Gerechtigkeit – was steht wem zu?
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In dieser Folge geht es um eine der großen Kardinaltugenden – und um einen Begriff, bei dem fast jeder zu wissen glaubt, was er bedeutet: Gerechtigkeit. Doch was geschieht, wenn Gleichheit ungerecht wird? Was steht wem zu? Und nach welchen Maßstäben entscheiden wir überhaupt?
Wir verfolgen den Begriff von der Antike bis in die Moderne, zerlegen Gerechtigkeit in ihre „Mischpultregler“ und betrachten sie als n-dimensionalen Entscheidungsraum. Schließlich führt das Lautdenken zu einer eigenständigen Definition, die so jedenfalls nicht zu den geläufigen klassischen Bestimmungen der Philosophie gehört- es ist also spannend und lohnend, hineinzuhören !
Dann wird es unbequem: Was geschieht, wenn nicht genug für alle da ist? Kann Gerechtigkeit unter extremer Knappheit überhaupt noch gerecht sein – oder wird sie zur Auswahltechnik? Am sogenannten K-Punkt stößt die Tugend an die Grenze der Tragik. Dort entsteht die zugespitzte These: „Gerechtigkeit ist eine Verantwortungszuschreibung für Tragik.“
Eine Folge über Gleichheit und Unterschied, Bedürftigkeit und Leistung, Macht und Verantwortung – und über die Frage, ob wir Gerechtigkeit vielleicht weniger definieren als vielmehr konstruieren müssen.