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2. Tafelrunde, Toleranz & Tierliebe mit Sibylle Prinzessin von Preußen

2. Tafelrunde, Toleranz & Tierliebe mit Sibylle Prinzessin von Preußen

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In dieser Folge steht noch einmal Friedrich der Große im Mittelpunkt –aus einer außergewöhnlichen Perspektive. Zu Gast ist die Künstlerin und Autorin Sybille Prinzessin von Preußen, die sich intensiv mit der preußischen Geschichte und insbesondere mit Friedrichs Persönlichkeit auseinandergesetzthat. Gemeinsam mit dem Historiker Dr. Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen veröffentlichte sie Bücher über Friedrichs Denken aus künstlerischer wie familiärer Sicht.

Thema ist eine oft übersehene Facette: Friedrichs Verhältniszu Tieren – insbesondere zu seinen Windspielen. Für Sybille von Preußen sind die Hunde kein exzentrisches Accessoire, sondern Ausdruck einer tiefen Sensibilität. Enttäuscht von politischen Intrigen und menschlicher Unzuverlässigkeit, habe Friedrich in seinen Tieren etwas „Unverstelltes“ und„Echtes“ gefunden. Seine Kritik an der Jagd im „Anti-Machiavell“,verfasst im Dialog mit Voltaire, zeige eine für das 18. Jahrhundert bemerkenswerte ethische Haltung gegenüber der Kreatur. Besonders berührend ist die Schilderung eines Briefwechsels zwischen Friedrich und seiner SchwesterWilhelmine, in dem beide aus der Perspektive ihrer Hunde schreiben – ein kreativer Weg, nach Jahren des Schweigens wieder zueinanderzufinden. Tiere werden hier zu Vermittlern von Versöhnung und Empathie.

Ein weiterer Fokus liegt auf Friedrichs Religionsverständnis. Anders als viele europäische Herrscher seiner Zeit setzteer auf religiöse Toleranz. Am Beispiel des Berliner Hedwig-Doms – gedacht als eine Art Pantheon für verschiedene Glaubensrichtungen – wird deutlich, wie sehr ihn der Gedanke eines überkonfessionellen Miteinanders prägte. Inspirationerhielt er unter anderem durch die Auseinandersetzung mit Isaac Newton, dessen Vorstellung einer beseelten Schöpfung Friedrich kannte und schätzte. Und durch eine fast vergessene Figur : Graf Rothenburg. Er hatte als einziger einfestes Gästezimmer im Schloss Sanssouci und war ein enger Vertrauter Friedrichs. Er schenkte ihm sein erstes Windspiel, Biche, die auf einem Gemälde im Schloss zu finden ist, Nach seinem frühen Tod sagte Friedrich II. „er hatte einen zweiten Cäsarion verloren“ Bis heute spielt er in der Geschichtsschreibung aber kaum eine Rolle.

Die Folge bringt mehrere neue Aspekte und Einsichten in dieDiskussion und plädiert insgesamt für eine differenziertere Betrachtung der preußischen Geschichte. Am Ende bleibt eine zentrale Botschaft, die über das 18. Jahrhundert hinausweist: Toleranz, Verantwortung und der respektvolle Umgang mit Mensch und Tier sind keine modernen Erfindungen – sie waren bereits Teil eines aufgeklärten Denkens.

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