097 - Das stimmgewaltige Allroundtalent - Laura Bilgeri
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Sie kennt die Welt des Films ebenso wie die Bühne, Hollywood ebenso wie Vorarlberg: Laura Bilgeri ist eine jener Künstlerinnen, die sich nur schwer auf ein einziges Genre festlegen lassen. Als Schauspielerin stand sie unter anderem mit internationalen Größen wie Wesley Snipes vor der Kamera, als Sängerin entwickelt sie ihre eigenen Songs und mit ihrer „Jazz Affair“ widmet sie sich gleichzeitig den zeitlosen Klassikern des American Songbook.
Bei ihrem Auftritt in Frastanz zeigte sich einmal mehr, wie selbstverständlich sich diese unterschiedlichen Seiten miteinander verbinden lassen. Als Support Act von Alvaro Soler präsentierte Bilgeri gemeinsam mit ihrer Band ihre eigenen Songs und sorgte dabei für einen rockigen Auftakt. Für die Künstlerin war der Auftritt in mehrfacher Hinsicht eine Premiere: Zum ersten Mal spielte sie in Frastanz und zugleich in einem Zelt. Gerade die Akustik stellte dabei eine besondere Herausforderung dar, denn ein Zelt verändert seinen Klang erheblich, sobald sich zahlreiche Menschen darin befinden.
„Es gibt ein erstes Mal für alles“, beschreibt Bilgeri die Situation gelassen. Trotz des sommerlichen Kaiserwetters freute sie sich auf die ungewohnte Konzertumgebung. Ihr Ziel war klar: das Publikum für den späteren Headliner Alvaro Soler musikalisch in Stimmung zu bringen. Support Acts seien eine besondere Gelegenheit, vor vielen Menschen die eigene Musik vorzustellen. Langfristig gibt es für Bilgeri dabei auch eine klare Perspektive: selbst irgendwann als Headlinerin auf der Bühne zu stehen.
Musikalisch bewegt sich Laura Bilgeri derzeit bewusst zwischen zwei sehr unterschiedlichen Projekten. Auf der einen Seite steht ihre eigene Popmusik, die sie als ihr „Pop-Baby“ bezeichnet. Die Songs schreibt sie selbst – gemeinsam mit ihrem Produzenten Lukas Pitschner. Bilgeri übernimmt dabei die Texte, während Pitschner die Musik komponiert und gleichzeitig als Schlagzeuger Teil ihrer Live-Band ist.
Auf der anderen Seite steht die „Jazz Affair“. Hier zeigt sich eine ganz andere musikalische Seite der Sängerin. Bilgeri bezeichnet sich selbst als „alte Seele“, wenn es um Musik geht, und ihre Vorliebe gilt insbesondere dem American Songbook. Im Mittelpunkt stehen Lieblingssongs aus den 1930er-, 1940er- und 1950er-Jahren.
Was zunächst wie ein Gegensatz klingt, passt für Bilgeri ganz selbstverständlich zusammen. Ihre Liebe zum Jazz ist nicht nur eine Bühnenidee, sondern Teil ihres privaten Musikgeschmacks. Die zeitlosen Melodien und die Atmosphäre dieser Ära faszinieren sie seit Jahren.
Nach dem Auftakt der „Jazz Affair“ im März wurde das Projekt im Herbst weitergeführt. Geplant war eine Tour durch Ostösterreich mit Auftritten unter anderem in Wien und Graz sowie weiteren Stationen. Für diese Konzerte war eine siebenköpfige Band vorgesehen. Die größere Big-Band-Besetzung mit rund 20 Musikern soll zu einem späteren Zeitpunkt wieder zum Einsatz kommen.
Dass Laura Bilgeri heute zwischen Musik und Film pendelt, hat eine besondere Vorgeschichte. Einen großen Teil ihres bisherigen Lebens verbrachte sie in Los Angeles, wo sie arbeitete und lebte. Hollywood wurde zu einem wichtigen Bestandteil ihrer beruflichen Biografie.
Bekannt wurde sie unter anderem durch ihre Rolle in „Der Atem des Himmels“, die zugleich einen frühen wichtigen Schritt in ihre Filmkarriere markierte. Später folgten internationale Produktionen und Begegnungen mit bekannten Schauspielern. Besonders die Arbeit in Los Angeles prägte Bilgeri nachhaltig.
Dass sie heute wieder stärker musikalisch in Erscheinung tritt, hat auch mit einer unerwarteten Entwicklung während der Lockdowns zu tun. Bilgeri erzählt, dass sie durch diese Zeit zur Musik gekommen sei. Obwohl die Musik inzwischen einen wichtigen Platz in ihrem Leben einnimmt, bezeichnet sie diesen Bereich ihrer Karriere selbst noch als vergleichsweise jung.