• Alexandre Grellier, Drooms: "Viele große Unternehmen haben sich kleines Proptech gehalten"
    Feb 16 2026
    „Es ist einfacher, eine gute Idee zu haben, als eine Idee wirklich zum Fliegen zu bringen.“ Mit diesem Satz eröffnet Alexandre Grellier, CEO von Drooms, ein Gespräch, in dem es nicht um Start-up-Romantik und Digitalisierung um ihrer selbst willen geht. Sondern um die Frage, welche Technologien in der Immobilienbranche tatsächlich Probleme lösen und wofür der Markt, gerade in einer angespannten Phase, bereit ist zu zahlen. Nicht jedes PropTech ist ein Start-up. Und nicht jedes Start-up mit Immobilienbezug ist ein PropTech. Diese begriffliche Unschärfe verdeckt, laut Alex, oft den Kern: Wirtschaftlichkeit, belastbare Geschäftsmodelle und Lösungen, die im Alltag funktionieren. Der Erwartung, komplexe Probleme ließen sich per Plug-and-Play lösen, begegnet er klar: „Das ist naiv.“ Ein zentrales Thema ist die Finanzierung. Alex beschreibt sie mit dem Bild des Lemming-Prinzips: Einer geht voran, nimmt Geld in die Hand, andere folgen. Lange funktionierte das. Sein Gegenmodell orientiert sich an der schwäbischen Hausfrau: ein präziser Blick auf Kosten, Cashflow und reale Tragfähigkeit. Wachstum ja, aber nicht um jeden Preis. Wir sprechen darüber, wie Expansion unter diesen Voraussetzungen dennoch gelingt. Über zweistellige Zuwächse von Drooms beispielsweise in Frankreich und Deutschland. Über Unterschiede zwischen europäischen Märkten. Über die USA, vor denen Alex keine Scheu hat. Und darüber, warum Deutschland nicht so schwarz ist, wie es derzeit oft gezeichnet wird. Am Ende geht es um ESG, um Vertrauen in Technologie und um die Erkenntnis, dass die Immobilienbranche hier noch Luft nach oben hat. Der prägnanteste Satz des Gesprächs bringt es auf den Punkt: Man muss nicht gleich das Unternehmen kaufen, das einem Software anbietet. Schließlich kommt auch niemand auf die Idee, Microsoft zu kaufen.
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    40 min
  • Thomas Munko, RAS Service Group: "Concierge ist Loyalitätswerkzeug"
    Feb 9 2026
    „Der Concierge ist ein Wohlfühl-Werkzeug.“ Thomas Munko ist ein Gentleman, ein Concierge. Zumindest war er das sehr lange und bekommt das nicht aus seinen Genen. Das muss er auch nach seinem Wechsel in die Immobilienbranche nicht. Thomas ist Geschäftsführer der RAS Group. Die betreut deutschlandweit über 100 Projekte mit verschiedenen Services im Residential-, Office- und Seniorenbereich, hat über 300 Mitarbeiter und gehört seit 2025 zur DPF Group. Im Gespräch zeigt sich schnell, dass sein früherer Beruf, seine 20 Jahre als Chef-Concierge im Ritz-Carlton, keine nostalgische Fußnote sind. Wir sprechen über den Mehrwert der Services in den Immobilien und vor allem für Mieter und Bewohner. Über die gesellschaftliche Komponente, vor allem im Bereich altersgerechtes Wohnen. Es geht sehr viel um Empathie, kein einziges Mal fällt das Stichwort KI. Dafür spricht Thomas über eine App, die er als Ergänzung zum Service sieht. Und darüber, warum es konstante Betreuung geben muss, die Bindung zwischen den einzelnen Gewerken und welches Vorurteil über Services er gern für immer beseitigen würde.
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    34 min
  • Johannes Adomeit, Hochbau Peter Gross Bau: "2026 werden wir die Milliarde Bauleistung knacken"
    Feb 2 2026
    „2026 werden wir die Milliarde Bauleistung knacken“: Johannes Adomeit ist voll positiver Energie. Der Geschäftsführer von Peter Gross Bau – verantwortlich für den Hochbau – konstatiert bereits 40 Prozent Wachstum im Jahr 2024 für den familiengeführten Generalunternehmer. Nun stellt er fest: „Im zweiten Halbjahr 2025 ging die Post ab.“ Heißt: Die Auftragsbücher füllen sich wieder, Wohnprojekte kommen zurück, aber auch Hotels. Wir sprechen über den CISPA Innovation Campus in St. Ingbert, den größten Auftrag der Unternehmensgeschichte mit einem Volumen von etwa 280 Millionen Euro. Der soll künftig ein Ort für Start-ups, Innovationsprojekte und Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sein. Und auch über die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, eine ganz andere Herausforderung: mit Sondergründung und einem Geschossbau in die Erde. Johannes Adomeit erklärt die im Haus entwickelten KI-Bots, die wiederkehrende Tätigkeiten übernehmen und was das mit Mitarbeitern und Führungskräften macht. Dabei geht es – jawoll Klischee – auch um das Abschneiden alter Zöpfe, um halbautonome Kräne und Bohrroboter. Momentan wird auch eine Sanierungsabteilung im Brückenbau aufgebaut, eine Idee, die schon weit vor dem Konjunkturpaket der Bundesregierung entstand. An letzteres glaubt Johannes Adomeit nicht, an das Thema Brücken allerdings schon: „Da werden wir die nächsten 30, 40 Jahre zu tun haben“, sagt er. Ein Podcast mit Weitblick also.
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    33 min
  • Prof. Dr. Michael Voigtländer, IW Köln: "Vergesellschaftung ist Spielwiese, um Sozialismus wieder reinzuholen“
    Jan 26 2026
    „Die Menschen gehen auf die Straße für niedrigere Mieten, aber nicht für mehr Wohnungen.“ Dieser Satz bringt das zentrale Problem für Prof. Michael Voigtländer auf den Punkt: Für das Thema Bauen fehlt in Deutschland die gesellschaftliche Rückendeckung. Wer bauen will, kämpft nicht nur mit Verfahren, Kosten und Regeln, sondern mit einem Narrativ, das Bauen nicht mehr positiv konnotiert. Stattdessen gewinnen andere Ideen an Raum – in Berlin sogar die Vergesellschaftung. Der Ökonom vom deutschen Institut der Wirtschaft hinterfragt die für ihn „irre“ Idee und ist der Meinung, dass, sollte es so weit kommen, Berlin für Jahrzehnte ge- und beschädigt wäre. Die Akteuren lehnen die Marktwirtschaft ab, versuchen über „eine Spielwiese, den Sozialismus wieder reinzuholen“. Am Ende wären, so Prof. Michael Voigtländer, die Mieter „die blöden“. Natürlich arbeiten wir uns auch am Bauturbo ab. Prinzipiell erst einmal eine gute Idee, nur mit der Umsetzung hapert es. Notwendig wäre etwas anderes: mehr Output pro Bauarbeiter und damit Innovationsschübe. Notwendig wäre auch, dass Kommunen, Länder und Bund Kompetenzen endlich bündeln, statt gegeneinander zu arbeiten, dass gute Ideen nicht mehr im Wirrwarr kleinteiliger Vorgaben und Wettbewerben verschwinden. Zudem habe ich Michael Voigtländer die Fragen aller Fragen zumindest für die Immobilienbranche – gestellt: Was ist bezahlbarer Wohnraum, wie lautet die exakte Definition? Und wäre es nicht zwingend notwendig, dass Eigentum wieder ein besseres Image bekommt? Die Antworten gibt es in diesem Podcast und damit geht es rein in das Jahr 2026. „Uns fehlt der Mut für den großen Wurf“, sagt Prof. Michael Voigtländer. Doch die Aussichten sind nicht düster. Für das Jahr 2026 sieht der Experte einen Aufwärtstrend.
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    42 min
  • Klaus Saloch, Kleinanzeigen: "Gibt kein Argument gegen Erfolg"
    Dec 8 2025
    „Es gibt kein Argument gegen Erfolg.“ Mit diesem Satz beschreibt Klaus Saloch, was den Markt gerade stärker prägt als jedes Stimmungsbarometer: Reichweite, Nutzungsintensität und die Fähigkeit, Nachfrage in Echtzeit zu bündeln. Genau deshalb sprechen wir über Kleinanzeigen, eine Plattform mit über 16 Millionen monatlichen Nutzern, rund 90 Millionen Besuchen und einer Dynamik, die für einige Verticals längst zur strategischen Herausforderung geworden ist. Ich spreche mit Klaus darüber, warum dieses Portal in der Immobilienbranche wächst, obwohl der Markt insgesamt im Krisenmodus ist, welche Rolle Künstliche Intelligenz bei der Qualifizierung von Anfragen übernimmt und wie Homestaying, virtuelle Vermessung und automatisierte Prozesse das Nutzerverhalten und auch den Beruf des Maklers verändern. Wir schauen darauf, weshalb der persönliche Eindruck trotz aller Technologie an Bedeutung gewinnt: Kommunikation, Präsentation, Professionalität, alles Faktoren, die im Wettbewerb um Aufmerksamkeit zunehmend entscheiden. Klaus ist ein Urgestein der Branche, ich darf das genauso benennen. Deshalb muss es auch um seine Erfahrungen gehen und die Veränderungen im Markt. Seit Mitte des Jahres ist er als Head of Industry Relations für das Netzwerk verantwortlich und dazu beispielsweise im Austausch mit dem IVD oder dem GdW. Ich will von ihm wissen, was eine digitale Plattform im Land-Stadt-Gefälle bewirken kann, welche Abstrahleffekte entstehen, welche Logiken dahinterstecken und warum in Sachsen und Thüringen immer mehr Angebot zu verzeichnen ist. Fakt ist: „Nach wie vor kauft man eine Immobilie mit sehr viel Empfindung, sogar viele Kapitalanleger.“
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    36 min
  • Paul Baumann, URBAN UTOPIA: "Grünpflicht finde ich gut"
    Dec 1 2025
    „Es ist total simpel.“ So bringt Paul Baumann das Thema auf den Punkt. Simpel und gleichzeitig radikal unterschätzt. Pflanzen sind für ihn kein Beiwerk, keine grüne Folklore, sondern ein gesellschaftlicher Werttreiber für Gesundheit, Städtebau, Ökonomie und für unser Verhältnis zur Natur. Mit URBAN UTOPIA hat er ein Format geschaffen, das Menschen mit einem zentralen Gedanken konfrontiert: Pflanzen sind lebendige Wesen. Wir sprechen über den „gezähmten“ Naturbegriff, über Wildkraut, das in meiner Welt Unkraut ist, über organisiertes Chaos, Permakultur, über Gebäude, die zu Dschungeln werden sollen, und die Frage, warum in Singapore Begrünung ein Marketinginstrument ist, während sie in Deutschland als Kostenfrage verhandelt wird. Es geht um den Hamburger Bunker, natürlich um den Bosco Verticale, um resiliente Pflanzen und den Begriff Greenification. Paul erzählt von seinem Gespräch mit Architektin Schirin Taraz-Breinholt von WOHA, von den Erkenntnissen von Marco Schmidt vom Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung an der TU Berlin zu den Kosten und von der Idee, die Tilia Awards 2026 zu verleihen. Und ja, eine Premiere gibt es in diesem Podcast: Es wird gesungen. Denn Paul ist auch Musiker. Anderes Intro, anderes Thema und viele neue Denkanstöße.
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    33 min
  • Steffen Ricken, NAS Invest: „Wir haben eine Liquiditätskrise“
    Nov 24 2025
    „Wir haben keinen funktionierenden Markt.“ So deutlich wie Steffen Ricken spricht das kaum jemand aus. Es gilt immer noch: Irgendwie wird das schon. Steffen sagt: Nein, wird es nicht. Institutionelle Investoren stehen auf der nachfragenden Seite, Liquidität ist Mangelware. Gleichzeitig geraten Geschäftsmodelle unter Druck, weil aus Investoren plötzlich Bestandshalter werden, aus Routine plötzlich Risiko und Finanzierung eben keine Folklore mehr ist. Als CEO von NAS Invest, einem opportunistisch orientierten Investor mit mehr als einer Milliarde Assets under Management, sagt er für das kommende Jahr weiterhin verschärfte Rahmenbedingungen für den Markt voraus. Es geht um die realistische Bepreisung von Risiken, um das Abarbeiten von Krisen in unterschiedlichen Ländern, um die deutsche Mentalität, das eigentlich Sichtbare zu leugnen. Wir sprechen über Investoren aus dem Ausland, die mit einem gemeinsamen Rational unterwegs sind, nämlich der Jagd auf Schnäppchen. Daraus ergebe sich die Konzentration auf Einzelfälle und kein Makrobild, das das ewige Narrativ „Es ist genug Geld im Markt“ irgendwie unterstützt. Typische deutsche Institutionelle hätten derzeit mit sich zu tun: mit der Auf-, Ab- und Verarbeitung des letzten Bullenmarktes. Ein Zyklus sei kein exogenes Phänomen, bei dem ein Raumschiff landet‘. Für den neuen Zyklus braucht es Kapital und das ist derzeit eben nicht im Markt. Realitätscheck kann Steffen auf jeden Fall. Wer kein Feigling ist, sollte das unbedingt hören.
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    38 min
  • Philipp und Moritz Kraneis, Deutsche Zinshaus: "Wir kaufen gerade 600 Wohnungen"
    Nov 17 2025
    „Kapital in Deutschland zu raisen ist momentan sehr komplex.“ Bis zum Jahresende haben Philipp und Moritz Kraneis trotzdem noch jede Menge Ankäufe vor. Jedes Portfolio über 20 Millionen, das derzeit getradet werde, haben die Zwillingsbrüder auf dem Tisch. Unterwegs mit ihrem Unternehmen, der Deutschen Zinshaus, sind sie in B-, C- und D-Städten. Im Bereich Wohnen und mit dem zweiten Unternehmen DIO auch im Gewerbebereich. Sie sichten eine Menge Deals, die bereits unterschrieben wurden, bei denen allerdings nie eine Bezahlung stattfand. Wir sprechen über einstellige Faktoren im Gewerbebereich und hohe Kosten für die Repositionierung. Im Wohnbereich werden für Gebäude aus den 1970er, 80er und 90er Jahren in B-Städten Faktoren zwischen 16 und 19 fällig. Die Erwartung der Investoren liegt weiterhin um die fünf Prozent Cash-on-Cash-Rendite. Es geht um die Korrelation zwischen gemischt genutzten Immobilien sowie dem Willen der Banken diese zu finanzieren. Und Moritz und Philipp erzählen, wie sie gemeinsam Entscheidungen treffen.
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    33 min