Episodi

  • Souveränität heisst entscheiden können - nicht sich abschotten
    Jan 24 2026

    Wer souverän sein will, muss Anbieter wechseln können.

    Nicht theoretisch, sondern operativ und innert nützlicher Frist. Es geht um Modularität statt Abhängigkeit, um bewusste Architektur statt technologische Bequemlichkeit.

    Jeder Klick lenkt Geldflüsse, stärkt Machtzentren und beeinflusst geopolitische Abhängigkeiten.

    Technologie ist Macht, auch wenn sie im Alltag unsichtbar bleibt.

    Um digitale Abhängigkeiten strukturiert zu bewerten, stelle ich Dir heute das 4P-Modell vor:

    • Place (Ort): Wo liegen Daten und Services, und welchem Recht unterstehen sie? EU-Recht, Datenresidenz und Exit-Szenarien sind keine Nice-to-haves, sondern strategische Notwendigkeiten.

    • Power (Macht): Wie stark ist der Vendor Lock-in? Offene Standards, Open Source und saubere APIs erhöhen die Verhandlungsmacht von Organisationen, auch wenn vollständige Unabhängigkeit selten realistisch ist.

    • Price (Preis): Der wahre Preis zeigt sich über den Lebenszyklus hinweg. Migration, Egress-Kosten und Wechselaufwände gehören zwingend in jede seriöse Kalkulation.

    • Principle (Prinzip): Technologie muss zu den eigenen Werten passen. DSGVO, AI Act, Transparenz bei Trainingsdaten und ethische Leitplanken sind Teil unternehmerischer Verantwortung.

    Europäische Lösungen sind wichtig und strategisch relevant. Gleichzeitig braucht es Ehrlichkeit: In vielen Szenarien führen operative Anforderungen an Hyperscalern vorbei.

    Digitale Souveränität entsteht deshalb nicht durch Verzicht, sondern durch bewusst gestaltete Abhängigkeiten.

    Souverän bist du nicht durch Autarkie, sondern wenn du dank modularer Architektur jederzeit wechseln kannst - technisch, rechtlich und wirtschaftlich.

    Autarkie ist eine Vision.

    Modularität ist ein Werkzeug.

    Gestaltungsmacht = Souveräntität, das ist das Ziel.


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    Wer bin ich?
    Roger Basler de Roca | MSc Digital Business | PhD Candidate

    Als Digital-Unternehmer, Buchautor und Top-100-Speaker bin ich seit über 25 Jahren in digitalen Welten zu Hause – mit einer besonderen Leidenschaft für Künstliche Intelligenz, Algorithmen und die Souveränität des Menschen im digitalen Zeitalter.

    Ich spreche die Sprache der Algorithmen, auch wenn Pflanzen bei mir weniger gut gedeihen. Mein Ziel: Menschen und Organisationen befähigen, Digitalisierung und KI nicht nur zu nutzen, sondern selbstbestimmt zu gestalten.

    Mein Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau digitaler Geschäfts- und Wachstumsmodelle durch Educational Consulting – der Schnittstelle von Bildung, Technologie und unternehmerischem Denken.

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    6 min
  • Überlebt ChatGPT 2026?
    Jan 17 2026

    Wird ChatGPT 2026 noch eine relevante Rolle spielen oder erleben wir gerade den Anfang vom Ende eines KI-Giganten? In dieser Episode analysieren wir nüchtern und datenbasiert den kritischen Zustand von OpenAI und ordnen ein, was hinter der öffentlichen Erfolgsgeschichte wirklich passiert.

    Im Zentrum stehen drei harte Realitäten: massive Verluste in zweistelliger Milliardenhöhe, ein weiterhin nicht tragfähiges Geschäftsmodell und eine strategisch ambivalente Abhängigkeit von Microsoft. Gleichzeitig fragmentiert der Markt rasant. Googles Gemini, tief integriert in bestehende Produktiv-Ökosysteme, gewinnt deutlich an Boden. Die Zeit der monopolartigen KI-Plattform scheint vorbei zu sein.

    Die Episode zeigt auf, warum hohe Nutzerzahlen allein kein Schutzschild mehr sind, weshalb nutzungsbasierte Preise und Werbung ein zweischneidiges Schwert darstellen und wieso OpenAIs grosse Vision eines persönlichen KI-Betriebssystems genau jetzt zum finanziellen Risiko wird.


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    6 min
  • ChatGPT Health – Wenn der Chatbot zum Arzt wird
    Jan 10 2026

    Würdest du einer KI deine komplette Krankengeschichte anvertrauen? In dieser Ausgabe von „KI kann ich“ werfe ich einen präzisen Blick in eine sehr nahe Zukunft:

    ChatGPT Health ist Realität. Bereits rund 200 Millionen Menschen nutzen wöchentlich KI, um Symptome einzuordnen, Arzttermine vorzubereiten oder undurchsichtige medizinische Abrechnungen zu verstehen.

    Doch genau hier beginnt die eigentliche Debatte.

    • Der Status quo
      Warum ChatGPT Health in den USA bereits als eigener Menüpunkt verfügbar ist, in Deutschland, Österreich und der Schweiz jedoch (noch) fehlt. Datenschutz, Regulierung und Haftungsfragen stehen hier im Zentrum.

    • Versprechen versus Realität
      OpenAI betont, dass Gesundheitsdaten nicht zum Training der Basismodelle verwendet werden. Ein starkes Versprechen. Aber was bedeutet das konkret, technisch wie rechtlich, und wie belastbar ist diese Zusicherung wirklich?

    • Der kritische Blick
      warum diese Entwicklung hochrelevant, aber auch riskant ist? Nun: Wo liegen die Grenzen von KI in der Medizin? Und was passiert, wenn Patient:Innen einem Chatbot mehr Vertrauen schenken als Ärzt:Innen oder Therapeut:Innen?

    KI-Chatbots gewinnen genau dort an Bedeutung, wo das System Lücken aufweist: bei mentaler Gesundheit, Zeitmangel in Praxen und einer zunehmend komplexen medizinischen Kommunikation.


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    4 min
  • Abgeschaltetes Denken: Warum Geschwindigkeit in ChatGPT zur neuen Wahrheit wird
    Dec 20 2025

    OpenAI hat den sogenannten Router in ChatGPT deaktiviert. Damit entfällt die automatische Entscheidung, ob eine Anfrage vom langsameren, reflektierenden Thinking Model oder vom schnelleren Standardmodell beantwortet wird. Ausschlaggebend waren lange Antwortzeiten, steigende Kosten und zunehmende Nutzerbeschwerden. Heute erhalten Nutzer standardmässig sofortige Antworten aus dem schnellen Modell; eine manuelle Modellauswahl bleibt Plus-, Team- und Enterprise-Nutzer:Innen vorbehalten.

    https://www.wired.com/story/openai-router-relaunch-gpt-5-sam-altman/

    Geschwindigkeit wird zunehmend mit Qualität verwechselt. Schnelle Antworten werden akzeptiert, selbst wenn sie oberflächlich, unvollständig oder faktisch falsch sind. Der kulturelle Wert des Denkens gerät unter Druck.

    Historische Erkenntnisprozesse zeigen das Gegenteil: Tiefes Verstehen entsteht durch Zeit, Zweifel und Phasen des scheinbaren Stillstands. Diese Denkkultur wird durch den permanenten Erwartungsdruck nach sofortigen Antworten systematisch untergraben. Der öffentliche Diskurs verflacht, innere Dialoge werden durch reflexartige Meinungen ersetzt.

    Die Metapher des Fast Foods verdeutlicht dies prägnant: Das aufwendige Bankett des Denkens wurde abgeschafft, weil es zu lange dauert. Geblieben sind schnell servierte Snacks. Sie stillen den momentanen Hunger, liefern aber kaum geistigen Nährwert.


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    5 min
  • Die KI Macht verschiebt sich nach China
    Dec 13 2025

    Die Zukunft der Künstlichen Intelligenz wird nicht in Laboren entschieden, sondern auf der geopolitischen Landkarte. Wer führt im globalen KI-Wettlauf?

    Während China mit staatlich gelenkter Präzision und Milliardeninvestitionen in Robotik und Militär-KI vorprescht, setzen die USA auf private Macht – mit gigantischen Summen für Projekte wie das „Stargate“-Programm und Quantentechnologie.

    Europa hingegen droht trotz ambitionierter Pläne den Anschluss zu verlieren – zerstückelt durch nationale Einzelgänger.

    • USA: Die Macht der PrivatwirtschaftPrivate Tech-Konzerne wie OpenAI, Oracle und Softbank investieren bis zu 500 Milliarden Dollar in KI – mit Fokus auf Halbleiterchips und Quantencomputing, die als neue Schlachtfelder der Technologie gelten.

    • China: Staatlich gesteuerte KI-DominanzDie chinesische Regierung setzt auf eine strategische Verbindung von KI, Robotik und Militär und pumpt 140 Milliarden Dollar in die Robotik, um Industrie und Verteidigung zu revolutionieren.

    • Europa: Zersplitterte Investitionen, begrenzte WirkungTrotz geplanter 200 Milliarden Euro bis 2030 verpuffen viele Investitionen aufgrund nationaler Einzelgänge – wie Deutschlands 5 Milliarden oder Frankreichs 1 Milliarde – ohne europaweite Koordination.

    Jeder Klick, jede Entscheidung für eine KI-Lösung langfristige Konsequenzen hat. Ich plädiere dafür, nicht nur auf den Preis zu schauen, sondern auf die Zukunft unserer technologischen Souveränität. Europäische Alternativen wie Mistral AI, Aleph Alpha oder die Bildmodelle von Black Forest Labs (Flux) könnten den Unterschied machen – wenn wir sie konsequent einsetzen.


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    5 min
  • LinkedIn mit neuem KI Algorithmus "360 Brew"
    Dec 7 2025

    Stell dir vor, LinkedIn hat einen Türsteher engagiert – einen mit KI-Hirn.


    "360 Brew" heisst das System, und es basiert auf der Mixtral 8x22B-Architektur, einer sogenannten Mixture-of-Experts-KI.


    Das Ding analysiert nicht nur, was du postest, sondern auch, wie gut dein Profil zu deinem Content passt. Früher konnte man mit jedem Beitrag irgendwie durchrutschen. Heute? Nur noch, wenn alles stimmt.

    Die Zeit der ‚eierlegenden Wollmilchsau‘ ist vorbei. Der Algorithmus will klare Expertise. Wenn dein Profil sagt ‚Digital Marketing‘, aber du plötzlich über Nachhaltigkeit postest, wirst du abgestraft. Spitze Positionierung ist das A und O.


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    6 min
  • Humanitys Last Exam - Die letzte Prüfung der Menschheit?
    Nov 29 2025

    Stell dir vor, die beste KI der Welt schreibt die schwerste Prüfung aller Zeiten – und besteht sie zu 50%. Klingt nach Science-Fiction? Ist es aber nicht! In dieser Podcast-Folge tauchen wir ein in die spannende Welt von „Humanity’s Last Exam“ (HLE), https://agi.safe.ai dem ultimativen Test für künstliche Intelligenz. 2.500 extrem schwierige Fragen aus über 100 Fächern – von Quantenphysik bis zu alten Sprachen – zeigen, wie nah oder fern KI-Systeme wirklich an menschlicher Intelligenz sind.

    Wer führt aktuell das Rennen an? Google Gemini 3 erreicht 41% und ist damit Spitzenreiter unter den multimodalen Modellen, die nicht nur Texte, sondern auch Bilder, Videos und Audio verstehen. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Grok 4 Heavy von Elon Musks xAI schafft beeindruckende 50,7% – allerdings mit Hilfsmitteln und rein textbasiert. Das chinesische Open-Source-Modell Kimi K2 Thinking liegt mit 44,9% knapp dahinter und übertrifft sogar Googles ältere Versionen. Doch das eigentliche Highlight kommt aus der Schweiz: Giotto.ai, ein Startup aus Lausanne, das mit einem winzigen Modell von nur 200 Millionen Parametern beim ARC-AGI-Test für abstraktes Denken führt. Während die Grossen mit Milliarden Parametern um die Wette rüsten, zeigt Giotto, dass Effizienz und Ethik vielleicht der Schlüssel zum Erfolg sind.

    Warum ist das alles relevant für dich? Weil HLE nicht nur ein Test ist, sondern ein Weckruf: Wenn KIs bald die Hälfte der Fragen richtig beantworten, die selbst Experten herausfordern, was bleibt dann noch für uns Menschen? Diese Folge erklärt dir, warum Benchmarks wie HLE entscheidend sind, um zu verstehen, wo KI heute steht – und wohin sie sich entwickelt. Wir sprechen über die Risiken von „halluzinierenden“ KIs, die selbstbewusst falsche Antworten geben, und warum Tests wie HLE helfen, echte Intelligenz von bloßer Datenwiederholung zu unterscheiden.

    Am Ende bleibt die grosse Frage: Können wir KI vertrauen, wenn sie 50% besteht? Und was kommt als Nächstes – eine noch härtere Prüfung oder die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine?


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    7 min
  • Wenn die US Cloud hustet, steht Europa still?
    Nov 22 2025

    Die jüngsten Cloud Ausfälle zeigen, wie fragil unsere digitale Infrastruktur geworden ist. Der mehrstündige Cloudflare Ausfall legte Plattformen wie Ex, Chat GPT, Claude und Spotify lahm. Ursache war ein Konfigurationsfehler, den das Unternehmen als schwersten Vorfall seit 2019 einstufte.

    Bereits im Oktober 2025 kam es bei AWS in US East 1 zu einem Ausfall aufgrund eines DNS Management Fehlers. Beide Ereignisse machen deutlich, dass Europa und die Schweiz stark von pan amerikanischen Anbietern abhängig sind und dadurch operative Risiken akzeptieren müssen.

    Parallel wachsen die Bedrohungen im Cyberraum. KI Systeme erhöhen die Komplexität, Angriffe auf kritische Infrastrukturen nehmen zu. Auch wenn die aktuellen Ausfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen sind, zeigt sich eine übergeordnete Problematik: die stetige Ausdehnung der Angriffsfläche.

    Unerreichbare Tools führten zu Produktivitätsverlusten und Projektunterbrüchen und verdeutlichten die Notwendigkeit belastbarer digitaler Strategien.

    Europa versucht, diese Abhängigkeiten zu reduzieren. Die NIS2 Richtlinie soll ab 13. November höhere Sicherheitsstandards und ein einheitliches Cybersicherheitsniveau schaffen. Am 18. November fand zudem der deutsch französische Gipfel zur digitalen Souveränität statt, mit Fokus auf kritische Daten, Open Source und resilientere Cloudarchitekturen.

    GAIA X spielt dabei eine Schlüsselrolle. Ziel ist eine interoperable europäische Dateninfrastruktur, die den sicheren Austausch ermöglicht, ohne eine zentralisierte Cloud aufzubauen.

    Oder wie siehst Du das?


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    5 min