Episodi

  • S3 E1 - Die mit dem Einkauf - und warum Nachhaltigkeit verliert
    Apr 27 2026

    Nachhaltigkeit scheitert selten an fehlendem Wissen.
    Und auch nicht an fehlenden Daten.

    Sie scheitert an Entscheidungen.

    In dieser Folge geht es um den Ort im Unternehmen, an dem sich tatsächlich entscheidet, was passiert... Und das ist in den wenigsten Fällen der Vorstand, die Strategieabteilung oder das Nachhaltigkeitsteam.

    Es ist der Einkauf.

    Dort, wo Angebote verglichen werden.
    Dort, wo über ein paar Prozent Preisunterschied entschieden wird.
    Dort, wo Lieferketten, Materialien und Risiken real ausgewählt werden.

    Und genau dort verliert Nachhaltigkeit erstaunlich oft.

    Nicht, weil sie niemand ernst nimmt.
    Sondern weil sie im entscheidenden Moment nicht die gleiche Rolle spielt wie Preis, Verfügbarkeit und Qualität.

    Die Folge schaut sich an, warum das so ist, warum selbst die öffentliche Beschaffung als einer der größten Einkäufer mit genau diesen Fragen kämpft und was sich konkret ändern müsste, damit sich Entscheidungen tatsächlich verschieben.

    Es weder um Moral, noch um perfekte Daten.Und nein, auch nicht um den nächsten Bericht.

    Es geht um eine ziemlich einfache Frage:

    Was passiert in dem Moment, in dem wirklich entschieden wird?

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    37 min
  • S2 E23 - Die mit der Wirkung
    Apr 21 2026

    Staffelfinale! Ok, schon wieder?! Wow, das ging gefühlt echt schnell.


    Also:

    In S2 E23 von "Irgendwas mit Nachhaltigkeit?" geht es um die vielleicht unangenehmste Frage nach der regulatorischen Entlastung: Was bleibt von Nachhaltigkeit, wenn keiner mehr berichten muss?

    Diese Folge schaut bewusst nicht mehr nur auf CSRD, ESRS und Berichtspflichten, sondern auf das, was danach kommt. Oder eben nicht kommt. Denn genau jetzt zeigt sich, ob Nachhaltigkeit je mehr war als ein sauber formatierter Projektordner mit Dashboard, KPI-Logik und Vorstandsvorwort.

    Ich spreche darüber, warum Reporting nie das eigentliche Ziel war, weshalb Daten noch keine Wirkung erzeugen und an welchen Stellen im Unternehmen echte Veränderung entsteht: im Einkauf, in der Produktentwicklung, in Finance, im Vertrieb, in den Anreizsystemen und im Umgang mit Klimarisiken.

    Es geht um den Unterschied zwischen Dokumentation und Steuerung. Zwischen Compliance und Transformation. Zwischen gut aussehen und anders entscheiden.

    Und es geht um die große Illusion der letzten Jahre: die Hoffnung, dass Messen automatisch zu Handeln führt.

    Das Staffelfinale markiert damit auch den Übergang in Staffel 3. Weg vom Bericht. Hin zu den Machtfragen im Unternehmen: Wer entscheidet? Nach welchen Kriterien? Mit welchen Anreizen? Und mit welchen blinden Flecken?

    Eine Folge über Wirkung, Reifegrad und die Frage, ob Nachhaltigkeit im Unternehmen gerade verschwindet oder endlich dort ankommt, wo sie immer hingehörte: in die echte Managementlogik.


    Und keine Sorge, Staffel 3 fängt gleich in der nächsten Woche an ;)

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    1 ora
  • S2 E22 - Die mit dem grünen Versprechen | Wissen Rund um die EmpCo
    Apr 13 2026

    Mehr als die Hälfte aller Umweltaussagen in der EU sind vage, irreführend oder schlicht unbelegt. Das ist kein Vorwurf, das ist eine Zahl aus einer Studie der Europäischen Kommission von 2020. Und trotzdem klebt seit vierzig Jahren auf gefühlter Hälfte aller Verpackungen irgendwas mit „klimaneutral“, „ökologisch“ oder „nachhaltig“ drauf. OhneNachweis. Ohne Standard. Und ohne Konsequenz.

    Das ändert sich jetzt. Mit der EmpCo-Richtlinie und der neuen UWG-Novelle zieht die EU die Reißleine: Ab dem 27. September 2026 muss jede Umweltaussage belegbar, verständlich erklärt und direkt nachprüfbar sein. Selbst erfundene Nachhaltigkeitssiegel sind verboten. Kompensationsbasierte Klimaneutralitätsbehauptungen ohne echte Reduktion sind verboten. Und wer dagegen verstößt, riskiert Abmahnungen, Klagen und - was langfristig mehr schmerzt - den Vertrauensverlust bei Kunden, die ohnehin schon müde sind.

    In dieser Folge erklär ich, was genau sich ändert, warum es überfällig war, und wo die

    Grenzen dieser Regulierung liegen. Ich schaue auf alle drei Perspektiven: Unternehmen mit bestehender Nachhaltigkeitskommunikation, kleine Betriebe ohne Nachhaltigkeitsabteilung, und Verbraucherinnen und Verbraucher, die endlich einen QR-Code scannen können,ohne ins Leere zu klicken.

    Und am Ende ein Gedanke, der mich beschäftigt:Regulierung schafft eine Untergrenze. Aber eine Untergrenze ist kein Ziel. Was wir brauchen, ist beides - klare Regeln und die Ambition, darüber hinauszugehen.

    Gruen sagen, grün meinen. Jetzt Pflicht.

    HINWEIS

    Diese Folge ist keine Rechtsberatung.


    Shownotes/Hintergrundinformationen:

    https://environment.ec.europa.eu/topics/circular-economy-topics/green-claims_en


    https://www.umweltbundesamt.de/themen/staerkerer-schutz-vor-greenwashing-in-deutsches




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    51 min
  • S2 E21 - Die mit dem Feld.
    Apr 7 2026

    Wir reden über Wasserknappheit, Artensterben, Klimarisiken, teure Lebensmittel und politische Wut, als wären das getrennte Krisen.

    Sind sie nicht.

    Sie beginnen oft am selben Ort: auf dem Feld.

    „Die mit dem Feld“ ist keine Folge gegen die Landwirtschaft. Im Gegenteil. Sie zeigt, warum viele Höfe selbst in einem System festhängen, das maximale Erträge, minimale Preise und perfekte Verfügbarkeit verlangt, während Wetter, Wasser und Boden längst andere Rechnungen schreiben.

    Zwischen Familienhof, Agrarkonzern, Supermarktlogik und politischer Symbolschlacht wird sichtbar, wie aus Nahrung ein Renditesystem geworden ist und warum am Ende alle über Dieselpreise reden, aber kaum jemand über die eigentlichen Spielregeln.

    Es geht um Boden, Wasser, Biodiversität, Düngemittel, Marktmacht, Proteste, „der Liter Diesel kostet bald fünf Mark“ und die unbequeme Frage, warum die, die unsere Lebensgrundlage produzieren, oft selbst am stärksten unter dem System leiden.

    Eine Folge über Höfe und Holdings, über Trecker und Trading Floors, über Preiswahrheit, Polarisierung und die leise Hoffnung, dass Zukunft vielleicht genau dort beginnt, wo wir sie am seltensten suchen:
    Irgendwas mit Nachhaltigkeit...auf dem Feld.

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    52 min
  • S2 E20 - Die mit dem Wasser
    Mar 31 2026

    Wasser ist in Unternehmen erstaunlich lange nur der kleine blaue Tropfen geblieben. Ein Nebenschauplatz zwischen Papierverbrauch, LED-Umrüstung und der beruhigenden Gewissheit, dass der Hahn im Büro ja noch läuft.

    Dabei steckt Wasser längst in allem, worüber wir sonst so ernst reden: Lieferketten, Rohstoffpreise, Chipkrisen, Landwirtschaft, Migration, geopolitische Spannungen und der stillen Frage, wie lange sich Wohlstand eigentlich noch auf ausgelagerter Knappheit aufbauen lässt.

    In dieser Folge geht es um die berühmten 140 Liter Wasser in deiner Tasse Kaffee, um Baumwolle aus Regionen, die ihr Grundwasser schneller verlieren als jede Quartalsplanung, um Halbleiter aus Dürrezonen und um die fast schon elegante Art, wie wir unseren Durst in andere Teile der Welt verschoben haben, bis er in keiner eigenen KPI mehr sichtbar ist.

    Ich spreche über Wasser als Unternehmensrisiko, als Machtfrage, als Stoffstrom, als Preissignal und als das vielleicht unterschätzteste geopolitische Thema unserer Zeit. Nicht als moralischen Appell, sondern als ziemlich nüchterne Beschreibung dessen, was passiert, wenn Flüsse plötzlich mehr Einfluss auf Geschäftsmodelle haben als Marktanalysen.

    Und dann ist da noch die unangenehmste Frage von allen: Was genau passiert, wenn aus etwas, das zum Überleben notwendig ist, ein handelbares Finanzprodukt wird?

    Eine Folge über Kaffee, Baumwolle, Chips, Wintergemüse, Wasserrechte, trockene Flüsse und die bemerkenswerte Fähigkeit moderner Wirtschaft, existenzielle Risiken so lange umzubenennen, bis sie in Excel harmlos aussehen.

    Wenn nach dieser Stunde selbst die Tomate im Supermarktregal ein wenig politischer wirkt als vorher, war die Folge erfolgreich.

    SHOWNOTES

    - WRI Aqueduct Water Risk Atlas: https://www.wri.org/aqueduct

    - Water Footprint Network (Hoekstra): https://waterfootprint.org

    - CDP Water Security Framework: https://www.cdp.net/en/water

    - WWF Water Risk Filter: https://waterriskfilter.panda.org

    - Alliance for Water Stewardship: https://a4ws.org

    - UN Resolution Recht auf Wasser (A/RES/64/292): https://undocs.org/A/RES/64/292

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    57 min
  • S2 E19 - Die mit der Dekarbonisierung in der Polykrise
    Mar 23 2026

    Aus aktuellem Anlass: Ein Krieg, der begann während Diplomaten in Maskat gerade von einem Durchbruch sprachen. Die Straße von Hormus blockiert. Ölpreis bei zeitweise 110 Dollar+. LNG-Kapazitäten in Katar zu 17 Prozent ausgefallen....

    Ach, und irgendwo in einem deutschen Meetingraum sagt gerade jemand: "Wir haben das Thema Nachhaltigkeit erstmal zurückgestellt. Die Lage ist zu unsicher."

    Natürlich.

    Diese Folge nimmt diesen Satz auseinander. Nicht nett, aber gründlich.

    Themen: Die echten Gründe für Dekarbonisierung jenseits von Klimarhetorik: Versorgungssicherheit, Geopolitik, Resilienz, Kapitalzugang. Ein regulatorischer Realitätscheck: Was ist von CSRD, Taxonomie, CBAM, PPWR und Lieferkettensorgfalt noch übrig und was kommt trotzdem. Konkrete Maßnahmen für Industrie, Logistik und Dienstleister, hoffentlich auch für die, die schon viel umgesetzt haben und wissen wollen was als nächstes kommt. Private Hebel für Fortgeschrittene. Und ein Ausblick auf das, was als nächste Krise bereits einen Namen hat, falls jemand noch Argumente für die Warteliste braucht.

    Die Polykrise ist kein Ausnahmezustand. Sie ist der Normalzustand. Wer auf Stabilität wartet, wartet auf etwas, das es nicht mehr gibt.

    Dekarbonisierung ist keine Antwort auf eine stabile Welt. Sie ist die Antwort auf diese.

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    46 min
  • S2 E18 - Die mit den Jobs mit Sinn
    Mar 16 2026

    Viele junge Menschen (und auch manche ältere...) stellen sich heute eine ziemlich grundlegende Frage:
    Kann ich einen Job machen, der nicht nur Geld bringt, sondern auch Sinn?

    Und wenn man sich ein bisschen umhört, scheint die Antwort schnell klar:
    Dann arbeite doch im Bereich Nachhaltigkeit.

    Aber stimmt das wirklich?

    In dieser Folge von „Irgendwas mit Nachhaltigkeit“ geht es um Nachhaltigkeitsjobs, Studiengänge und die Realität eines Arbeitsfeldes, das in den letzten Jahren enorm gewachsen ist.. und Überraschung: und gerade gleichzeitig eine kleine Ernüchterung erlebt. Mal wieder.

    Ich spreche darüber,

    • wie Nachhaltigkeit überhaupt zu einem akademischen Feld geworden ist

    • warum daraus plötzlich ganze Berufsbilder entstanden sind

    • warum Nachhaltigkeit trotzdem kein exklusiver Expertenjob ist

    • und warum die wichtigsten Entscheidungen für Nachhaltigkeit oft ganz woanders getroffen werden

    Wir schauen auch auf die Realität des Arbeitsmarktes, auf Zyklen wie den berühmten „Schweinezyklus“ und auf die Frustration, die viele Menschen in diesem Bereich gerade spüren.

    Und am Ende geht es um eine vielleicht wichtigere Frage:

    Vielleicht ist Nachhaltigkeit gar kein eigener Beruf.
    Vielleicht ist sie eher eine Perspektive darauf, wie wir unsere Arbeit verstehen.

    Diese Folge richtet sich nicht nur an Menschen, die bereits im Nachhaltigkeitsbereich arbeiten, sondern auch an Schülerinnen, Schüler, Studierende und alle, die gerade überlegen, welchen Weg sie beruflich einschlagen wollen.

    Denn „Jobs mit Sinn“ gibt es an mehr Orten, als wir oft denken.

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    58 min
  • S2 E17 - Die mit der CSRD 2026: Fast & Voluntary
    Mar 10 2026

    CSRD Omnibus - wo stehen wir nun 2026?

    Der EU-Rat hat am 24. Februar 2026 die Omnibus-Richtlinie verabschiedet. Neue Schwellenwerte: mehr als 1.000 Mitarbeitende und mehr als 450 Millionen Euro Umsatz. Wer darunter liegt, ist raus aus der direkten CSRD-Pflicht. Geschätzte 80 Prozent der ursprünglich betroffenen Unternehmen.

    Gleichzeitig: Die überarbeiteten ESRS existieren noch als Entwurf. Der delegierte Rechtsakt der EU-Kommission kommt frühestens Mitte 2026. Deutschland hat bis heute kein nationales Umsetzungsgesetz. Und eure Großkunden schicken trotzdem Lieferkettenanfragen. Mit Excel. 47 Spalten. Frist: Ende des Monats.

    In dieser Folge gehe ich alle realistischen Optionen durch ohne Schönfärberei.

    VSME – der freiwillige KMU-Standard, den die EU-Kommission im Juli 2025 empfohlen hat. Klingt praktisch. Hat keine externe Prüfpflicht. Ist noch nicht stabil. Und kann sehr schnell zum Instrument werden, mit dem man sich selbst auf die Schulter klopft, ohne dass irgendjemand nachschaut.

    VSME-Plus/Extra/Deluxe/Ultra – die Idee, den VSME mit freiwilligen (ESRS)-Elementen anzureichern. Doppelter Aufwand, halbe Legitimität. Ich erkläre, warum das meistens eine schlechte Idee ist.

    GRI – der älteste und international anerkannteste Standard. Seit den 90ern dabei, überlebt hat er alles. Für wen er sinnvoll ist und für wen nicht.

    ISSB – die IFRS-Standards S1 und S2. Stark in Nordamerika, Großbritannien, Asien. Arbeitet mit finanzieller Wesentlichkeit statt Double Materiality. Wer internationale Investoren hat oder will, sollte das zumindest kennen.

    Freiwillig nach CSRD/ESRS – der aufwändigste Weg. Und wahrscheinlich der ehrlichste. Was er kostet und was er bringt.

    Gar nichts – die Option, die gerade viele still in Betracht ziehen. Ich sage, wann das legitim ist und wann es ein strategischer Fehler ist, den man in zwei Jahren bereut.

    Dazu bringe ich einen Entscheidungsbaum mit drei Fragen, damit ihr am Ende der Folge wisst, welche Option zu eurer Situation passt. Nicht als universelle Wahrheit, sondern als Orientierung in einem Regulierungsumfeld, das gerade wirklich niemand vollständig überblickt. Auch die Berater nicht, auch wenn sie es anders klingen lassen.

    Und am Ende noch mal das wesentlichiste: Ein Nachhaltigkeitsbericht ist ein Nebenprodukt. Er ist das Ergebnis von Arbeit und nicht die Arbeit selbst. Wer die Regulierungspause nutzt, um weniger zu tun, verwechselt Compliance mit Substanz. Die Frage ist nicht, welchen Standard ihr nehmt. Die Frage ist, was ihr euren Enkeln erzählt, wenn sie fragen, was ihr 2026 gemacht habt, als ihr kurz Luft holen durftet.


    Shownotes:

    • Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470 – offizieller Ratstext: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32026L0470
    • EFRAG – Konsultationsentwürfe überarbeitete ESRS (Dez. 2025): https://www.efrag.org/en/draft-simplified-esrsEU-Kommission – VSME-Empfehlung (Juli 2025): https://ec.europa.eu/finance/docs/law/250730-recommendation-vsme_de.pdf
    • GRI – Offizielle Standards-Übersicht: https://www.globalreporting.org/standardsISSB – IFRS S1 und S2: https://www.ifrs.org/groups/international-sustainability-standards-board
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    37 min