Marcus Tullius Cicero: Paradoxe der Stoiker
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Jürgen Fritsche
Marcus Tullius Cicero war Redner, Politiker und Philosoph. Im alten Rom nahm er eine Sonderstellung ein – er galt als „pater patriae" – Vater des Vaterlandes, nachdem er als oberster Magistrat der Republik die Verschwörung des Catilina niedergeschlagen hatte. Auch als Philosoph war Cicero bekannt: In seiner kleinen Schrift Paradoxa Stoicorum befasst er sich mit moralphilosophischen Lehrsätzen, die seiner Meinung nach „im Widerspruch zum herrschenden Bewusstsein des Durchschnittsmenschen" (paradoxos: wider die gewöhnliche Meinung) waren. In sechs kurzen Kapiteln behandelt er die Kernsätze: 1. Nur das Sittliche ist ein Gut, 2. Niemandem, der die Tugend besitzt, fehlt etwas zum glücklichen Leben, 3. Verfehlungen sind ebenso einander gleich wie gute Taten, 4. Jeder Dummkopf ist wahnsinnig, 5. Nur der Weise ist frei, und jeder Dummkopf ist ein Sklave, 6. Nur der Weise ist reich.
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