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Die Schrifterzähler

Die Schrifterzähler

Di: Till Magnus Steiner Werner Kleine
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Die Leidenschaft zu erzählen Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde, und alles war gut – und ein Kapitel später im Buch Genesis wird die Schaffung der Welt nochmal neu erzählt und es ist nicht mehr alles gut. Bereits in den ersten Versen der Bibel wird deutlich, dass die biblischen Erzähler Freude an Widersprüchen, Leerstellen und am Neuerzählen haben. So verwundert es auch nicht, dass im Neuen Testament nicht nur eine Jesu-Erzählung vorliegt, sondern das Evangelium Jesu von vier Autoren aus ihren verschiedenen Perspektiven erzählt wird. In der Geschichte des Christentums gab es viele Versuche aus dieser Verweigerung der Synthese eine einzige ‚harmonische‘ Erzählung werden zu lassen. Doch die Vielfalt hat sich gegen die Eindimensionalität durchgesetzt. Stattdessen setzten im frühen Christentum Theologen immer wieder neu an, um die Geschichte Jesu zu erzählen und noch viele apokryphe Evangelien entstanden. Die apokryphen Evangelien sind Zeugen einer lebendigen Dynamik des Weitererzählens der Jesusüberlieferungen und nehmen, wie die biblischen Texte, Fragen und Diskussionen ihrer Zeit auf. Doch in der Geschichte des Christentums verschob sich zunehmend der Fokus vom Erzählen der biblischen Geschichten hin zu ihrer Kommentierung, Auslegung und Predigt. Inmitten unserer heutigen Welt, die von Erzählungen geprägt ist – von Netflix bis zu Fake News – wollen wir mit unserem Projekt „Die Schrifterzähler“ die biblische Tradition des dynamischen Erzählens wiederbeleben; und d.h. unsere Fragen an die biblischen Texte heranzutragen – nicht, um Antworten in Stein zu meißeln, sondern um zu erzählen und dadurch neue Fragen, die zurück zu den biblischen Texten führen, aufzuwerfen. Wir wollen Leerstellen ernstnehmen, neue Perspektiven einbringen, Ideen aufnehmen und uns die radikale Frage stellen: „Wie würde ich selbst diese oder jene biblische Geschichte erzählen?“.Till Magnus Steiner, Werner Kleine Catechesi ed evangelismo Cristianesimo Giudaismo Spiritualità
  • S5F7: Die Frauen am leeren Grab
    Sep 8 2026
    Die fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung bezeichnet. In der siebten Folge der fünften Staffel steht die Auferstehung Jesu vom Kreuzestod im Mittelpunkt. Die Frauen, allen voran Maria Magdala, kommen zum Grab und finden es geöffnet. Das leere Grab aber weckt noch nicht den Glauben an die Auferstehung. Erst die Begegnung mit dem Auferstandenen wird alles in einem neuen Licht erscheinen lassen. Ein Neubeginn steht bevor.

    Werner Kleine und Till Magnus Steiner entdecken auch in dieser Folge wieder zahlreiche Leerstellen und Fragen: War das Grab wirklich leer? Wo offenbart sich der Auferstandene - in Jerusalem oder in Galiläa? Und wie kann das Paradox gelöst werden, dass der, der gottverlassen gestorben ist, offenkundig durch göttliche Hilfe aus dem Tod errettet wird? Auch in dieser Folge lesen sie zwischen den Zeilen und bringen nicht nur neue Perspektiven zur Geltung, sondern werfen auch einen Blick auf die historischen Umstände.

    Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen:

    „Ho Mikrós ermittelt - Die große Frage“, von Werner Kleine

    „Die linke Hand Gottes“, von Till Magnus Steiner

    Wenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.de

    Mit dieser Folge endet die fünfte Staffel. Die sechste kommt bestimmt! Wir freuen uns darauf!

    ––––––––––––––

    Weiterführende Links:

    • Unser Buch „Die Schrifterzähler“ erscheint am 14. September und Ihr könnt es jetzt schon beim Katholischen Bibelwerk vorbestellen.
    • Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe „Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des Propheten - eine Einführung in die Matthäuspassion (Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei Youtube.
    • Werner hat sich nicht nur in der Reihe Glaubensinformation, sondern auch im biblischen Weblog „Dei Verbum“ mit der Frage des leeren Grabes befasst. Die Glaubensinformation zum Thema „Wie leer war das Grab? - Alte und neue Fragen zur Auferstehung Jesu“ gibt es bei Youtube. Den Essay „Voll leer. Ein Essay über das notwendig Paradoxe im Glauben“ bei „Dei Verbum“ findet ihr hier.
    • Gemeinsam mit Till hat Werner in der Reihe „Dei Verbum direkt“ über die Frage diskutiert, ob es ein leeres Grab braucht. Das Video der Diskussion findet ihr unter hier.
    • Die Frage, ob Maria Magdala oder Petrus die erste Begegnung mit dem Auferstandenen zuteil wurde, thematisiert Werner in der Folge „Maria von Magdala vs. Petrus - Die Auferstehungsüberlieferung im NT und den Apokryphen“ aus der Reihe „Glaubensinformation“. Ihr findet sie bei Youtube.
    • Eine satirische Aufarbeitung der Kontroverse um die Frage „Maria Magdala oder Petrus“ hat die Katholische Citykirche in der Reihe „Verlorene Botschaften“ unter dem Titel „Maria Magdalena“ veröffentlicht.
    • Galiläa oder Jerusalem? Ebenfalls in der Reihe „Glaubensinformation“ geht Werner der Ambivalenz der biblischen Auferstehungstraditionen nach. Auch dieses Video findet ihr bei Youtube.
    • Und das Gedicht am Ende der Folge stammt von Ingeborg Drewitz und trägt den Titel „Ostern“. Ihr findet es in: Ingeborg Drewitz, Die Samtvorhänge, Gütersloher Verlagshaus 1978, S. 124.




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    1 ora e 5 min
  • S5F6: Verspottung, Kreuzigung und Tod
    Sep 1 2026
    Die fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung bezeichnet. In der sechsten Folge der fünften Staffel wird das von Pilatus gefällte Urteil zum Tod am Kreuz vollstreckt. Die Kreuzigung war eine grausame Strafe. Der Tod konnte sich über Tage hinziehen. Die Verurteilten wurden ihrer Würde beraubt, gedemütigt und dem Sadismus der Henker ausgeliefert. Für Juden ist klar: Ein Messias kann auf keinen Fall auf diese Weise sterben.

    Die Strafe war so grausam, dass sie römischen Bürgern erspart bleiben sollte. Alle damals Lebenden wussten, was dieser Tod bedeutet. Deshalb können die Evangelisten - auch Matthäus - in ihrer Erzählweise diskret bleiben. Andeutungen genügen ihnen, um das Grauen dieses Todes, der als Fluchtod oder Tod der Gottverlassenheit galt, vor Augen zu stellen.

    Jesus stirbt mit diesem Schrei am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ Hat er da etwa den Psalm 22 gebetet? Oder stirbt er mit diesen Worten in dem Bewusstsein tiefster Einsamkeit und Verlassenheit? Was steckt hinter der einbrechenden Finsternis? Und was bedeutet das Zerreißen des Vorhangs im Tempel?

    Werner Kleine und Till Magnus Steiner gehen dieser und anderen Fragen nach und erzählen die Ereignisse um den Kreuzestod Jesu, auf den alle Evangelien zulaufen, neu. Dabei lesen sie zwischen den Zeilen und bringen nicht nur neue Perspektiven zur Geltung, sondern werfen auch einen Blick auf die historischen Umstände.

    Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen:

    „Ho Mikrós ermittelt - Der zerrissene Vorhang“, von Werner Kleine

    „Ausgebliebene Wunder“, von Till Magnus Steiner

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    In der siebten Folge der fünften Staffel folgen wir der matthäischen Passionserzählung der Passion Jesu weiter und erzählen Euch dann die Geschehnisse um die Entdeckung des leeren Grabes und die Begegnung mit dem Auferstandenen neu – seid gespannt!

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    Weiterführende Links:

    • Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe „Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des Propheten - eine Einführung in die Matthäuspassion (Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei YouTube.
    • Werner hat sich in der Reihe Glaubensinformation bereits ausführlich mit dem letzten Tag im Leben Jesu befasst. Ihr findet das Video bei YouTube.
    • Zur Ambivalenz des Kreuzes, das Christen erst spät als Zeichen für ihren Glauben entdeckten, hat Werner bereits 2026 einen Beitrag im Blog „Die Verbum“, den er mit Till betreibt, veröffentlicht. Den Essay findet ihr hier: „Da standen sie und konnten auch anders. Oder: Wer sich mit dem Kreuze schmückt, ist noch lange kein Bekenner“.
    • Immer noch ein Standardwerk eines Neutestamentlers zum letzten Tag Jesu ist das Buch „Der letzte Tag Jesu. Die Ereignisse der Passion“ von Gerhard Lohfink (Freiburg i.Br. 1989)
    • Der archäologische Fund einer durchnagelten Ferse bestätigt die Praxis der Kreuzigung. Näheres dazu findet sich in einem Beitrag bei spektrum.de.
    • Und das Gedicht am Ende der Folge stammt von Christina Busta und trägt den Titel „Späte Aufzeichnungen über Simon von Cyrene“. Ihr findet es in: Christina Busta, Wenn Du das Wappen der Liebe malst, Otto Verlag 31995.
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    1 ora e 10 min
  • S5F5: Der Prozess vor Pilatus
    Aug 25 2026
    Die fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung bezeichnet. In der fünften Folge der fünften Staffel nimmt die Geschichte mit dem Prozess vor Pilatus eine entscheidende Wendung. Jesus wird wegen Hochverrates angeklagt: Er soll behauptet haben, er sei der König der Juden. Die von den Anklägern vorgetragenen Beweise sind anscheinend schwach; Jesus schweigt. Nach römischem Prozessrecht – und die Schilderungen der Evangelisten deuten darauf hin, dass Pilatus sich an ihm orientiert hat – hätte Jesus freigesprochen werden müssen: In dubio pro reo! Im Zweifel für den Angeklagten! Pilatus aber ist korrupt und erpressbar. So gerät Jesus zwischen die Fronten. Pilatus beugt das Recht und verurteilt Jesus zum Tod am Kreuz: Ein glatter Justizmord! Werner Kleine und Till Magnus Steiner gehen den Leerstellen des Prozesses Jesu vor Pilatus, von dem in allen Evangelien die Rede ist, nach und erzählen ihn neu und anders. Dabei lesen sie zwischen den Zeilen und bringen neue Perspektiven zum Vorschein. Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr auch auf unserer Homepage nachlesen: „Ho Mikrós ermittelt - Der Prozess“, von Werner Kleine „Die Doctrina Pilati“, von Till Magnus Steiner Wenn Euch die Folge gefallen hat, empfehlt unseren Podcast gerne Freunden und Bekannten, hinterlasst uns eine Bewertung auf Spotify, Apple Podcast oder dort, wo Ihr uns hört, und abonniert uns, damit Ihr keine neue Folge verpasst. Damit Ihr die neuen Folgen auf keinen Fall verpasst, könnt Ihr auch einfach unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren – Newsletter abonnieren. Und wenn Ihr uns eine Frage stellen oder uns gar eine eigene Geschichte schicken wollte, dann schreibt uns gerne eine Mail an info@die-schrifterzaehler.deIn der sechsten Folge der fünften Staffel folgen wir der matthäischen Erzählung der Passion Jesu weiter und erzählen Euch dann die Geschehnisse um die Hinrichtung Jesu am Kreuz neu – seid gespannt! ––––––––––––––Weiterführende Links: Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe „Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des Propheten - eine Einführung in die Matthäuspassion (Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei Youtube.In der Folge entspannt sich zwischen Till und Werner ein Streit um die Frage, ob Pilatus nicht nur in der äthiopisch-orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt wird (was unstrittig ist), sondern auch bei den koptischen Christen. Sie haben nach der Aufzeichnung nachgeforscht. In der Tat ist die Lage komplex. Im aktuellen Synaxarium, dem Verzeichnis der Heiligen der koptischen Christen, findet sich tatsächlich kein Hinweis auf einen „Heiligen Pilatus“. Allerdings scheint er in der altägyptischen Kirche als Heiliger verehrt worden zu sein. Zudem gibt es in der heutigen koptisch-orthodoxen Kirche Stimme, die die Verehrung des Pilatus als Heiligen als lokale oder ältere Tradition ansehen. So gesehen scheint der „Heilige Pilatus“ in der koptisch-orthodoxen Volksfrömmigkeit hier und da eine Rolle zu spielen, nicht aber in der offiziellen Liturgie. Wer sich näher mit den juristischen Hintergründen des Pilatusprozesses Jesu befassen möchte, dem sei nach wie vor das diesbezügliche Standardwerk „Der Prozess Jesu“ von Josef Blinzler empfohlen (Regensburg 1960). In jüngerer Zeit haben Werner Koch mit dem Werk „Der Prozess Jesu. Versuch eines Tatsachenberichts“ (Berlin 1992) und Michael Theobald „Der Prozess Jesu. Geschichte und Theologie der Passionserzählungen“ weitere Bücher zum Thema vorgelegt. Alle drei Autoren versuchen das Verhör vor dem jüdischen Hohen Rat und den Prozess vor dem römischen Statthalter auf der Basis historischer Quellen zu rekonstruieren. Am Ende der Folge zitiert Till den Anfang des Romans „Barabbas“ von Pär Lagerkvist, Verag der Arche 1952.
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    1 ora e 16 min
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