📦 KI bei der Geis Gruppe – Von der Idee zur Praxis
Die KI-Reise bei Geis begann vor rund anderthalb bis zwei Jahren – initiiert durch die Unternehmensführung, die das Thema frühzeitig erkannt hat. Den Einstieg machte ein erstes Pilotprojekt gemeinsam mit der IBM:
- 📧 Automatische E-Mail-Analyse für Tagespreisanfragen (300–500 Anfragen täglich!)
- 🌐 Selbstbedienungsportal für Kunden zur direkten Preisabfrage aus Tarifen
- 📊 KI-gestützte Schätzpreise für nicht tarifierte Routen – realisiert mit Fraunhofer in Dortmund, auf Basis historischer Frachtbörsendaten in Echtzeit
- 🤖 AI-Walker von Visionflow – No-Code-Tool für Eingangsrechnungsbewertung, Info-Postfach-Verteilung und Tagespreisanfragen per E-Mail
Ziel: Prozesse beschleunigen, Mitarbeiter entlasten und Kunden schneller Antworten liefern – denn in der Logistik gilt: Zeit ist Geld ⏱️
Gesunde Skepsis war dabei – und das ist laut Daniel auch gut so. Im Großen und Ganzen wurde die KI-Unterstützung aber positiv aufgenommen: Mitarbeiter wurden von Routinearbeit entlastet, Kundendaten lagen schneller auf dem Bildschirm.
Daniel war als IBM-Champion-Sponsor-User bereits früh in die Entwicklung des Watson X Code Assistant für RPG (IBM i) eingebunden. Auf der IBM Tech Exchange in Orlando erlebte er dann die offizielle Vorstellung von Project Bob – ein echter Augenöffner 👀
"Das war etwas, was wir vorher noch gar nicht gesehen hatten."
Was Project Bob beeindruckend kann:
- 📄 Dokumentation von komplexem Legacy-Code – egal wie viele tausend Zeilen
- 🗂️ Erstellung von Markdown-Wikis inklusive Aufrufplänen, Entity-Relationship-Diagrammen und kompletten Programmbäumen
- 🔤 Auflösung kryptischer, sechsstelliger RPG-Variablennamen – Bob findet selbst aus altem Code heraus, was z. B. XX4711 bedeutet
- ♻️ Code-Refaktorierung – Daniel hat es sogar für die Hausaufgaben seiner Tochter getestet: MVVM-Umbau eines C#-Programms – auf Anhieb fast fehlerfrei ✅
- Grüne Wiese / Code von Null: Wenn kein bestehender Code als Vorlage da ist, kommt es häufiger zu Halluzinationen oder nicht kompilierbarem Code
- Nicht deterministisch: Derselbe Code heute und in vier Wochen kann unterschiedliche Ergebnisse liefern – daher nutzt Geis für Source-Code-Konvertierungen weiterhin spezialisierte Tools wie R-Cut
- Ökosystem im Aufbau: Change-Management-System CM1 (Taskforce) braucht noch ein passendes VS Code Plugin – ein entscheidender Schritt, bevor Bob täglich produktiv eingesetzt werden kann
Geis hat KI-Modelle testweise lokal auf Power 10-Maschinen betrieben – und sogar eine Power 11-Maschine dafür angemietet. Die erhoffte Spire-Karte (128 GB Cache/Karte) wurde wegen langer IBM-Lieferzeit nie geliefert. Das Pilotprojekt endete – und der Weg führte in die Cloud 🌥️
Project Bob läuft für IBM i Kunden ohne IBM Z-Infrastruktur gehostet – und das DSGVO-Thema ist mittlerweile gemeinsam mit IBM geklärt ✅
Daniel fasst es treffend zusammen:
"Es ist wie ein inselbegabter Entwicklerkollege mit fotografischem Gedächtnis, der bei jeder Zeile Code mit über die Schulter blickt."
KI ersetzt keine Entwickler – aber sie verändert das Anforderungsprofil. Wer gute Spezifikationen schreiben, Kontext liefern und das Ergebnis bewerten kann, wird enorm profitieren. Die Aktivierungsenergie für den Umstieg ist real – aber danach kommt deutlich mehr Geschwindigkeit 🚀
- ✅ KI bei Geis ist kein Experiment mehr – mehrere Projekte laufen produktiv
- 🧪 Project Bob ist ein starkes Werkzeug für Legacy-Code-Analyse und Dokumentation
- 🔧 Das Ökosystem (VS Code, CM1, Prozesse) muss noch mitwachsen
- 🤝 Der Mensch bleibt essenziell – als Architekt, Reviewer und Prompt-Geber
- 📈 KI als Beschleuniger: Langsam wie bisher wird die Entwicklung nie wieder sein
🙌 Wie hat das Team reagiert?🔵 IBM Project Bob – Von der Tech Exchange in die Praxis⚠️ Wo Bob noch Grenzen hat🏠 On-Prem vs. Cloud – Der Versuch mit eigenem LLM💡 Das große Bild – Was bedeutet KI für Entwickler?
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