Menschen mitbringen und warum Fragen wie „Geht es ihm oder ihr gut?“ oder „Darf ich loslassen?“ für Trauernde eine zentrale Bedeutung bekommen können. Der Zugang bleibt dabei ruhig, respektvoll und ohne Sensationslogik.
Eine intensive Folge über Abschied, Schuldgefühle, Trost, Würde, Spiritualität und die Frage, welche Form von Verbindung bleibt, wenn ein Mensch nicht mehr da ist.