Von Herrlichkeit zu Herrlichkeit | Johannes Justus
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06.09.2026 | Johannes Justus in der Elim Kirche Geesthacht
Stell dir vor, du fährst Auto, und plötzlich legt sich dichter Nebel über die Straße. Die Straße selbst ist noch da – du musst keine neue bauen. Aber du siehst sie einfach nicht mehr. Mit diesem einfachen, aber eindrücklichen Bild eröffnet der erfahrene Pastor und international tätige Reisebegleiter Johannes Justus eine der persönlichsten und bewegendsten Predigten dieses Jahres in der Elim Kirche Geesthacht.
Der Bibeltext: 2. Korinther 3,16–18
Ausgangspunkt ist eine der bildreichsten Passagen im Neuen Testament. Paulus greift eine Szene aus dem Alten Testament auf: Mose war so lange in Gottes Gegenwart, dass sein Gesicht danach spürbar strahlte – so sehr, dass er eine Decke darüberlegen musste, um seine Umgebung nicht zu verunsichern (2. Mose 34,33). Paulus überträgt dieses Bild auf uns: „Wenn er es aber umkehrt zu dem Herrn, so wird die Decke abgetan... Wir alle aber spiegeln mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur anderen."
Welche Decke liegt über deinem Blick?
Johannes Justus zeigt sehr konkret, wie viele Gesichter diese „Decke" heute haben kann:
Ein falsches, strafendes Gottesbild – ein Gott, der jede kleine Verfehlung sofort ahndet
Alte Verletzungen und Enttäuschungen, die den Blick auf Jesus verstellen
Unerhörte Gebete und Lebensphasen, in denen Gott plötzlich „weit weg" wirkt
Erschöpfung und Schwere, die den klaren Blick auf Gottes Herrlichkeit vernebeln
Die zentrale Botschaft: Der Nebel sagt nichts über Gottes Abwesenheit aus – er sagt etwas über unsere eingeschränkte Wahrnehmung in diesem Moment. Und genau diese Decke will der Heilige Geist wegnehmen.
Radikal ehrlich statt oberflächlich fromm
Was diese Predigt so besonders macht, ist ihre Offenheit. Johannes Justus verschweigt nichts: Er erzählt von der schweren, monatelangen Depression seiner Frau vor 30 Jahren – und davon, dass sie erneut aufgebrochen ist. Er spricht offen über seine eigene aktuelle „Nebel-Phase" mitten im Ruhestand. Und er teilt eine der verletzlichsten Geschichten, die man in einer Predigt hören kann: Als Zehnjähriger wurde er von einem älteren Gemeindemitglied zweimal sexuell missbraucht. Jahre später, längst selbst Pastor, saß dieser Mann plötzlich in seiner eigenen Gemeinde – und Johannes Justus musste vor ihm predigen.
Er beschreibt schonungslos den inneren Kampf, den diese Begegnung ausgelöst hat – und wie er dennoch, Schritt für Schritt, lernte, echte Vergebung zu leben, ohne das Geschehene kleinzureden.
Warum sich das Hören lohnt
Eine ehrliche, seelsorgerliche Antwort auf die Frage, warum sich Gott manchmal fern anfühlt, obwohl er es nicht ist
Ein kraftvolles, bildhaftes Verständnis davon, wie echte Vergebung möglich wird – nicht durch Verdrängen, sondern durch den bewussten Blick auf Jesus
Der bleibende Satz: „Was an uns geschieht, dafür können wir oft nichts. Aber was in uns geschieht, dafür sind wir verantwortlich."
Eine sehr persönliche Anwendung am Ende: drei Fragen, die zum eigenen Nachdenken einladen – welche Decke der Heilige Geist gerade von deinem Blick nehmen möchte
Diese Predigt tröstet nicht oberflächlich und redet Leid nicht klein. Sie spricht mitten hinein in echten Schmerz – Krankheit, Missbrauch, Erschöpfung – und findet dort trotzdem eine tragfähige, ehrliche Hoffnung: Wer Jesus anschaut, wird verwandelt. Nicht durch Anstrengung, sondern durch Beziehung. Von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.